Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Eignung des Nass-Trockentupfer Verfahrens (NTT) DIN 10113; 1997-07 zur Bestimmung des Hygienestatus in Melkanlagen

Pfannenschmidt, Florian

In the period from May 2000 to December 2001 it was examined whether a modified wet and dry swab procedure is an applicable method for the determination of the hygienic status of milking machines. To start with method and the influence of taking samples was analysed and standardised. In a subsequent field study in 33 dairy farms with a different structural organisation in lower saxony it was examined whether the method can be put into practice. The selection of the farms was made in accordance with the total amount of bacteria in the bulktank milk determined during the routine quality specification of the milk carried out by the dairies.   The modified wet and dry swab procedure was compared with the dry - dry swap- and the washing- procedure. The results showed that the wet and dry swab and the washing have equal reisolation rates, were a reduction of 10 -3 to the concentration of the solution used for contamination was determined.  The dry - dry swab could only produce comparable results if surfaces like neoprene or silicon were moistened before the sample was taken. It also appeared that more bacteria could be reisolated on smoother surfaces.(neoprene > silicon > steel > glass). In addition to that the type of bacteria used had an relevant influence on the results of the different procedures applied. It could for example be proved that, E. coli was below detectable concentrations if the samples were let to dry for more than 15 minutes. Also an influence of the storing time (<12h) and temperature (<5°C) on the detection probabilities of the different bacteria was shown. No matter which bacteria the probabilities of detection were the highest if storing time was below 12 hours and the temperature below 5°C. After 12 hours there was a great variation of the decrease of bacterial concentrations. (P. aeruginosa after 12h, E. coli after 24h, S. aureus after 48h no more detection possible)   The field study showed that a dry and wet swab procedure is not applicable to determine the hygienic status of milking machines in routine examinations because the procedure is too complicated and not as sensitive as other methods are. Due to the large number of influencing factors there is no or only very little standardisation possible which makes it impossible to associate results clearly and to define boundary values. No correlation could be made between the numbers of CFU on the swab and in the tank milk. Swab samples can not be used to find solutions for hygienic problems in dairy farming, but a boundary value of 30000 CFU / ml for dairy farms with 10000 CFU / ml in the milk collect in the tank.   To give help to dairy farms with hygienic problems it is important to figure out whether the problems arise out of constructional flaws. In this case the flaws of the milking machine must be corrected. Further more the cleaning technique and temperatures of the milking machine and cooling system should be checked. It is of vital importance to the production of high quality milk that the farmer is motivated to do so and that the farm management is optimised.

In dem Zeitraum von März 2000 bis Dezember 2001 wurde die Eignung des modifizierten Nass - Trockentupfer Verfahrens zur Bestimmung des hygienischen Status in Melkanlagen untersucht worden. Zunächst wurden methodische Aspekte des Probeentnahmeverfahrens analysiert und standardisiert. Zu einer anschließenden Felduntersuchung in 33 Milcherzeugerbetrieben Niedersachsens mit unterschiedlichen Betriebsstrukturen wurde die Methode auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft. Die Auswahl der Betriebe erfolgte anhand der Routineuntersuchungen der Tankmilch auf die Gesamtkeimzahl im Rahmen der Gütebewertung durch die Molkereien.   Im Labor wurde das NTT Verfahren mit dem TT – und SP – Verfahren verglichen. Es zeigte sich, dass das NTT Verfahren und die Spülprobe gleichwertig in der Wiederfindungsrate sind. Es wurde eine Reduktion um 3 logarithmische Zehnerpotenzen der eingesetzten Kontaminationslösung als Wiederfindungsrate ermittelt. Das TT - Verfahren zeigte nur bei einer Wiederbefeuchtung der Oberflächen (Neopren, Silikon) vergleichbare Werte zu den beiden anderen Verfahren. Des Weiteren konnte ermittelt werden, dass i. d. R. um so mehr Keime reisoliert werden,  je glatter  die Oberflächen sind (Neopren>Silikon>Stahl>Glas). Aber nicht nur die Beschaffenheit der  Oberflächen, sondern auch die Keimart hatten einen Einfluss auf die Ergebnisse der angewandten Nachweismethoden. Es konnte z.B. bestätigt werden, dass E. coli nach einer 15 - minütigen Antrocknungsphase nicht mehr die Nachweisgrenze für die drei Verfahren erreicht. Darüber hinaus konnte  ein Einfluss der Lagerungszeit (< 12 h) und -temperatur (5 °C) für die Tupfer auf die Möglichkeit eines Keimnachweises für verschiedene Keimarten  nachgewiesen werden. Es zeigte sich, dass die höchsten Wiederfindungsraten für kontaminierte Tupfer bei einer Lagerzeit von weniger als 12 Stunden und einer Transporttemperatur von 5 °C, unabhängig von der Keimart liegen. Nach dieser Zeitspanne ist eine starke Schwankung in der Abnahme der Keimarten zu erkennen (P. aeruginosa nach 12 h, E. coli nach 24 h, S. aureus nach 48 h nicht mehr nachweisbar)   Im Feldversuch konnte gezeigt werden, dass das NTT Verfahren im Rahmen von Routineuntersuchungen nicht zur Beurteilung des hygienischen Status in Melkanlagen geeignet ist. Zum einen ist der Untersuchungsablauf im Labor sehr aufwendig, und zum anderen ist das untersuchte Verfahren zu unempfindlich. Durch die große Anzahl der Einflussfaktoren ist keine oder nur eine geringe Standardisierung möglich; das hat zur Folge, dass die ermittelten mikrobiologischen Ergebnisse nicht zweifelsfrei zuzuordnen sind und keine Grenzwerte festgelegt werden können. Es konnte kein Bezug der Ergebnisse aus den Tupferproben zu der Gesamtkeimzahl der Sammeltankmilch festgestellt werden. Daraus folgt, dass Tupferproben in Melkanlagen von Problembetrieben nicht das geeignete Mittel sind, um Hilfen zur Lösung hygienischer Probleme der Milcherzeugung bereitzustellen. Im Laufe der Untersuchung stellte sich als ein interessantes Detail heraus, dass die Gesamtkeimzahl in der Sammeltankmilch maximal 10.000 KbE/ml nicht überschritten, wenn die Milchproben der ersten Ausschleusung einen Grenzwert von 30.000 KbE/ml einhielten. Um Betrieben mit Keimzahlproblemen eine Hilfestellung zu geben, ist es wichtig, die baulichen Hygieneschwachstellen in der Anlage auszumachen, diese grobsinnlich zu überprüfen und ggf. zu optimieren und eine Kontrolle der Reinigungstechnik/-temperatur der Melkanlage und des Kühlsystems vorzunehmen. Letztendlich sind für eine qualitätsbezogene Rohmilchgewinnung die Motivation und das Management  des Landwirtes von entscheidender Bedeutung.

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Pfannenschmidt, Florian: Eignung des Nass-Trockentupfer Verfahrens (NTT) DIN 10113; 1997-07 zur Bestimmung des Hygienestatus in Melkanlagen. Hannover 2003. Tierärztliche Hochschule.

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