Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Pharmakokinetik von Dexamethason am Auge des Pferdes

Reichenbecker, Frank

The objective of this study was to determine the level of dexamethasone in different orbital structures after local applications into the conjuctival sac and which active substance concentrations would be attained in dependence on application frequency.   In the scope of this dissertation, 12 horses were available. They were divided equally into 2 groups (group 1 and 2). Horses in group 1 were treated 3 times daily and the other 7 times daily with a certain amount of 0.029% dexamethasone eye ointment. The ointment was applied into the temporal canthus of the lower conjunctival sac. The duration of treatment in all animals withheld throughout a 6-day-trial period. Serum was obtained once daily from all animals before and during the treatment. The animals were euthanatized at the end of the experiment. The Oculi bulbi were removed and from each eye, cornea, aqueous humour, iris, lens, vitreous humour and choroid/retina were subsequently isolated. The dexamethasone (DXM) concentrations were then evaluated via Radioimmunoassay from the above mentioned structures and serum.   The analyzable concentrations in the cornea, aqueous homour and iris could be evaluated. However, there were no sinificant differences of the DXM concentrations in the cornea and aqueous humour in dependence on the application frequency (3 and 7 DXM applications daily).   On the contrary, the application frequency showed a significant influence of  the DXM concentration in the iris, namely, the group received 7 applications  daily (group 2) showed a higher DXM concentration than that received 3 applications daily (group 1).   In the lens, vitreous humour and choroid/retina, the DXM concentrations were below the limit of quantification.   In serum, 47 from 72 (65.3%) of the DXM concentrations were below the limit of quantification. Remarkably, all horses received 7 applications daily (group 2) showed at least one measurable level of DXM concentration in the serum which was above the limit of quantification. Consequently, all horses in this group showed a measurable, with dopingrelevant, DXM concentration in the blood. On the contrary, only one horse in group 1 possessed this result.   In conclusion, this experiment is to ascertain that only for the optimal application of DXM in the iris of group 2 is preferable compared to group 1 as the duration of action of DXM is ensured. Nevertheless, consideration remains whether this fact is practicable and essential.  

Ziel dieser Arbeit war es, festzustellen, an welchen Augenstrukturen sich Dexamethason nach Applikation in den Konjunktivalsack anreichert und welche Wirkstoffkonzentrationen in Abhängigkeit von der Applikationshäufigkeit erreicht werden.   Im Rahmen dieser Dissertation standen 12 Versuchspferde zur Verfügung. Für die Versuchsdurchführung erfolgte die Einteilung in zwei Gruppen (Gruppe 1 und 2) zu je 6 Pferden. Die Tiere der Gruppe 1 wurden 3x täglich und die der anderen Gruppe 7x täglich mit einer definierten Menge einer 0,029 %igen dexamethasonhaltigen Augensalbe behandelt. Es wurden grundsätzlich beide Augen eines Tieres behandelt. Die Salbenapplikation erfolgte bei allen Tieren in den temporalen unteren Teil des Konjunktivalsackes. Die Behandlungsdauer aller Tiere betrug 6 Tage. Unmittelbar vor Behandlungsbeginn und während der gesamten Behandlung wurde von allen Tieren 1x täglich Serum gewonnen. Am Ende der Versuche wurden die Tiere euthanasiert, die Oculi bulbi entfernt und anschließend von jedem Auge Cornea, Kammerwasser, Iris, Linse, Glaskörperflüssigkeit und Choroidea/Retina isoliert. In diesen Strukturen und im Serum wurde dann die Konzentration von Dexamethason (DXM) mittels Radioimmunoassay ermittelt.   Auswertbare Konzentrationen von DXM konnten in der Cornea, dem Kammerwasser und der Iris gemessen werden. Dabei gab es für die Konzentration von DXM in der Cornea und dem Kammerwasser keinen signifikanten Unterschied in Abhängigkeit von der Applikationshäufigkeit (3x tägliche Applikation und 7x tägliche Applikation von DXM).   In Bezug auf die Konzentration von DXM in der Iris hat die Applikationshäufigkeit dagegen einen signifikanten Einfluss, so dass in der Gruppe mit 7x täglicher Applikation im Vergleich zur Gruppe mit 3x täglicher Applikation höhere Konzentrationen von DXM gemessen wurden.   In der Linse, der Glaskörperflüssigkeit und der Choroidea/Retina lagen die Konzentrationen von DXM unter der jeweiligen Nachweisgrenze. Im Serum lagen 47 von 72 (65,3%) der Konzentrationen von DXM unter der Nachweisegrenze. Auffallend war, dass alle Pferde mit 7x täglicher Applikation von DXM mindestens 1x eine Konzentration von DXM im Serum besaßen, die oberhalb der Nachweisegrenze lag, so dass alle Pferde mit 7x täglicher Applikation von DXM eine messbare und somit dopingrelevante Konzentration von DXM im Blut besaßen. Bei den Pferden mit 3x täglicher Applikation trifft diese Aussage nur für ein Pferd zu.   Abschließend ist für die hier vorliegenden Untersuchungen festzustellen, dass nur für den optimalen Einsatz von DXM an der Iris die 7x tägliche der 3x täglichen Applikation von DXM vorzuziehen ist, weil dadurch eine längere Wirkungsdauer von DXM in der Iris sichergestellt wird. Abzuwägen bleibt, ob diese Maßnahme auch praktikabel und notwendig ist.  

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Reichenbecker, Frank: Untersuchungen zur Pharmakokinetik von Dexamethason am Auge des Pferdes. Hannover 2002. Tierärztliche Hochschule.

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