Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Veränderungen der Herzfrequenz unter definierter Steigungsbelastung auf dem Laufband und während des Intervalltrainings von Vielseitigkeitspferden

Michel, Gunnar

The objective of the present study was to determine whether conventional work, like rest and walking, would be enough for maintaining a baseline level of condition or if further work is needed. Furthermore it was examined, which strains develop from systemical gradient training. In the second part of this study interval training was assessed for a conditional training of eventing horses. Two groups of German warmblood horses (each n= 5), uphill as experimental group and base level as a control group, were trained 3 times a week by walking and by technical disciplines. In contrast to the control group the experimental group spent an increasing workload on a 10 % inclined treadmill. Heart rate was continuously monitored. Every six weeks the performance was evaluated by a standard exercise test on a treadmill with increasing speed up to 9.5 m/sec. Incline load: walking with 10 % incline- without a rider- leads to an average heart rate of 90-100 beats/min. This is equivalent to the heart rates during trotting on a plain with rider lead. Walking without incline/flat work: Heart rates on walking with a rider vary from 60 to 77 beats/min. Measurements in an indoor arena (55,7-61,5 beats/min) were different from an outside arena (69,5-83,9 beats/min) which shows the influence of exogen factors on the heart rate. Technical training: In dressage work as well as in show jumping and eventing heart rates did not vary significantly. In the technical disciplines, a mean heart rate of 66,8 and 68,3 beats/min for walking, 99,5-101,2 beats/min for trotting can be established. While galloping for show jumping and eventing the heart rate 135,2-138,7 beats/min, during dressage only 128,4-130,6 beats/min. Standard exercise test: After 6 weeks of training significant changes in heart rates were determined for the incline group at walking (1,5 m/sec). After another 6 weeks of training a decrease in the heart rate was shown. The flat group showed a significant decrease in the heart rate during walking and trotting (3,5 m/sec) from 7th to 13th week. Interval training: An additional interval training of 6 weeks duration did not lead to a significant change of the heart rate compared to the standard exercise test 6 weeks before or the technical trained control group. The described heart rate changes between the experimental and the control group do not allow a clear assessment of the different training techniques used in the present study.

Ziel der vorliegenden Untersuchung war festzulegen, ob herkömmliche Winterarbeit, Ruhephase mit Schrittbewegung, zur Erhaltung einer Grundkondition ausreichend ist oder ob stärkere Trainingsakzente gesetzt werden müssen. Darüber hinaus sollte untersucht werden, welche Belastungen durch ein systematisches Steigungstraining entstehen. In einer zweiten Phase sollte Intervalltraining als Trainingsmethode für ein konditionelles Aufbautraining für Vielseitigkeitspferde beurteilt werden. Zwei Versuchsgruppen (Steigungs- und Flachgruppe, jeweils n= 5 Pferde) aus 10 Warmblutwallachen wurden im gleichen Umfang 3-mal wöchentlich im Schritt und zusätzlich in den technischen Disziplinen trainiert. Der Unterschied der beiden Gruppen bestand darin, dass die Steigungsgruppe einen im Verlauf des Versuchs zunehmenden Anteil des Schritttrainings auf dem Laufband bei 10 % Steigung absolvierte. Die Herzfrequenzen der Pferde wurden während jeder Trainingseinheit kontinuierlich aufgezeichnet. Standardisierte Stufenbelastungstests mit einer ansteigenden Geschwindigkeit bis maximal 9,5 m/sec auf dem Hochgeschwindigkeitslaufband in sechswöchigen Abständen dienten der Überprüfung und der Bewertung des konditionellen Trainingsforschritts. Steigungstraining: Die Steigungsbelastung im Schritt bei 10 % Steigung auf dem Laufband ohne Reiter erzeugt gemäßigte Herzfrequenzen in einem Bereich von 90-100 Schlägen/min und entspricht in etwa dem Bereich, der im Trab unter dem Reiter in der Ebene gemessen werden kann. Schritttraining ohne Steigung: Die Herzfrequenzen im Schritt unter dem Reiter liegen in einem Bereich von 60-75 Schlägen/min. Dabei variieren die Messungen zwischen Reithalle (55,7-61,5 Schläge/min) und Außenplätzen (69,5-83,9 Schlägen/min); ein Ergebnis, das die Wirkung von exogenen Faktoren auf die Herzfrequenz unterstreicht. Techniktraining: In der dressurmäßigen Arbeit sowie beim Springen und Geländetraining unterscheiden sich Steigungs- und Flachgruppe in den Herzfrequenzbereichen nicht signifikant von einander. In den technischen Disziplinen kann für den Schritt eine mittlere Herzfrequenz zwischen 66,8 und 68,3 Schläge/min, für den Trab zwischen 99,5-101,2 Schläge/min ermittelt werden. Im Galopp liegen die durchschnittlichen Herzfrequenzen im Springen/Gelände mit 135,2-138,7 oberhalb der Werte der Dressur mit 128,4-130,6 Schlägen/min. Stufenbelastungstest: Signifikante Veränderungen im Sinne einer Erhöhung der Herzfrequenz konnte für die Steigungsgruppe im Schritt (1,5 m/sec) vom Ausgangstest (Test 0) zum Test I nach sechs Wochen (P=0,025) sowie eine Erniedrigung von Test I und weiteren sechs Wochen Training auf Test II (P=0,012) festgestellt werden. Für die Flachgruppe ergaben sich signifikante Erniedrigungen im Schritt (P=0,033) und Trab (P=0,030) von der siebten bis nach der zwölften Woche. Intervalltraining: Ein zusätzliches Intervalltraining über sechs Wochen brachte keine statistisch signifikante Veränderung der Herzfrequenz, weder zum Test sechs Wochen zuvor noch im Vergleich zu einer ausschließlich technisch trainierten Kontrollgruppe. Die beschriebenen Veränderungen der Herzfrequenz zwischen den Versuchsgruppen sowohl im Hinblick auf ein Steigungstraining als auch auf Intervalltraining sind nicht eindeutig genug, um die Trainingsverfahren abschließend beurteilen zu können.

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Michel, Gunnar: Veränderungen der Herzfrequenz unter definierter Steigungsbelastung auf dem Laufband und während des Intervalltrainings von Vielseitigkeitspferden. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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