Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Nachweis von Anabolika im Schweif- und Mähnenhaar von Pferden

Schlupp, Alexandra

The objective of the study was to detect over a prolonged period of time, the application of a ß-aginist (clenbuterol) and a steroid (nandrolone) in the horse. To this end mane and tail hair, blood and urine were analysed for both substances. For further evaluation and interpretation of the results the growth rate of mane and tail hair was also estimated. The weekly growth rate of mane and tail hair over a period of 11 weeks amounted 0.56 and 0.57 cm for mane and tail hair respectively. In the second part of the 4 geldings received 0.8 µg clenbuterol per kg bodyweight daily for a 10 day period. Tail and mane hair samples were taken as well as blood and urine samples before treatment and up to 360 days after treatment. In case of hair samples 2 cm long sections were analysed. Clenbuterol was detectable in mane and tail hair as early as 5 days after the onset of treatment and was still present, then in lower sections of tail and mane hair 350 days after the end of treatment. The progressively distant location of clenbuterol from the roots of the hair was followed in intermittent hair samples. In urine clenbuterol was detectable to day 30 after end of treatment. In Plasma clenbuterol was no longer detectable on day 20 after end of treatment. In the four control geldings, not receiving clenbuterol, all samples analyzed were negative to clenbuterol. 30 days after the end of clenbuterol treatment the horses also received 1 mg/kg body weight nandrolone-laurat followed by 3 more identical intramuscular injections at 3 day intervals. Nandrolon was detectable in mane and tail hair of all four treated horses to day 120 after first nandrolone-administration and in two of these, on day 330, in one of the four horses, nandrolone was then detectable in mane hair only. In urine nandrolone or the metabolite 5-Estran-dial was also detectable until day 330. The last day of detection of both compounds in blood was on day 120 after first injection. In a later study on sweat, body hair and tail hair nandrolone was detectable only in the tail of one out of 4 horses following 7 days after a single dose of nandrolone-laurat (1mg/kg body weight). The pattern of metabolites in sweat was very variable and individually different. In a third part of the study clenbuterol, nandrolone and testosterone were analysed in tail hair of 128 untreated stallions of the Hannovarian state stud, since nandrolone is occurring naturally in stallions. Furthermore a total of 103 tail samples were collected from 2 1/2 year old stallions that were presented during the annual breeder stallion selection. In some cases (n = 17) nandrolone concentrations in tails of the 2 ½ year old stallions considerably exceeded that of the state stud stallions suggesting illegal application of nandrolone. In one 2 ½ year old stallion testosterone-propionate was detected, which is illegal. Based on our studies the Hannovarians Breeders Association has recently changed the book of rules and introduced obligatory tail hair analysis for the annual breeder stallion selection starting in 2003. At least one other breeder association (Trakehner Breeders) is following suit. m

Ziel der Untersuchung war es lange zurückliegende Applikationen von Anabolika, speziell Clenbuterol und Nandrolon, beim Pferd nachzuweisen. Dazu wurden in der vorliegenden Studie die Nachweisbarkeit von Clenbuterol und Nandrolon im Mähnen- und Schweifhaar, Blut und Urin, Schweiß und Fellhaar des Pferdes untersucht und verglichen sowie die Wachstumsgeschwindigkeit von Mähnen- und Schweifhaar ermittelt. Mähnen- und Schweifhaar zeigte über einen Zeitraum von 11 Wochen ein sehr gleichmäßiges Wachstum von 0,56 bzw. 0,57 cm pro Woche.   Im zweiten Teil der Untersuchung erhielten 4 Wallachen 10 Tage 0,8µg Clenbuterol / kg Körpermasse per oral. Schweif- und Mähnenproben sowie Blut- und Urinproben wurden vor Versuchsbeginn und bis 360 Tage nach der ersten Applikation entnommen. Bei Schweif- und Mähnenhaar wurden je 2 cm lange Abschnitte auf Clenbuterol untersucht.  Clenbuterol war in Mähnen- und Schweifhaar schon nach 5 Tagen und bis zur letzten Probenentnahme 350 Tage nach Applikationsende, dort in niedrigeren Abschnitten des Schweif- und Mähnenhaares, nachweisbar. Die maximalen Clenbuterolkonzentrationen konnten mit fortschreitender Versuchsdauer an den monatlichen Probenzeitpunkten jeweils im weiter haarspitzenwärts gelegenen Schweifhaarsegment aufgefunden werden. Im Urin war Clenbuterol bis zum 30. Tag nach Applikationsende bestimmbar. Im Plasma war Clenbuterol 20 Tage nach Beenden der Clenbuterolapplikation nicht mehr nachweisbar. In einer Kontrollgruppe aus 4 Wallachen, die kein Clenbuterol erhielten, waren alle analysierten Proben negativ auf Clenbuterol. Der Versuchsgruppe wurde 30 Tage nach der Clenbuterolbehandlung 4x im Abstand von 3 Tagen Nandrolonlaurat in einer Konzentration von 1 mg/kg Körpergewicht intramuskulär appliziert. Nandrolon war im Mähnen- und Schweifhaar aller 4 Pferde bis zum 120. Versuchstag nachweisbar. Am 330. Versuchstag konnte bei 2 Pferden in Mähne und Schweif und bei dem 3. Pferd im Mähnenhaar Nandrolonkonzentrationen bestimmt werden. Im Urin waren Nandrolon bzw. der Metabolite 5-Estran-diol bis zum 330. Versuchstag nachweisbar. Im Blut konnten beide Substanzen nur bis zum 120. Tag nachgewiesen werden. Bei einer späteren Untersuchung von Schweiß-, Fell- und Schweifproben 7 Tage nach einmaliger Nandrolonapplikation in einer Konzentration von 1 mg/kg Körpermasse konnte nur bei einem Pferd im Schweif eine Einlagerung von Nandrolon identifiziert werden. Das im Schweiß beobachtete Metabolitenmuster war extrem variabel und sehr individuell.   Im dritten Teil der Untersuchung wurden in einer Feldstudie Schweifhaare von 128 nachweislich unbehandelten Vergleichshengsten des Hannoveraner Landesgestütes entnommen und auf Nandrolon und zum Teil auf Testosteron untersucht, da diese beim Hengst endogen vorkommen. Zusätzlich wurden 103 Schweifhaarproben von 2,5jährigen zur Körung vorgestellten Hengsten entnommen und auf Clenbuterol, Nandrolon und Testosteron untersucht. In einigen Fällen (n = 17) lagen die bei den Körungshengsten gemessenen Nandrolonkonzentrationen deutlich über denen der Vergleichshengste. Bei diesen Hengsten liegt eine externe Anwendung von Nandrolon sehr nahe. Bei einem Junghengst war das nicht endogen vorkommende Testosteron-Propionat nachweisbar, welches auf einen Dopingverstoß hinweist.   Aufgrund der vorliegenden Studie hat der Hannoveraner Zuchtverband bereits eine Änderung der Satzung vorgenommen und die Haaranalyse für die jährlichen Körungen obligatorisch ab 2003 eingeführt. Auch andere Zuchtverbände (Trakehner Zuchtverband) werden in Kürze ähnliche Maßnahmen ergreifen.

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Schlupp, Alexandra: Nachweis von Anabolika im Schweif- und Mähnenhaar von Pferden. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

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