Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Einfluss einer Supplementierung mit ß-Karotin in Form einer Injektionslösung (Carofertin) auf die Eutergesundheit von Milchkühen und die Kälbergesundheit

Conrads, Alexandra

It was the aim of this study to investigate the effect of intramuscular (im) injections of ß-carotin (Carofertin®) on serum concentration of ß-carotin, udder health and health of calves. In the first study, the pattern of serum concentration of ß-carotin following one injection of  20 ml Carofertin® (200 mg ß-carotin) 3 to 4 weeks before parturition (a.p.) was determined in 10 cows. Ten control animals received 0.9 % NaCl-solution. Blood samples were collected daily during the first two weeks and then every other day until parturition. In a long-term study, 100 cows received 20 ml Carofertin® (200 mg ß-carotin) 3 to 4 weeks a.p., 1 to 2 weeks after parturition (p.p.) and 6 to 8 weeks p.p.. Control cows (n=101) were injected with 0.9 % NaCl-solution. Serum concentration of ß-carotin was determined 3 to 4 weeks a.p. and 1 to 2 p.p. as well as at the time of insemination. The observation period lasted from the time of first injection a.p. until the end of the following lactation. Udder health and milk production were evaluated using data from the milk quality control, clinical mastitis documentation and cytobacteriological results. Quality of colostrum was determined semiquantitatively and indirectly using a densimeter. Furthermore, concentration of ß-carotin was measured in 40 colostrum samples (20 samples from the experimental group, 20 samples from the control group). Health status of the calves was evaluated by weekly clinical examinations during the first 6 weeks of life. On the second day of life, blood samples were collected for the determination of total serum protein content and activity of gamma-glutamyl-transferase (gammaGT). The following results were obtained: 1.         Following one injection of Carofertin®, a statistically significant increase in serum concentration of ß-carotin was observed in the experimental group as opposed to the control group (P<0.05). However, at no time point, mean concentration of ß-carotin differed between the ß-carotin group and the control group (P>0.05). 2.         In the long-term study, mean concentration of ß-carotin did not differ between the Carofertin® group and the control group at the three time points. In both groups, ß-carotin concentration decreased statistically significantly from late pregnancy until the postpartal period (P<0.05). 3.         Udder health was not influenced by injections of Carofertin®. Distribution of cows with clinical mastitis, mastitis cases or udder quarters with clinical mastitis did not differ between the experimental and the control group. Furthermore, somatic cell count and the culture results as well as milk production parameters were not influenced by administration of Carofertin® (P>0.05). 4.         Health status of calves was evaluated by clinical examination considering the following parameters: general health, body temperature, occurrence of diseases of the respiratory tract, navel, digestive tract, other diseases and treatments. With exception of the parameter “general health” there were no group differences. Calves from dams of the experimental group had statistically significantly more often disturbances of the general health (10.4 %) than calves from cows of the control group (2.9 %; P>0.05). 5.         Quality of colostrum determined semiquantitatively did not differ between groups. Furthermore, there were no group differences with regard to the concentration of ß-carotin in colostrum (P>0.05). 6.         Total serum protein content and activity of γGT in serum did not differ between calves from the experimental and control group, respectively (P>0.05). 7.         The time point and amount of colostrum intake based on total serum protein content and activity of gammaGT as well as quality of colostrum had an influence on health status of calves. 8.         Conclusion: A supplementation with Carofertin® did not affect udder health, milking performance or health status of calves. Furthermore, the serum concentrations of ß-carotin as a marker for the supply with ß-carotin seemed to be minor importance for those parameters.   

In der vorliegenden Arbeit sollte geprüft werden, ob die intramuskuläre Injektion eines ß-Karotinpräparates (Carofertin®) die ß-Karotinserumkonzentrationen, die Eutergesundheit und die Kälbergesundheit beeinflusst. Dazu wurde in einem Bestand eine Studie über den Verlauf der ß-Karotinkonzentrationen von 10 Versuchstieren, die 3-4 Wochen a.p. 20 ml Carofertin® (200 mg ß-Karotin) injiziert bekamen, und 10 Kontrolltieren, die 20 ml 0,9 %ige-NaCl-Injektionen erhielten, durchgeführt. Die Blutprobenentnahmen erfolgten in den ersten 14 Tagen nach der Injektion täglich und darauffolgend alle 2 Tage. In einer Langzeitstudie wurde 3-4 Wochen a.p., 1-2 Wochen p.p. und 6-8 Wochen p.p. 20 ml Carofertin® (100 Kühe) bzw. 20 ml 0,9 %ige-NaCl-Lösung (101 Kühe) intramuskulär appliziert. Die Blutprobenentnahmen zur Bestimmung der ß-Karotinserumkonzentrationen wurden 3-4 Wochen a.p., 1-2 Wochen p.p. und zum Zeitpunkt der Besamung gewonnen. Der Beobachtungszeitraum erstreckte sich vom Zeitpunkt der 1. Injektion bis zum Ende der folgenden Laktation. Zur Beurteilung der Eutergesundheit und Milchleistung wurden die MLP-Daten des Betriebes ausgewertet, die behandelten Mastitiden dokumentiert und zytobakteriologische Befunde erhoben. Die Kolostrumqualität der Versuchstiere wurde semiquantitativ mittels Kolostrummeter erfasst. Von 40 Kolostrumproben (20 Proben der Versuchsgruppe, 20 der Kontrollgruppe) wurde der ß-Karotingehalt bestimmt. Zur Erfassung der Kälbergesundheit wurden die Kälber über einen Zeitraum von 6 Wochen einmal wöchentlich klinisch beurteilt. Am 2. Lebenstag wurde eine Blutprobe zur Bestimmung des Gesamtproteingehaltes und der gamma-Glutamyl-Transferase- (gammaGT-) Aktivität entnommen. Die Untersuchungen erbrachten folgende Resultate: 1.         Bei der Verlaufsstudie stiegen die ß-Karotinserumkonzentrationen nach der Injektion von Carofertin® signifikant an (P<0,05). Die Injektion von NaCl-Lösung führte wie erwartet zu keinem Anstieg der ß-Karotinkonzentrationen (P>0,05). Die ß-Karotin-serumkonzentrationen der Versuchsgruppe unterschieden sich jedoch an keinem der Versuchstage signifikant von denen der Kontrollgruppe. Die Gesamtheit der ß-Karotinserumkonzentrationen der Versuchsgruppe war signifikant höher als die der Kontrollgruppe (P<0,05). 2.         Die ß-Karotinserumkonzentrationen der Versuchsgruppe bei der Langzeitstudie unterschieden sich zu keinem Zeitpunkt signifikant von denen der Kontrollgruppe. In beiden Gruppen wurde ein deutlicher Abfall der ß-Karotinkonzentrationen von der Hochträchtigkeit zur postpartalen Periode festgestellt (P<0,05). 3.         Die Eutergesundheit der Kühe der Langzeitstudie wurde durch die Injektion von Carofertin® nicht beeinflusst. Weder die Anzahl der Kühe mit Mastitis, noch die Anzahl der Fälle klinischer Mastitiden und die Anzahl der Euterviertel mit Mastitis unterschieden sich zwischen der Versuchs- und Kontrollgruppe signifikant. Auch der Zellgehalt und die zytobakteriologischen Ergebnisse zeigten keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Milchleistung konnte ebenfalls nicht durch die Injektion von Carofertin® erhöht werden (P>0,05). 4.         Die Kälbergesundheit wurde durch klinische Untersuchungen der Parameter Allgemeinbefinden, Körpertemperatur, Veränderungen am Respirationstrakt, am Nabel, am Digestionstrakt, Auftreten sonstiger Krankheiten und Behandlungen erfasst. Außer im Parameter Allgemeinbefinden unterschieden sich die Gruppen nicht signifikant. In der Versuchsgruppe zeigten mit 10,4 % der Kälber signifikant mehr Kälber ein gestörtes Allgemeinbefinden als mit 2,9 % der Kälber der Kontrollgruppe (P>0,05). 5.         Die semiquantitativ bestimmte Kolostrumqualität ließ keine Unterschiede zwischen der Versuchs- und der Kontrollgruppe erkennen. Auch die Bestimmung der ß-Karotin-konzentrationen im Kolostrum ergab keine signifikanten Gruppenunterschiede (P>0,05). 6.         Die Gesamteiweißgehalte und die gammaGT-Aktivitäten im Serum der Kälber unterschieden sich nicht zwischen der Versuchsgruppe und der Kontrollgruppe (P>0,05). 7.         Der Zeitpunkt und die Menge aufgenommenen Kolostrums sowie die Kolostrumqualität hatten einen Einfluss auf die Kälbergesundheit. 8.         Schlussfolgerung: Eine Supplementierung mit Carofertin® hatte keinen Einfluss auf die Euter- und Kälbergesundheit. Weiterhin war der Status der ß-Karotinversorgung für diese Parameter von untergeordneter Bedeutung.

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Conrads, Alexandra: Einfluss einer Supplementierung mit ß-Karotin in Form einer Injektionslösung (Carofertin) auf die Eutergesundheit von Milchkühen und die Kälbergesundheit. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

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