Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Epidemiologie und Genetik der Chronischen Mitralklappeninsuffizienz beim Cavalier King Charles Spaniel in Deutschland

Hagel, Tobias Christian

Chronic mitral valve disease of the Cavalier King Charles spaniel is defined as a closing defect of the left atrioventricular valve. With every heart beat fractional regurgitation in the left atrium takes place. As a consequence not only mechanical damage of the heart wall happens, but also reduced volume for blood circulation is available. Compensatory mechanisms result in hypertrophy of the heart. Clinical symptoms may be summarized under the name of congestive heart failure. Beside the common symptoms of fitness depression, in severe cases rupture of chordae tendineae or heart wall result in sudden death by heart failure. In this study a new software program for cardiological data acquisition has been developed, echocardiographic reference values for Cavalier King Charles spaniels were presented, epidemiological studies on basis of auscultatory and echocardiographic findings were described and genetic analysis on the inheritance of chronic mitral valve disease was revealed.   A potential software program named ANUBIS was developed on basis of a Microsoft Access 97 application in order to manage cardiological data.   By means of cardiac examinations echocardiographic reference values in Cavalier King Charles spaniels were presented. Body weight has been detected as the most important predictor for these values.   Retrospective studies on auscultatory findings on chronic mitral valve disease in Cavalier King Charles spaniels revealed a prevalence of 11.4%. Heart murmur was age and sex-dependent.   Separate auscultatory findings led to a prevalence of 44.95% in Cavalier King Charles spaniels. In addition to age- and sex-dependance, thorax circumference correlated negatively with heart murmur.   With reference to a pilot study heart murmur, mitral regurgitation and mitral valve prolapse occurred frequently in breeding stock of Cavalier King Charles spaniels. These symptoms correlated inbetween and with certain echocardiographic parameters.   In family investigations mitral valve prolapse occurred in different frequencies. Simple mendelian models of inheritance were assumed to be unlikely for mitral valve prolapse.   Estimated heritabilities for echocardiographic parameters, heart murmur, mitral regurgitation and mitral valve prolapse ranged from h² = 0.2 to h² = 0.5. High additive genetic correlations were obtained between heart murmur, mitral regurgitation and mitral valve prolapse. In complex segregation analysis it was not possible to differentiate between genetic and environmental effects on heart murmur. Suspected heredity concerning mitral regurgitation and mitral valve prolapse was confirm.

Die Chronische Mitralklappeninsuffizienz des Cavalier King Charles Spaniels bezeichnet einen Schlussdefekt der linken Atrioventrikularklappe. In jeder Herzaktion kommt es hierdurch zu einem fraktionierten Rückfluß von Blut in das linke Atrium. Als Folge treten einerseits mechanische Schäden an der Herzwand auf, weitreichendere Konsequenzen hat der Volumenmangel im Blutkreislauf. Die resultierenden Kompensationsmechanismen bewirken eine Herzhypertrophie. Die klinische Symptomatik wird unter dem Begriff der kongestiven Linksherzinsuffizienz zusammengefasst. Bei zunehmender allgemeiner Leistungsdepression kann es in fortgeschrittenen Stadien durch Ruptur von Sehnenfäden und Herzwand zum plötzlichen Herzversagen kommen.   In dieser Arbeit wurden neue Methoden für die Datenverarbeitung kardiologischer Befunde entwickelt, echokardiographische Referenzwerte für den Cavalier King Charles Spaniel beschrieben, epidemiologische Studien auf auskultatorischer und echokardiographischer Basis erhoben und genetische Analysen zum Erbgang der Chronischen Mitralklappeninsuffizienz durchgeführt.   Mit dem Datenverarbeitungsprogramm ANUBIS konnte auf der Basis einer Microsoft Access 97 Applikation ein leistungsfähiges Programm für die Verwaltung kardiologischer Befunddaten entwickelt werden.   Durch kardiologische Untersuchungen stehen erstmals beschriebene Referenzwerte für echokardiographische Parameter des Cavalier King Charles Spaniels zur Verfügung. Als wesentlicher Einflussfaktor konnte das Körpergewicht der Patienten herausgestellt werden.   Retrospektive Studien an auskultatorischen Befunddaten belegten für die Chronische Mitralklappeninsuffizienz beim Cavalier King Charles Spaniel in Deutschland eine Prävalenz von 11,4%. Die Ausprägung des Herzgeräusches war alters- und geschlechtsabhängig.   Eigene Auskultationen ergaben für die untersuchten Cavalier King Charles Spaniel eine Prävalenz von 44,95%. Zusätzlich zu einer Alters- und Geschlechtsabhängigkeit korrelierte der Brustumfang negativ mit dem Herzgeräuschgrad.   Herzgeräusch, Mitralregurgitation und Mitralklappenprolaps traten unter den Zuchttieren einer Pilotstudie des Cavalier King Charles Spaniels gehäuft auf. Sie waren unterschiedlich stark untereinander und mit weiteren echokardiographischen Parametern vergesellschaftet.   Für den Mitralklappenprolaps (MVP) konnte ein familiär unterschiedlich häufiges Vorkommen beschrieben werden. Mit Verfahren der Erbgangsanalyse wurden einfach mendelnde Erbgänge weitgehend als Ursache des MVP ausgeschlossen.   Die geschätzten Heritabilitäten für echokardiographische Linksherzparameter sowie die Leitsymptome Herzgeräusch, Mitralregurgitation und Mitralklappenprolaps bewegten sich vorwiegend in der Größe von h² = 0,2 bis h² = 0,5. Hohe additiv-genetische Korrelationen bestanden zwischen Herzgeräusch, Mitralregurgitation und Mitralklappenprolaps. Für das Merkmal Herzgeräusch war es in komplexen Segregationsanalysen nicht möglich zwischen umweltbedingten und genetischen Hypothesen zu differenzieren. Die bisher vermutete Erblichkeit der Mitralregurgitation und des Mitralklappenprolaps konnte nachgewiesen werden.  

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Hagel, Tobias Christian: Epidemiologie und Genetik der Chronischen Mitralklappeninsuffizienz beim Cavalier King Charles Spaniel in Deutschland. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

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