Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Rasterelektronenmikroskopische Tendopathiediagnostik beim Pferd

Buck, Carsten

Core biopsies (n=52) of 12 flexor tendons from 12 healthy horses and of 40 flexor tendons from 22 patients at different stages of tendopathia (tendonitis) were studied. The material was taken in vivo with an automatic biopsy device and a 20 G (0,9 mm) needle. The harvested tissue (length 1,6 cm ) was examined by scanning electron microscopy (SEM) at a magnification of 1:5000. The fibrillar architecture of each biopsy was evaluated by a double score system that represented the fibrillar organisation and fibrillar diameter (texture-value and diameter-value). The healthy tendons had an average texture-value of 1,3; the tendopathia group had a significantly deviating mean diameter value of 2,62. Tendons with completed maturing phase (>120 d), still having symptoms of tendopathia (Group 3, n=18), had a significantly deviating texture-value and diameter-value compared with tendons with completed maturing-phase but without symptoms of tendopathia (Group 4, n=7). Further, there was a significant difference between the texture-value of healthy tendons (n=12) and matured tendons without symptoms of tendopathia (n=7). According to the results of clinical and sonographic pre-examination, the typical fibrillar organisation in the different stages of healing could be shown in the biopsy tissue. Thus, a tendon lesion could be pathologically classified by the microstructure in vivo. In future, the SEM examination of tendon biopsy could become an important addition to current diagnostic methods, especially in ambiguous sonographic cases.

Es wurden 12 Feinnadelbiopsien aus dem Beugesehnenbereich von 12 sehnengesunden Pferden und 40 Feinnadelbiopsien aus dem Beugesehnenbereich von 22 Patienten mit erkrankten Sehnenstrukturen unterschiedlicher Heilungsstadien untersucht. Mittels eines federgespannten Feinnadel-Biopsiegerätes wurden bei den Patienten in vivo Bioptate von 0,9 mm Stärke und 1,6 cm Länge gewonnen und rasterelektronenmikroskopisch bei einer Vergrößerung von 1:5000 ausgewertet. An den Sehnen erfolgte vorher eine eingehende klinische und sonographische Untersuchung und die Befunde wurden den rasterelektronenmikroskopischen Befunden gegenübergestellt. Die Beurteilung der Architektur der Kollagen- fibrillen erfolgte für jedes Bioptat mit Scorewerten, die die fibrilläre Anordnung und die Fibrillenstärke repräsentierten (Texturzahl und Stärkezahl ). Die Textur und Stärke der erkrankten Sehnen (Texturzahl x =2,62 / Stärkezahl x =3,7) unterschied sich rasterelektronenmikroskopisch signifikant von der Textur und Stärke der gesunden Sehnen (Texturzahl x =1,33 / Stärkezahl x =2,1) Sehnenschäden, die älter als 120 Tage waren (nach Abschluss der Reifungsphase, n=18) und Symptome einer Tendopathie aufwiesen, unterschieden sich von klinisch ausgeheilten Sehnen ohne Symptome einer Tendopathie (n=7) in ihrer Fibrillentextur und in ihrer Fibrillenstärke signifikant. Weiterhin zeigten Bioptate aus gesunden Sehnen (n=12) einen signifikanten Unterschied in ihrer Textur im Vergleich zu Sehnenschäden, die älter als 120 Tage waren und keine klinischen Symptome einer Tendopathie mehr aufwiesen (Gruppe 4, n=7). Das heißt, für das Reitpferd liegt ein funktionell ausreichendes Remodelling kollagenen Narbengewebes vor, auch wenn in der Phase der fortgeschrittenen Sehnenheilung mikrostrukturell noch nicht das Bild des gesunden Sehnengewebes nachgewiesen wird. Übereinstimmend mit den Befunden der klinischen und sonographischen Voruntersuchung konnte in den Bioptaten eine für das Heilungsstadium typische Fibrillenanordnung dargestellt werden. Die REM-Untersuchung von Feinnadel- bioptaten aus den Beugesehnen könnte in Zukunft, vor allem bei fraglichen sonographischen Befunden, eine wertvolle Ergänzung zur herkömmlichen Diagnostik darstellen.

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Buck, Carsten: Rasterelektronenmikroskopische Tendopathiediagnostik beim Pferd. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

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