Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Morphologie und topographische Anatomie der Nase, der Nasenhöhle sowie der Nasennebenhöhlen und assoziierten Strukturen beim Europäischen Mufflon (Ovis gmelini musimon Pallas 1811)

Menke, Cornelia

To represent the morphologic and the topographic anatomy of the nasal cavity and the paranasal sinus of the European mouflon, 41 skulls of predominantly female animals of all age groups were macroscopically examined and described. The demonstration of the Sinus paranasales topography was done with cast preparations, as based on Technovit 7143 injections, and with the help of radiographs, after afilling with barium sulfate of the paranasal sinus. The size of the olfactory area of the mouflon was determined with computer-assistant morphometry. For this purpose the demineralised ethmoturbinals still covered with olfactory mucosa as well as the external plates of the ethmoid bone were separately spread out flat on an tray. The results of the study are discussed comparatively regarding findings on the domestic sheep. The most important results are: 1)      Within the range of the Regio olfactoria a reduction of surface was obvious for the domestic sheep in comparison to the mouflon, resulting from a more simple forming of the ethmoturbinals as well as from a smaller linear extension of the Organum vomeronasale. The reduction processes would be caused by the domestication. 2)      The Ossa ethmoidalia of the domestic and the wild sheep show a similar ossification. 3)      The olfactory area of the mouflon extends over the surfaces of the ethmoturbinals, the external plates of the Os ethmoidale, as well as the caudal section of the Lamina perpendicularis. 4)      The olfactory area of the mouflon comes up in both nasal cavities to about a size of 213 to 218 cm². These measured values can only be looked upon as appoximate values because they have not been secured statistically. In addition, the results of the morphometrical analysis are discussed critically. 5)      The lacrimal bones of the mouflon as well as of the domesticated sheep are no pneumatic bones. In both, the wild and the domesticated form the so-called lacrimal sinus is not located in but under the Os lacrimale. The cavity is mainly bordered by sections of the ethmoidal bone. As a consequence it should be characterized as Sinus ethmoidalis for both animals. 6)      The age-related development in size of the paranasal sinus is generally similar in the wild and the domesticated sheep.

Zur Darstellung der morphologischen und der topographischen Anatomie der Nasenhöhle und der Nasennebenhöhlen beim Europäischen Mufflon wurden 41 Schädel, überwiegend weiblicher Tiere aller Altersstufen makroskopisch untersucht und beschrieben. Die Veranschaulichung der topographischen Verhältnisse der Sinus paranasales erfolgte sowohl anhand von Ausgusspräparaten, die mittels Technovit 7143 hergestellt wurden, als auch anhand von Röntgenbildern, die die mit Bariumsulfat benetzten Sinus paranasales zeigen. Die Größe des Riechfeldes wurde beim Mufflon morphometrisch ermittelt. Zu diesem Zweck wurden die entmineralisierten und mit Riechschleimhaut bedeckten Ethmoturbinalia und Außenplatten des Siebbeins einzeln auseinander gerollt und plan auf einem Untersuchungstablett ausgebreitet und mit Hilfe eines computergestützten Analysesystems die Größe der einzelnen Flächen untersucht. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden vergleichend mit den bekannten Befunden vom Hausschaf diskutiert. Die wichtigsten Ergebnisse sind: 1)      Im Bereich der Regio olfactoria ist beim Hausschaf im Vergleich zum Mufflon eine Oberflächenverkleinerung festzustellen, die durch die einfachere Ausformung der Ethmoturbinalia sowie durch die geringere Längenausdehnung des Organum vomeronasale entsteht. Die Reduktionsvorgänge scheinen durch die Domestikation verursacht worden zu sein. 2)      Die Ossa ethmoidalia der Haus- und Wildschafe zeigen einen sehr ähnlichen Ossifikationsverlauf. 3)      Das Riechfeld erstreckt sich beim Mufflon über die Oberfläche der Ethmoturbinalia, der Außenplatten des Os ethmoidale sowie des im Nasengrund gelegenen Abschnitts der Lamina perpendicularis. 4)      Das Riechfeld des Mufflon erreicht in beiden Nasenhöhlen zusammen etwa eine Größe von 213 bis 218 cm². Diese ermittelten Werte sich lediglich als Richtwerte zu verstehen. Sie stellen keine statistisch gesicherten Aussagen dar. Darüber hinaus wird die morphometrische Untersuchung kritisch diskutiert. 5)      Das Os lacrimale ist sowohl beim Mufflon als auch beim Hausschaf nicht pneumatisiert. Der in der Literatur als Sinus lacrimalis bezeichnete Hohlraum liegt bei den genannten Spezies nicht in, sondern unter dem Os lacrimale. Die Höhle wird in erster Linie durch Abschnitte des Os ethmoidale begrenzt und sollte aus diesem Grund bei Hausschaf und Mufflon als Sinus ethmoidalis bezeichnet werden. 6)      Die altersabhängige Größenentwicklung der Sinus paranasales stimmt bei den genannten Spezies weitgehend überein.

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Menke, Cornelia: Morphologie und topographische Anatomie der Nase, der Nasenhöhle sowie der Nasennebenhöhlen und assoziierten Strukturen beim Europäischen Mufflon (Ovis gmelini musimon Pallas 1811). Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

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