Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Kurz- und langfristige Effekte der Fütterung von Trockenschnitzelexpandat auf die metabolischen Reaktionen und die Leistungsfähigkeit beim arbeitenden Pferd

Möhrer, Judith

This study investigated the effect of partial replacement of a pelleted concentrate with molassed sugar beet pulp on metabolic parameters and performance in exercising horses.   Six Standardbred horses entered the study in a balanced 3 x 3 crossover design. The horses in group A (n = 3) were fed a pelleted concentrate during the first experimental period, and the horses in group B (n = 3) received an isoenergetic meal designed to replace 65 % of the concentrate´s digestible energy (MJ DE) with molassed sugar beet pulp. In the second experimental period, feeding regimes were crossed over. Both experimental periods consisted of eight long-term and eight interval exercise sessions performed every other day on a high speed treadmill. At the beginning and at the end of each experimental period, a standardized exercise test was performed and evaluated.   Throughout the study, the following parameters were measured at timed intervals: body weight, rectal body temperature, sweat loss, heart rate, total plasma protein, insulin, glucose, lactate, free fatty acids, sodium, potassium and chloride.   Mean body weight of all horses increased from 406 ± 41 kg at the beginning of the study to 421 ± 56 kg at the end of the experiment (p < 0.05). No significant difference in body weight  between the two diets was seen.   There were no significant differences in rectal body temperature between group A and group B. Exercise resulted in an increase from 37.6 ± 0.2 °C up to 41.4 ± 0.3 °C (p < 0.05).   Sweat losses occuring during the training sessions and standardized exercise tests reached maximal concentrations of  2 % of the total body weight (no significant difference between the diets).   Heart rate sharply increased from 117 ± 9 beats per minute to 204 ± 5 beats per minute during the standardized exercise tests. In response to the long-term exercise sessions, mean heart rate raised slightly to 136 ± 8 beats per minute. The interval exercise sessions caused peak heart rates of approximately 208 beats per minute during the gallop periods and a decrease during the walking phases (below 100 beats per minute). The different diets did not affect the heart rate.   While a 7.2 % rise of total plasma protein was detected during the standardized exercise tests, the concentrations during the long-term exercise sessions changed just moderately. The gallop phases of the interval exercise sessions increased plasma protein concentrations, and a decrease was noticed during the walking periods. The increase of total plasma protein was significant, but did not vary between the diets.   Plasma insulin did not differ between the diets either. Concentrations decreased during the standardized exercise tests and the interval training sessions (p < 0.05), but did not change during the long-term exercise sessions (n.s.).   Plasma glucose concentrations increased during exercise (p < 0.05). Compared to the values at rest, glucose concentrations were doubled during the standardized exercise tests and the interval training sessions. Long-term exercise sessions only moderately increased plasma glucose. The two different diets did not affect the plasma glucose levels.   Blood lactate did not change either with the different diets (n.s.). The exercise induced increase (p < 0.05) was higher during the standardized exercise tests and the gallop phases of the interval exercise sessions compared to the long-term training sessions.   According to this study the rise of the free fatty acids depended on type of exercise. Concentrations increased from about 100 µmol/l to 150-250 µmol/l during the standardized exercise tests and the interval training sessions, whereas long-term exercise sessions forced peak free fatty acid concentrations of 640 µmol/l and above (p < 0.05). The difference between the two diet-groups was not significant.   Blood sodium and potassium levels peaked during the standardized exercise tests and remained constant at that level during the long-term training sessions. The blood parameters increased during the gallop periods of the interval exercise sessions but returned to pre-exercise concentrations during the walking phases. Blood chloride concentrations decreased during both the standardized exercise tests and the two types of exercises. Dietary effects were not observed.   In conclusion, no detrimental effects on metabolic parameters and performance in exercising horses fed with molassed sugar beet pulp were found. The speculated positive effects on the horse´s hydration status could not be confirmed.

In dieser Studie sollte der Einsatz von melassiertem Trockenschnitzelexpandat als Futtermittel im isoenergetischen Austausch zu einem kommerziellen Mischfutter bei Sportpferden untersucht werden. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die metabolischen Reaktionen und die Leistungsfähigkeit beim arbeitenden Pferd vergleichend zu überprüfen.   Sechs Traber wurden nach einem standardisierten Protokoll auf dem Laufband belastet. Das Training setzte sich aus zwei im Kreuzdesign angeordneten Trainingsperioden zusammen. Gruppe A (n = 3) begann mit der Kraftfutter-, Gruppe B (n = 3) mit der Trockenschnitzelration. In der Trockenschnitzelgruppe wurde 65 % der verdaulichen Energie (MJ DE), die aus dem Kraftfutter stammt, durch Trockenschnitzelexpandat ersetzt. Nach der ersten Trainingsperiode wechselten die Pferde auf das jeweils andere Fütterungsregime. Eine Trainingsperiode bestand aus jeweils acht Dauer- und Intervallbelastungen, die von den Pferden jeden zweiten Tag im Wechsel absolviert werden mussten. Zu Beginn und am Ende jeder Trainingsperiode wurde ein Stufentest zur Erfassung des Leistungspotenzials durchgeführt.   Die während der Stufentests und Trainingsbelastungen ermittelten Parameter waren Körpergewicht, Körperinnentemperatur, Schweißverlust, Herzfrequenz, Gesamteiweiß, Insulin, Glukose, Laktat, freie Fettsäuren, Natrium, Kalium und Chlorid.   Das mittlere Körpergewicht der Pferde betrug zu Versuchsbeginn 406 ± 41 kg und nach der etwa elfwöchigen Gesamttrainingszeit 421 ± 56 kg (Behandlung n.s).   Die Körperinnentemperatur der sechs Versuchstiere lag in Ruhe bei durchschnittlich 37,6 ± 0,2 °C. Sie stieg belastungsbedingt auf bis zu 41,4 ± 0,3 °C an (p < 0,05; Behandlung n.s.).   Die Schweißverluste der Pferde im Verlauf der Stufentests lagen bei 1,8 % des Körpergewichts, die Trainingsbelastungen führten zu Schweißverlusten von 0,9 % (Intervallbelastung) und 1,5 % (Dauerbelastung) des Körpergewichts (Behandlung n.s.).   Während der drei Stufentests stieg die Herzfrequenz der Traber von 117 ± 9 Schlägen pro Minute auf 204 ± 5 Schläge pro Minute an. Der Anstieg der Herzfrequenz während der Dauerbelastungen gestaltete sich moderater, die Pferde erreichten hier Werte von 136 ± 8 Schlägen pro Minute. Bei den Intervallbelastungen stieg die Herzfrequenz in den Galoppphasen auf maximal 208 Schläge pro Minute an und fiel in den Schrittphasen auf unter 100 Schläge pro Minute ab. Behandlungsbedingte Effekte konnten nicht nachgewiesen werden.   Insgesamt konnte während der Stufentests ein Anstieg der Gesamteiweißkonzentration im Plasma um 7,2 % festgestellt werden Die Dauerbelastungen führten bei beiden Gruppen nur zu moderaten Veränderungen des Gesamteiweißgehaltes im Plasma. Die Konzentration des Gesamteiweißes stieg während der Galoppphasen der Intervallbelastung an und fiel in den Schrittphasen wieder ab (p < 0,05; Behandlung n.s.).   Die Insulinkonzentrationen im Plasma sanken während der Stufentests und Intervallbelastungen ab (p < 0,05), wohingegen sie während der Dauerbelastung konstant blieben (n.s.). Fütterungsbedingte Unterschiede wurden nicht festgestellt.   Generell stiegen die Glukosekonzentrationen bei allen drei Belastungsformen an (p < 0,05). Der Anstieg war bei den Stufentests und Intervallbelastungen mit Werten um das Doppelte des Ruhewertes deutlich, die Dauerbelastung führte nur zu einem moderaten Anstieg der Glukosewerte. Behandlungsbedingte Effekte wurden nicht mit p < 0,05 abgesichert.   Die Laktatwerte stiegen im Allgemeinen während der Belastung an (p < 0,05). Dabei kam es bei den Stufentests und den Galoppphasen der Intervallbelastung zu deutlicheren Erhöhungen der Werte, als während der drei Dauerbelastungen. Unterschiede zwischen den Diäten konnten nicht verifiziert werden.   Die Werte der freien Fettsäuren erhöhten sich in Abhängigkeit der Belastungsart. Bei Stufentest und Intervallbelastung stiegen sie von Ruhewerten um 100 µmol/l auf etwa 150-250 µmol/l, die Dauerbelastungen erbrachte Konzentrationen von über 640 µmol/l im Plasma (p < 0,05; Behandlung n.s.).   Die Natrium- und Kaliumkonzentrationen im Vollblut stiegen im Verlauf der Stufentests an, wohingegen sie sich bei den drei Dauerbelastungen konstant darstellten. Die in den Galoppphasen der Intervallbelastungen angestiegenen Werte fielen während der Schrittphasen wieder auf das Ursprungsniveau ab. Die Chloridkonzentrationen im Plasma sanken sowohl bei den Trainingsbelastungen, als auch bei den Stufentests belastungsbedingt ab. Behandlungsbedingte Unterschiede lagen nicht vor.   Die Verfütterung von Trockenschnitzelexpandat an noch wachsende, arbeitende Pferde wies keine nachteiligen Effekte auf den Energiestoffwechsel auf, allerdings konnten auch die spekulierten positiven Auswirkungen auf den Wasserhaushalt nicht deutlich abgesichert werden.

Zitieren

Zitierform:

Möhrer, Judith: Kurz- und langfristige Effekte der Fütterung von Trockenschnitzelexpandat auf die metabolischen Reaktionen und die Leistungsfähigkeit beim arbeitenden Pferd. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export