Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Populationsgenetische Untersuchung zum Auftreten von Mauke bei den deutschen Kaltblutpferderassen

Wallraf, Alexandra

The objective of the present study was to examine the involvement of a genetic component in the occurrence of pastern dermatitis in different german draught horse breeds. In the context of this study 917 draught horses of different breeds were examined. Following draught horse breeds were considered: South German Coldblood, Black Forest Coldblood, Schleswig Coldblood, Rheinish-Westphalia Draught Horse and East German Draught Horse and as well as some animals of foreign breeds (Swedish Ardenner Horse, US-Belgian Draught, Belgian Draught). All horses were examined with regard to for the illness pastern dermatitis and the individual management conditions were documented. Further more skin thickness and roaring leg measurements were registrated in the animals. Due to the breed distributions only 912 animals could be included in the analysis. Genetic parameters for pastern dermatitis were estimated all by using linear animal models. Within this study could be demonstrated, that 66.57% of the 912 examined draught horses fall ill with pastern dermatitis. Exspecially the Rheinish-Westphalia Draught Horse (96.1%), the Schleswig Coldblood (86.0%) and the Saxon-Turinga Coldblood (84.3%) were significant affected with pastern dermatitis. The Black Forest Coldblood fell ill with pastern dermatitis with a frequency of only 47.5%. Regarding the sex distribution, the stallions (78%) and the geldings (88%) were concerned with pastern dermatitis more often than the mares (63%). The most frequent occurring in kind of pastern dermatitis were the Dermatitis crustosa and Dermatitis hyperceratotica-hyperplastica. The Dermatitis crustosa was diagnosed in 481 animals, the Dermatitis hyperceratotica-hyperplastica in 382 animals of alltogether 912 draught horses. It could further be stated, that at the age of 2.5 to 6 years 60.7% of the animals, in the age of 7 to 12 years 65.9% at the animals and starting from the 13th year of life even 80.8% of the animals turned out pastern dermatitis. Taking management factors into account, the study revealed that bad and insanitary conditions caused a higher frequency in pastern dermatitis. However optimal conditions provide no warranty for the horse to be free of pastern dermatitis. In accordance other studies it could be demonstrated, that pastern dermatitis can be mitigated, but not healed by good management. Different estimated heritabilities for each breed, were estimated in the context of these investigations by uni-, bi- and multivariate models. The following estimated heritabilities were estimated in the univariate analysis for the incidence of pastern dermatitis: h2 = 0.135 ± 0.068 in South German Coldblood h2 = 0.289 ± 0.236 in Black Forest Coldblood h2 = 0.815 ± 0.235 in Schleswig Coldblood h2 = 1 in Rheinish-Westphalia Draught Horse h2 = 0.189 ± 0.148 in East German Draught Horse The following estimated heritabilities were estimated in the univariate analysis for the for pastern dermatitis per limb: h2 = 0.171 ± 0.070 in South German Coldblood h2 = 0.118 ± 0.123 in Black Forest Coldblood h2 = 0.468 ± 0.257 in Schleswig Coldblood h2 = 0.505 ± 0.324 in Rheinish-Westphalia Draught Horse h2 = 0.394 ± 0.146 in East German Draught Horse The simultaneous analysis of all cold blood breeds resulted an estimated heritability of h2 = 0.211 ± 0.056 for the prevalence of pastern dermatitis and an estimated heritability of pastern dermatitis per limb of h2 = 0.235 ± 0.054 in the univariate model. The gene portions of the Belgian Draught and Jutland Horse showed a significant relationship with a more frequent occurrence of pastern dermatitis. In conclusion, the results of this study, that the pastern dermatitis is multifactorial and the genetic component exhibits a significant portion. The estimated heritability gives a first reference point for breeding measurements. However, some races exhibit the problem, that a strict selection which leads to less pastern dermatitis causes an increase in in-breeding, because of their small population sizes.

Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, ob eine genetische Komponente am Auftreten von Mauke bei den in Deutschland vertretenen Kaltblutpferderassen beteiligt ist. Zu diesem Zweck wurden im Rahmen der Studie 917 Kaltblutpferde untersucht. Folgende Kaltblutrassen wurden berücksichtigt: Süddeutsches -, Schwarzwälder -, Schleswiger -, Rheinisch-Deutsches - und Ostdeutsches Kaltblut, zusätzlich einige Tiere ausländischer Rassen (Schweden Ardenner, US-Belgier, Belgisches Kaltblut). Alle Pferde wurden klinisch auf Mauke untersucht und die individuellen Haltungs- und Managementbedingungen auf den Betrieben wurden dokumentiert. Weiterhin wurden die Hautdicke am Hals und der Röhrbeinumfang an den Tieren gemessen. Aufgrund der Rasseverteilungen konnten in die Analysen nur 912 Tiere einbezogen werden. Mit Hilfe von linearen Tiermodellen sollten genetische Parameter für die Erkrankung Mauke geschätzt werden. Es konnte festgestellt werden, dass 66,57% der 912 untersuchten Kaltblutpferde Mauke zeigten, v.a. die Rheinisch-Deutschen Kaltblutpferde (96,1%), die Schleswiger Kaltblutpferde (86,0%) und die Sächsisch-Thüringischen Kaltblutpferde (84,3%) waren signifikant häufiger von Mauke betroffen, als die anderen untersuchten Kaltblutpferderassen. Die Schwarzwälder Kaltblutpferde waren am geringsten mit einer Prävalenz von nur 47,5% an Mauke erkrankt. Bezogen auf das Geschlecht waren vor allem die Hengste (78%) und Wallache (88%) von Mauke betroffen. Die am häufigsten vorkommenden Maukeformen waren die Dermatitis crustosa und die Dermatitis hyperceratotica-hyperplastica. Die Dermatitis crustosa konnte an 481 Tieren, die Dermatitis hyperceratotica-hyperplastica an 382 Tieren von insgesamt 912 Kaltblutpferden diagnostiziert werden. Es konnte weiterhin festgestellt werden, dass im Alter von 2,5 bis 6 Jahren 60,7% der Tiere, im Alter von 7 bis 12 Jahren 65,9% der Tiere und ab dem 13. Lebensjahr sogar 80,8% der Tiere Maukeveränderungen zeigten. Im Zusammenhang mit den Haltungs- und Managementfaktoren konnte im Rahmen dieser Studie festgestellt werden, dass bei schlechten und unhygienischen Haltungsbedingungen die Häufigkeit von Mauke ansteigt. Die Heritabilitäten in uni-, bi- und multivariaten Modellen für die einzelnen Rassen waren unterschiedlich hoch. Folgende Heritabilitäten konnten in der univariaten Analyse für die Prävalenz von Mauke geschätzt werden: h2 = 0,135 ± 0,068 für das Süddeutsche Kaltblut h2 = 0,289 ± 0,236 für das Schwarzwälder Kaltblut h2 = 0,815 ± 0,235 für das Schleswiger Kaltblut h2 = 1 für das Rheinisch-Deutsche Kaltblut h2 = 0,189 ± 0,148 für das Ostdeutsche Kaltblut Folgende Heritabilitäten konnten in einer univariaten Analyse für das Merkmal Mauke pro Gliedmaße geschätzt werden: h2 = 0,171 ± 0,070 für das Süddeutsche Kaltblut h2 = 0,118 ± 0,123 für das Schwarzwälder Kaltblut h2 = 0,468 ± 0,257 für das Schleswiger Kaltblut h2 = 0,505 ± 0,324 für das Rheinisch-Deutsche Kaltblut h2 = 0,394 ± 0,146 für das Ostdeutsche Kaltblut In der simultanen Analyse aller Kaltblutrassen konnte im univariaten Modell eine Heritabilität von h2 = 0,211 ± 0,056 für die Prävalenz von Mauke und für Mauke pro Gliedmaße von h2 = 0,235 ± 0,054 geschätzt werden. Die Genanteile vom Belgischen Kaltblut und vom Jütländer Kaltblut standen in signifikanter Beziehung zu einem häufigeren Vorkommen von Mauke. Die Ergebnisse dieser vorliegenden Untersuchung zeigen, dass Mauke von multifaktoriellen Ursachen beeinflusst wird, und dass die genetische Komponente daran einen signifikanten Anteil hat. Die geschätzten Heritabilitäten geben einen ersten Anhaltspunkt für züchterische Maßnahmen. Bei einigen Rassen ergibt sich allerdings das Problem, dass eine strenge Selektion auf maukefreie Tiere zu einer Inzuchtzunahme führen kann, da die Populationsgrößen gering sind.

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Wallraf, Alexandra: Populationsgenetische Untersuchung zum Auftreten von Mauke bei den deutschen Kaltblutpferderassen. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

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