Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Einfluss unterschiedlicher chirurgischer Stimulationsintensitäten auf das Elektroenzephalogramm, hämodynamische Parameter und die Pupillenweite während der Isoflurananästhesie beim Schaf

Mally, Petra

In this study the influence of different stimulation intensities on haemodynamic parameters, pupil diameter and EEG during orthopedic surgery (Osteotomy with application of external fixateur) was examined. The study was performed on 35 sheep. Introduction of anaesthesia was performed using propofol, general anaesthesia was attained with the aid of isofluran under artificial respiration and maintained with an end-tidal concentration of 2,2/2,4-Vol.%. After an equilibration period of 15 minutes duration, initial data were recorded as “steady state”. Following parameters were registered for evaluation: Systolic arterial pressure (SAP), mean arterial pressure (MAP), heart rate (HR), vertical and horizontal pupil diameter and the EEG variables: SEF80, MED, the distribution into the individual frequency bands δ, θ, α and β followed by calculation of the β/δ- and the α+θ/δ-ratio. The recording of these parameters was repeated to four further events during surgical procedure: during desinfection, initial skin incision, initial drilling and during initial cutting of a thread using a bone tap.   The statistical evaluation of these parameters during the individual operational events compared with the steady state values showed that a rising intensity of stimulation was accompanied by significant changes in blood pressure and pupil diameter. No significant changes were observed as to heart rate and EEG-parameters. The greatest rise in SAP, MAP and pupil diameter was noted during the stimulation-sequences “drill” and “thread”. With 50% of the sheep, EEG-parameters changed at these points in form of an arousal-reaction, the other half showed a reverse arousal-reaction. One plausible explanation for the diversity in EEG reaction-patterns and for the fact that there seems to be no correlation between stimulation-induced autonomous and electroencephalographic reactions could be a gradual difference in central nervous depression by isofluran.  

In der vorliegenden Studie wurde während eines orthopädisch chirurgischen Eingriffs (Fixateur-externe-Anbringung mit Osteotomie) der Einfluss unterschiedlicher Stimulationsintensitäten auf die hämodynamischen Parameter, die Pupillenweite und das EEG überprüft. Die Untersuchung fand an 35 Schafen statt. Die Narkose wurde mittels Propofol eingeleitet, dann unter kontrollierter Beatmung mit Isofluran vertieft und mit einer end-tidalen Konzentration von 2,2-2,4 Vol.-% erhalten. Nach einer 15-minütigen Äquilibrierungsdauer erfolgte die Aufzeichnung der Ausgangswerte als „steady state“. Zur Auswertung wurden folgende Parameter erfasst: Der systolische arterielle Blutdruck (SAP), der arterielle Mitteldruck (MAP), die Herzfrequenz (HF), der vertikale und horizontale Pupillendiameter und die EEG-Variabeln: SEF80, MED, prozentuale Verteilung der Leistung in die einzelnen Frequenzbänder, mit anschließender Berechnung des β/δ- und des α+θ/δ-Quotienten. Die Aufzeichnung dieser Parameter erfolgte zu vier weiteren Operationsereignissen mit unterschiedlicher Stimulationsintensität: Während der Desinfektion, des ersten Hautschnitts, der ersten Bohrung und der ersten Gewindedrehung.    Die statistische Auswertung der Parameter zu den verschiedenen Operationsereignissen im Vergleich mit den „steady state“-Werten ergab, dass die steigende Stimulationsintensität von signifikanten Veränderungen der Blutdruck- und Pupillenparameter begleitet wurde. Für die HF und die EEG-Parameter ergaben sich keine signifikanten Veränderungen. Besonders zu den Stimulationszeitpunkten „Bohrung“ und „Gewinde“ war der Anstieg des SAP, des MAP und der Pupillenparameter am stärksten. Die EEG-Parameter veränderten sich zu diesen beiden Zeitpunkten bei ca. 50% der Schafe im Sinne einer Arousalreaktion und bei der anderen Hälfte im Sinne einer reversen Arousalreaktion. Als ein wesentlicher Grund für die unterschiedlichen EEG-Reaktionsmuster und der fehlenden Beziehung zwischen stimulationsinduzierten autonomen und elektroenzephalographischen Reaktionen müssen graduelle Unterschiede in der isofluranbedingten zentralnervösen Depression gesehen werden.  

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Mally, Petra: Einfluss unterschiedlicher chirurgischer Stimulationsintensitäten auf das Elektroenzephalogramm, hämodynamische Parameter und die Pupillenweite während der Isoflurananästhesie beim Schaf. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

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