Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen am Auge von erkrankten und gesunden Igeln (Erinaceus europaeus)

Grastorf, Frauke Elisabeth

Apart from determining physiological results, the aims of this study were to document and record pathological changes of the hedgehogs‘s eyes. The basis for this clinical report was the ophthalmological examination of forty-four animals. In this process the results for the intraocular pressure and the size of the bulbus were determined as well as the weight of the eyeball if possible. Striking clinical effects were described in case reports. For the thirty-four hedgehogs without any clinical ocular findings, the results of the bulbus‘ measurements, i.e. the horizontal and vertical diameter, varied from five to seven millimeters, depending on the hedgehogs‘ weight. While on the one hand the length for both diameters for young hedgehogs with a weight of less than 400 g was 5 and 5.5 mm, respectively, for heavier adult animals on the other hand 6 mm. The length of the third axis of the eye was equivalent to the two others. The bulbi of both young hedgehogs weighed 0.203 and 0.28 g, respectively, and while those of the adult animals were 0.28 and 0.29 g. In contrast to descriptions of the bulbus‘ measurements of gerbils and rats changing by age, such results could not be found for the hedgehog in literature. For a pair of eyes, the mean intraocular pressure was 20.5 mm Hg with a standard deviation of 1.5 mm Hg. There was neither a striking difference between the left and the right eye nor an influence of sex. After application of contrast medium the way of the nasolacrimal duct could neither be displayed completely by X-ray nor by computertomography. The photographs taken of the fundus were not clear. Among those animals with clinical ocular findings there were two with purulent ocular discharge. The assumed reason for this was the advanced inflammation having possibly started at the oral cavity. Five masculine hedgehogs were presented with reduced size of eyeballs. The diagnosis was phthisis bulbi probably as the consequence of an untreated injury. Because of the small size of the eyes and technical reasons (insufficient contact area of the instrument), measurements of the intraocular pressure by Tono-Pen were not possible. It was either impossible to take accurate readings if the bulbi were pulled back into the orbit. The intraocular pressure could not be determined because of a cachexia and/or dehydration.  

Ziele der vorliegenden Arbeit waren, beim Igel neben der Ermittlung physiologischer Befunde auch die Dokumentation und Erfassung von krankhaften Veränderungen der Augen durchzuführen. Hierzu wurde in einer klinischen Studie bei vierundvierzig Tieren eine Augenuntersuchung durchgeführt und dabei wurden Werte für den Augeninnendruck, die Bulbusgröße sowie – falls möglich - das Augapfelgewicht ermittelt. Bei klinischen Auffällig-keiten erfolgte eine gesonderte Erfassung und Darstellung in Form von Fallbeschreibungen. Bei den vierunddreißig klinisch augengesunden Igeln lagen die Werte für die Bulbusgröße, d.h. für den horizontalen und vertikalen Durchmesser gewichtsabhängig zwischen fünf und sieben Millimetern. So lag bei Jungigeln mit einem Körpergewicht von weniger als 400 g die Länge der beiden Augenachsen bei 5 bzw. 5,5 mm, bei der überwiegenden Anzahl der schwereren adulten Tiere hingegen bei 6 mm. Die Länge der dritten Augenachse entsprach den beiden anderen Durchmessern. Das Gewicht der Bulbi betrug bei den beiden Jungigeln 0,203 bzw. 0,28 g und den adulten Tieren 0,28 bzw 0,29 g. Detaillierte altersabhängige Veränderungen der Bulbusmaße wie z.B. bei Gerbil und Ratte sind für den Igel bisher nicht beschrieben. Für ein Augenpaar ergab sich ein mittlerer intraokularer Druck von 20,5 mm Hg bei einer Standardabweichung von 1,5 mm Hg. Dabei wurde kein auffälliger Unterschied zwischen dem linken und rechten Auge oder eine Geschlechtsabhängigkeit festgestellt. Der Verlauf des Tränennasenganges konnte in seiner ganzen Ausdehnung nach Kontrastmittelapplikation weder im Röntgenbild noch durch die Computertomographie dargestellt werden. Der Augenhintergrund ließ sich fotografisch nicht deutlich abbilden. Unter den Igeln mit klinischen Symptomen einer Augenkrankheit waren zwei Tiere mit eitrigem Augenausfluß. Als Ursache wurde eine fortschreitende entzündliche Veränderung, deren Ausgangspunkt die Maulhöhle zu sein schien, angenommen. Fünf männliche Igel wurden mit verkleinerten Augäpfeln vorgestellt. Dabei handelte es sich um eine Phthisis bulbi, die sich vermutlich als Folge einer nicht behandelten Verletzung entwickelte. Messungen des Augeninnendruckes mittels Tono-Pen waren bei diesen Tieren mit verkleinertem Bulbus aus technischen Gründen (unzureichende Kontaktzone des Gerätes) nicht möglich. Die Ermittlung des Augeninnendrucks scheiterte ebenfalls, wenn die Augäpfel in die Orbita zurückgezogen waren. Bedingt durch eine Kachexie und/oder Exsikkose konnte der intraokulare Druck nicht ermittelt werden.  

Zitieren

Zitierform:

Grastorf, Frauke Elisabeth: Untersuchungen am Auge von erkrankten und gesunden Igeln (Erinaceus europaeus). Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export