Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Polymorphismen der equinen CRISP Gene und ihre Beziehung zur Fruchtbarkeit von Hengsten

Jude, Rony M. V.

The prediction of the fertilisation capabilities of ejaculates is a major concern in reproduction medicine. The individual stallion fertility can be roughly estimated by classic motility- and morphology judgements. The quantity of specific seminalplasma proteins is also connected to fertility. The equine CRISP proteins AEG1, TPX1 and AEG2 are probably involved in cell to cell interactions of spermatocytes as well as in sperm maturation during the process of fertilisation.  Therefore the CRISP genes can be deemed to be promising candidate genes of stallion fertility. In this thesis, the CRISP genes were examined for polymorphisms and their relation to fertility rates. For this purpose a mutation analysis on 16 stallions of different breeds was conducted by amplifying and analysing the exons of every CRISP gene including flanking regions. Within the subsequent association study on 71 Hanoverian stallions only those SNPs were selected that caused an amino acid exchange in the respective protein. A potentially relevant SNP within the equine AEG1 gene could not statistically be evaluated because of extreme distribution of alleles. As a result no proper statement on possible influence of the above mentioned on fertility can made. A SNP inducing a amino acid exchange was also identified within the equine TPX1 gene. No correlation between this SNP and fertility could be noticed. For the association study of the equine AEG2 gene three SNPs giving rise to three different amino acid substitution, were chosen. The combination of the three AEG2 genotypes exhibited a significant relationship (p = 0.039) to fertility. The correlation is caused only by the paternal effect but not the maternal effect. Due to these results a careful prognosis on the probable fertilisation capability of a stallions can be made based on gene diagnosis.    

Die Vorhersage der Befruchtungsfähigkeit von Ejakulaten ist ein zentrales Anliegen in der Reproduktionsmedizin. Die individuelle Hengstfertilität lässt sich grob über klassische Motilitäts- und Morphologiebeurteilungen abschätzen. Die Quantität spezifischer Seminalplasmaproteine stehen ebenfalls in Bezug zur Fertilität. Die equinen CRISP Proteine AEG1, TPX1 und AEG2 sind vermutlich an Zell-Zell Interaktionen von Spermatozyten, sowie an der Spermienreifung während des Befruchtungsvorgangs, beteiligt. Die CRISP Gene können somit als aussichtsreiche Kandidatengene für die Hengstfertilität angesehen werden. In der vorliegenden Arbeit wurden die CRISP Gene auf Polymorphismen untersucht und diese mit Fruchtbarkeitsraten in Beziehung gesetzt. Hierfür wurden Mutations-analysen an 16 Hengsten verschiedener Rassen durchgeführt, wobei von jedem CRISP Gen die Exons einschließlich flankierender Regionen amplifiziert und analysiert wurden. Für die anschließende Assoziationsstudie an 71 Hengsten des Hannoverschen Warmbluts wurden nur SNPs ausgewählt, die einen Aminosäureaustausch im jeweiligen Protein verursachen. Ein potentiell relevanter SNP im equinen AEG1 Gen konnte aufgrund extremer Allelverteilung statistisch nicht ausgewertet werden, so dass keine Aussage über einen möglichen Einfluss dieses SNPs auf die Fertilität getroffen werden kann. Im equinen TPX1 Gen konnte ebenfalls ein SNP, der zu einem Aminosäureaustausch führt, identifiziert werden. Es konnte keine Korrelation zwischen diesem SNP und der Fertilität festgestellt werden. Für die Assoziationstudie des equinen AEG2 Gens wurden drei SNPs, die Amino-säureaustausche hervorrufen, ausgewählt. In ihrer Gesamtheit konnte eine signifikante Beziehung (p = 0,039) zur Fertilität nachgewiesen werden, wobei ausschließlich der paternale Effekt und nicht der maternale Effekt die Korrelation verursacht. Aufgrund dieser Ergebnisse kann über Gentests eine vorsichtige Prognose über die wahrscheinliche Befruchtungsfähigkeit eines Hengstes getroffen werden.

Preview

Quote

Citation style:

Jude, Rony M. V.: Polymorphismen der equinen CRISP Gene und ihre Beziehung zur Fruchtbarkeit von Hengsten. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

Rights

Use and reproduction:
All rights reserved

Export