Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchung zur Vererbung des Sommerekzems beim Islandpferd

Lange, Susanne

The objectives of the present study were to quantify the importance of systematic environmental and genetic influences on the prevalence and severity of summer eczema in Icelandic horses. In the context of this study, 490 Icelandic horses from 24 stud farms located in Lower Saxony and Westphalia were included. All horses on the stud farms were examined for the specific signs of summer eczema and the individual management conditions were documented. The study revealed a prevalence of summer eczema of 29.8 %. Mares were more often affected by summer eczema (33.1 %) than geldings or stallions with 29.1 % and 15.5 %, respectively. The most common sites of summer eczema were mane and tail. Icelandic horses born in Germany were significantly less affected than horses born in Iceland. The frequency of  affected horses significantly increased with higher age and decreased with the number of years which had elapsed since importation. The onset of disease for imported horses was on average 2.5 ± 2.3 years after importation. Chestnut horses had a lower prevalence for summer eczema than horses with other coat colours, but they showed significantly more severe signs of summer eczema.  In horses imported from Iceland, the inbreeding coefficient significantly influenced the prevalence of summer eczema. Housing of the horses during the night, the kind of combination of feeding ration in summer and winter and humid environments in the closer neighbourhood were significant influences on the prevalence of summer eczema. Stabling of horses in boxes, open stables or stables with paddocks were significantly related with the severity of summer eczema. The heritability estimate for the frequency of summer eczema using a linear animalmodel was h2 = 0.36 ± 0.08. The heritability estimate for the severity of symptoms of summer eczema using a linear animal model was h2 = 0.34 ± 0.09. The results of this study could show that a genetic component is responsible for summer eczema in horses.

Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, ob eine genetische Komponente am Auftreten von Sommerekzem bei Islandpferden beteiligt ist. Zu diesem Zweck wurden im Rahmen der Studie 490 Islandpferde aus 24 Betrieben in Niedersachsen und Westfalen auf Symptome des Sommerekzems untersucht und die individuellen Haltungs-, Fütterungs- und Managementbedingungen dokumentiert. Mit Hilfe von linearen Tiermodellen sollten genetische Parameter für das Auftreten von Sommerekzem und dessen Ausprägung, erfasst über den Ekzemgrad, geschätzt werden. Es konnte festgestellt werden, dass 29,8 % der 490 untersuchten Islandpferde Symptome des Sommerekzems zeigten. Stuten waren mit 33,1 % häufiger betroffen als die Wallache mit 29,1 % und die Hengste mit 15,5 %. Die hauptsächlich von Symptomen des Sommerekzems betroffenen Lokalisationen waren die Mähne und der Schweif. In Deutschland geborene Islandpferde waren signifikant weniger häufig von Symptomen des Sommerekzems betroffen als aus Island importierte Islandpferde. Die Frequenz der erkrankten Islandpferde stieg mit zunehmendem Alter signifikant an und sank mit der Anzahl an Jahren, die seit dem Import vergangen waren. Die ersten Symptome des Sommerekzems zeigten sich bei importierten Islandpferden durchschnittlich 2,5 ± 2,3 Jahre nach dem Import. Füchse waren signifikant weniger oft, aber signifikant stärker von Sommerekzem betroffen als Pferde mit anderen Fellfarben. Der Inzuchtkoeffizient war bei aus Island importierten Pferden signifikant für das Vorkommen von Sommerekzem. Bei den Haltungs-, Fütterungs- und Managementfaktoren waren die Aufstallung der Pferde in der Nacht, die Art der Zusammensetzung der Futterration aus Saft-, Kraft- und Raufutter in der Sommer- und Winterfütterung und nahe im Umkreis gelegene Feuchtbiotope von signifikanter Bedeutung für das Auftreten von Sommerekzem. Zwischen dem Ekzemgrad und der Unterbringungsart in Boxenställe, Offenställe oder Ställe mit Auslauf bestanden Zusammenhänge. Die Heritabilität für das Auftreten von Sommerekzem in einem linearen Tiermodell lag bei h2 = 0,36 ± 0,08. Die Heritabilität für das Merkmal Ekzemgrad lag bei h2 = 0,34 ± 0,09. Mit den Ergebnissen der vorliegenden Untersuchung konnte gezeigt werden, dass eine genetische Komponente für das Auftreten und den Ekzemgrad des Sommerekzems bei Islandpferden verantwortlich ist. Zwischen der Prävalenz des Sommerekzems und dem Ekzemgrad konnte eine positive additiv-genetische Korrelation von rg = 0,65 festgestellt werden.

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Lange, Susanne: Untersuchung zur Vererbung des Sommerekzems beim Islandpferd. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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