Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Direktvermarktung von Rindfleisch als neuer Weg einer Distribution, dargestellt am Beispiel des Rheinlandes

Schultes, Natalie

Selling meat directly by the farmers has become increasingly important of late and needs to be more thoroughly investigated, as has been established by this research. The investigated farms had the following in common: secure income, improvement of their marketing area and support of government subsidies by selling directly to the costumers. Governmental support of agriculture is more important than special subsidies for directly sold food. The organic farmers questioned for this research appear to be much better organised than conventional farmers. There is an insignificant flexibility in the veterinary law, which causes persons involved with this matter to become increasingly uncertain. Direct sellers must observe the same hygienic standards as other produced foods. The legal exceptions are criticised –in some cases justified- by a number of butchers resulting in even more intensive hygienic controls on the farms. The main problems evolving on handling the direct selling are: insufficient search for special information and lack of assistance from the agriculture and veterinary institutions. Direct selling by farmers is characterised by using a slaughterhouse situated seperately from farmstead while the meat is mostly cut into pieces by a self-employed butcher. Simultaneously he is responsible for observing hygienic standards and for managing the meat treatment. It has been established that different ways of distribution, an increase in the variety of produce and an integration of services are due to professional direct selling. The demand for quality, enjoyment of food, and health aspects can be satisfied by optimization of the production process for the benefit of the farm animals an the environment. The success of direct selling is dependant on personal engagement, the structure of the farm and the variety of produce. Futhermore, farmers need an intensive education in agarian ecology and knowledge of hygienic.

Die Direktvermarktung gewinnt zunehmend an Bedeutung und bedarf verstärkter wissenschaftlicher Untersuchungen, was anhand der eigenen Untersuchung im Rheinland festgestellt wird. Gemeinsamkeiten der untersuchten Betriebe liegen im Bereich der Einkommenssicherung und Absatzsteigerung über die Direktvermarktung und der Förderung durch staatliche Prämien. Speziell auf die Direktvermarktung abgezielte Bezuschussungen erlangen kaum Bedeutung. Unter den zur Untersuchung herangezogenen Direktvermarktern konnte ein hoher Anteil an ökologisch wirtschaftenden Betrieben, die besser organisiert und erfasst sind, ermittelt werden. Die für die Direktvermarktung geltenden veterinärrechtlichen Vorschriften weisen einen Ermessensspielraum auf und führen bei allen mit dieser Vermarktungsform beteiligten Personen zu einer Rechtsunsicherheit. Die vom Gesetz- und Verordnungsgeber geforderten hohen Hygienestandards stellen den Direktvermarktungsbetrieb nach dem Grundsatz „Hygiene ist nicht teilbar“ einem lebensmittelbe- oder –verarbeitenden Betrieb weitgehend gleich. Ausnahmen, die rechtlich vorgesehen sind, geben den konkurrierenden Handwerksbetrieben Anlass zur Kritik und führen –häufig nicht unberechtigt- zu einer Verschärfung der Betriebskontrollen. Schwierigkeiten der Direktvermarkter ergeben sich allerdings nicht bei der Umsetzung der Hygienevorschriften, sondern eher bei der Informationsbeschaffung und Hilfestellung durch die zuständigen Institutionen. Die Handhabung der Direktvermarktung von Rindfleisch ist charakterisiert durch eine Auslagerung der Schlachtung und fast ausschließliche Zerlegung und Verarbeitung des Fleisches in Lohnarbeit durch einen Metzger, der für diesen Bereich die Verantwortung für die Einhaltung der Hygienevorschriften und meist auch für das Management der Fleischgewinnung übernimmt. Die Direktvermarktung von Rindfleisch erfolgt zunehmend über verschiedene Absatzwege, bei Vergrößerung der Produktpalette und Integration von Dienstleistungen. Verbraucherwünsche nach Qualität, Genuss und Gesundheitswerten können durch einen hohen Grad an Prozess- und Produktqualität weitestgehend erfüllt werden. In Abhängigkeit von der Betriebsform, des persönlichen Engagements des Betriebsleiters, der Organisationsform und der Produktpalette stellt die Rindfleischdirektvermarktung vor allem dann eine Einkommenssteigerung dar, wenn sie professionell durchgeführt wird. Daraus ergibt sich ein Handlungsbedarf für die Verbesserung der agrarökonomischen Ausbildung der Landwirte, insbesondere im Hinblick auf das Hygienebewusstsein.

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Schultes, Natalie: Direktvermarktung von Rindfleisch als neuer Weg einer Distribution, dargestellt am Beispiel des Rheinlandes. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

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