Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Klinische Untersuchungen zur endoskopisch kontrollierten Samenübertragung bei Warmblutstuten unter Praxisbedingungen

Ismer, Nils Neale

In this study the feasibility using this reproductive technique under field conditions in commercial breeding centres was investigated. Of interest were the pregnancy rates (d 16-18) obtained with endoscopic insemination in comparison to the ones obtained from mares, which had been inseminated conventionally in the same year and the year before. The mares which had been inseminated conventionally in the same year received semen from the same ejaculates, which was treated in the same way as for the group which was inseminated under endoscopic control.   196 German warmblood mares were inseminated endoscopically in a field survey by videoendoscope with semen of three different stallions (A, B, C) in two different A. I.-centres. To pay attention to the individual fertility of each stallion and each mare, the results of the andrological and spermatological examination as well as other influencing factors (spermatological parameters, age and reproductive potential of the mare, number of inseminations per cycle and cycles used, interval between collecting the semen and insemination, influence of the breeding centre were taken into consideration and every individual mare was classified in a fertility score from I to V.   Additionally, the time needed for each hysteroscopic insemination was recorded to find an objective parameter for the practicability of this technique under field conditions. Insemination doses (6 x 106, 12 x 106, 80 x 106; 100 x 106; 100 x 106 to 200 x 106 progressive motile spermatozoa) and volumes (0,2 ml, 0,4 ml, 1,6 ml; 5 ml; 10 to 20 ml) used were lower than those normally used in a classical artificial insemination programme in the horse (500 x 106).   The following results were obtained:   1.         The mares inseminated with the semen from stallion A showed highly significantly (P < 0,001) lower pregnancy rates when inseminated endoscopically (32/108, 29,6 % vs. 49/86, 57,0 %). The pregnancy rates obtained from the mares inseminated with semen from stallion B were significantly (P = 0,0188) smaller with endoscopic insemination than those from conventional insemination (9/20, 45,0 % vs. 214/305, 70,2 %). Stallion C induced significantly (P = 0,0329) more pregnancies following endoscopic than conventional insemination (38/68, 55,2 % vs. 3/8, 37,5 %).   2.         Pregnancy rates were neither influenced  by fertility scores (I-IV) (P = 0,0788) nor the age (ø 7,7 ± 4,1 years) of the mares (P = 0,2284).   3.         Also the number of inseminations per cycle (ø 1,5 ± 0,8) (P = 0,0872; 0,2466; 0,0641) and the number of cycles (ø 1,7 ± 0,8) (P = 0,2284; 0,1432; 0,1866) used had no significant effect on the results obtained. 4.         The time from semen collection to insemination (between 10 min. and 9 h, ø 4,1 ± 2,8 h) did not show any significant consequence (P = 0,0823) on the results. Although higher pregnancy rates were obtained following the period of 1-4 h in comparison to 5-9 h. 5.         There was no influence (P > 0,0624) of the different breeding centres on the obtained pregnancy rates (32/108, 29,6 % vs. 46/88, 52,3 %).   6.         The times (Ø 2,5 ± 1,1 minutes) per insemination demonstrated that hysteroscopic insemination is a practical and useful technique for commercial breeding centres. A training factor was found in the fact that the time needed per insemination sank from 4,75 minutes in February to 1,78 minutes in Juli in average.   It was shown that endoscopically controlled insemination is a practical technique which can be used under field conditions. In this examination pregnancy rates were obtained which were lower (stallion A and B), but also higher (stallion C) than the ones obtained with conventional insemination technique.  

In der vorliegenden Arbeit sollte untersucht werden, ob sich diese Methode auf kommerziell arbeitenden Besamungsstationen anwenden läßt und welche Trächtigkeitsraten im Vergleich zu von denselben Hengsten konventionell besamten Stuten hierbei erzielt werden können. Dabei wurden zusätzlich folgende Parameter berücksichtigt: die Spermaqualität, das Alter und das Fruchtbarkeitspotential der Stuten, die Anzahl der Besamungen pro Rosse sowie die Zahl der genutzten Zyklen, der zeitliche Abstand von der Samenentnahme bis zur Insemination und der individuelle Einfluß der Station, auf der die Besamung durchgeführt wurde.   Dazu wurden insgesamt 196 Warmblutstuten auf zwei EU-Besamungsstationen mit dem Sperma von drei Hengsten (A, B, C) endoskopisch besamt, wobei unterschiedliche Inseminationsdosen (6 x 106, 12 x 106, 80 x 106; 100 x 106; 100 x 106 to 200 x 106 progressiv motile Spermien) und –volumina (0,2 ml, 0,4 ml, 1,6 ml; 5 ml; 10 to 20 ml) eingesetzt wurden. Als Vergleichsgruppen dienten Stuten, die zeitgleich (n=469) und in der vorigen Zuchtsaison (n=614) von denselben Hengsten mit üblichen Spermadosen (500 x 106 PMS, 20 ml) konventionell besamt worden sind. Die Stuten, die zeitgleich inseminiert wurden, erhielten dabei Sperma derselben Ejakulate, welches auf dieselbe Weise aufbereitet wurde, wie das der Versuchsgruppe. Um den Einfluß der individuellen Fertilität der einzelnen Stuten und Hengste zu berücksichtigen, wurden die endoskopisch besamten Stuten in Fruchtbarkeitsklassen eingeteilt sowie die Abhängigkeit der erzielten Resultate von den verschiedenen Parametern untersucht. Zusätzlich wurde die für jede endoskopisch durchgeführte Besamung benötigte Zeit gemessen, um einen objektiven Parameter für die Durchführbarkeit der Methode zu bestimmen. Um signifikante Unterschiede zu verdeutlichen, wurden die ermittelten Werte mit einem Chi-Quadrat-Test statistisch ausgewertet.   Folgende Ergebnisse konnten ermittelt werden:   1.         Bei Hengst A, welcher unauffällige Spermabefunde aufwies waren die mittels endoskopisch kontrollierter Besamung erzielten Trächtigkeitsraten (32/108, 29,6 %) hoch signifikant (P < 0,001) niedriger als bei den konventionell besamten Stuten (49/86, 57,0 %). Bei den von Hengst B (ebenfalls Normospermie) endoskopisch besamten Stuten konnte eine signifikant (P = 0,0188) niedrigere Trächtigkeitsrate (9/20, 45,0 %) festgestellt werden, als bei den konventionell besamten (214/305, 70,2 %). Bei Hengst C, der eine Asthenozoospermie aufweist, lagen die Ergebnisse der endoskopischen (37/68, 55,2 %) signifikant (P = 0,0329) über denen der konventionellen Besamung (3/8, 37,5 %).   2.         Bei der Auswertung der Trächtigkeitsergebnisse im Verhältnis zum Alter (ø 7,7 ± 4,1 Jahre) (P = 0,2284) und der Fruchtbarkeitsklasse (I-IV) der Stuten konnte kein signifikanter Einfluß dieser Faktoren festgestellt werden (P = 0,0788).   3.         Die Anzahl der Besamungen pro Rosse (ø 1,5 ± 0,8) (P = 0,0872; 0,2466; 0,0641) und der Anzahl der genutzten Rossen (ø 1,7 ± 0,8) hatten ebenfalls keine signifikanten Auswirkungen auf die Ergebnisse (P = 0,2284; 0,1432; 0,1866).   4.         Weiterhin konnte kein signifikanter Einfluß (P = 0,0823) des zeitlichen Abstandes von der Samenentnahme bis zur Insemination (ø 4,1 ± 2,8 h) auf die erzielten Graviditätsergebnisse ermittelt werden. Allerdings ist das Ergebnis der Stuten, die 1-4 h nach der Samenentnahme inseminiert wurden (50/104, 48,1 %) tendenziell höher als das derjenigen, die 5-9 h nach der Samenentnahme inseminiert wurden (28/92, 30,4 %)   5.         Auch zwischen den Resultaten der beiden genutzten Besamungsstationen war kein signifikanter Unterschied (P > 0,0624) erkennbar (32/108, 29,6 % vs. 46/88, 52,3 %).   6.         Anhand der gemessenen Zeiten (ø 2,5 ± 1,1 Minuten) wurde festgestellt, dass sich die Methode der endoskopischen Besamung gut in den Arbeitsablauf einer kommerziellen Besamungsstation eingliedern läßt. Dabei konnte eine Verkürzung der gebrauchten Zeit von durchschnittlich 4,75 Minuten im Februar auf 1,78 Minuten im Juli beobachtet werden, die auf einen Lerneffekt bei den beteiligten Personen zurückzuführen ist.   Insgesamt wurde bei der Untersuchung festgestellt, dass mit der endoskopisch kontrollierten Insemination auch unter Praxisbedingungen Trächtigkeitsraten erzielt werden können, die je nach Hengst sowohl unter (Hengst A u. B), als auch über (Hengst C) denen mit der konventionellen Besamung erzielten liegen.  

Vorschau

Zitieren

Zitierform:

Ismer, Nils Neale: Klinische Untersuchungen zur endoskopisch kontrollierten Samenübertragung bei Warmblutstuten unter Praxisbedingungen. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export