Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Einfluss von Steigungstraining auf dem Laufband und unterschiedlichem Aufbautraining auf den Konditionserhalt bei Vielseitigkeitspferden

Witt, Sören

It was the aim of this study first to compare two different concepts for a winter training considering their ability to maintain a status of high condition, that had been established in an earlier intensive training on the racing track. While the first concept involves training methods that are close to what is normally done in practise during winter, the other one deals with an defined inclination of 10%. In a second part all horses passed through two different forms of constructive endurance- training. Here, also one concept included working programs nearly equal to methods used by riders and trainers in the fields. Maintainance of condition and its changes were evaluated in standardized exercise tests on the treadmill by analyzing concentrations of blood lactate and glucose.   For these reasons ten 7-years-old warmblood geldings, that recently finished a training on the racing track, were divided into two equal groups of five horses. During twelve weeks of winter training one group walked on a treadmill within 10% inclination for between 15 to 30 minutes for three times a week. The other group walked for the same time on flat ground carrying a rider. Duration of training rose continually to the end of this programm. For the rest of the week on eventing horses specialized training of technical abilities was equal for all animals. Groups were not changed for the following 6 weeks of endurance training. While training of the previous “flat group” (FG) only consists of dressage, jumping and cross country, the other group (TG = treadmill group) started an interval training on the track twice a week, which intensity rose from the beginning to the end up to 3 x 1200 meters at velocities of 500 meters per second. Endurance capacity had been investigated in standardized exercise tests on the treadmill every six weeks using concentrations of lactate and glucose in whole blood and plasma as parameters of condition. Samples were taken before, during and after work. In addition velocities at lactate concentrations of 2 and 4 mmol/l were calculated. The results of the last test of previous racing training were used as reference concentrations.     The results were as follows:   v     Blood lactate concentration is proved to be a suitable parameter in order to recognize changes in condition. Another useful parameter for evaluation are velocities at blood lactate concentrations of 2 and 4 mmol/l (v2 and v4).   v     Also, but less useful for assessment of condition and endurance capacity, could be blood glucose concentration and its variation from resting values. Because of being influenced by many factors and a wide range of individual reactions it’s value has to be noted critically and is only meaningful in combination with standardized exercise tests and a strict feeding regime.   v     After the first half of winter training  (6 weeks of training) in both groups a rise of lactate concentrations in whole blood has developed. This rise is only of statistical significance for the TG, whereas FG shows the same tendencies. This thesis is also supported by a significant  rise in variation of glucose in TG and by significant lower velocities at lactate concentrations of 2 and 4 mmol/l (v2 / v4). After the whole period of winter training (12 weeks of training) blood lactate descended and approached reference values. Faced with data from test one there is no signifikant difference in results. There is a stagnation of the variation of the glucose curve.   v     In blood plasma there is no change in lactate values of any statistical importance during whole winter training. Variation from resting values in plasma glucose is the lowest ever in the whole 18 weeks of this study.   v     Both concepts of winter training seem to be suitable for maintaining that high status of  condition, that had been induced by previous training on the racing track.   v     The following six weeks of endurance training resulted in a further decline of lactate in whole blood, which is without statistical validity. In blood plasma hardly any changes can be recognized. In general, neither in whole blood nor in plasma were any differences of statistical evidence between winter and endurance training. Also between endurance training and reference values of test one and between groups no differences could be detected either.   v     Because there is no difference between both groups after consecutive endurance training, both concepts have to be estimated as being equal. For this reason working the TG additionally on the track had no extra positive effects.   v     In conclusion both combinations between each winter- and it’s connected endurance training did not lead to any provable progress or backward step in endurance power. Both training concepts maintained a high status of basic endurance capacity. 

Ziel dieser Studie war es,  zwei verschiedene Konzepte eines Wintertrainings hinsichtlich ihrer Fähigkeit zu überprüfen, eine zuvor durch ein intensives Rennbahntraining erlangte hohe Grundkondition aufrechterhalten zu können. Während sich das eine Konzept inhaltlich an praxisüblicher Winterarbeit orientierte, arbeitete das andere mit einem 10% Steigungstraining auf dem Laufband. Im zweiten Teil durchliefen die Pferde zwei unterschiedliche Formen eines Aufbautrainings. Auch hier lehnte sich eine Form an ein praxisübliches Training an. Aussagen über den Konditionserhalt oder über Konditionsänderungen wurden anhand von Stufenbelastungstests unter gleichzeitiger Blutlaktat- und Blutglukoseanalytik festgehalten.   Zu diesem Zweck wurden zehn 7-jährige Warmblutwallache, die zuletzt ein Rennbahntraining absolviert hatten, in zwei Fünfergruppen geteilt. Während des 12-wöchigen Wintertrainings wurde die  „Steigungsgruppe“ an drei Tagen in der Woche je 15 bis 30 Minuten im Schritt auf dem Laufband bei 10%iger Steigung gearbeitet. Im gleichen Zeitraum sind die Pferde der „Vergleichsgruppe“ ebenerdig im Schritt am langen Zügel geritten worden. Ein an den übrigen Wochentagen stattfindendes Techniktraining für die Disziplin Vielseitigkeit gestaltete sich für alle Pferde gleich. Die Belastungsdauer des Laufband- bzw. Schritttrainings wurde von Trainingsbeginn bis –ende kontinuierlich gesteigert. Im nachfolgenden 6-wöchigen Aufbautraining wurde die Gruppeneinteilung beibehalten. Während die Vergleichsgruppe ein aus Dressur-, Spring- und Geländeeinheiten bestehendes Techniktraining durchlief, absolvierte die Steigungsgruppe an zwei Tagen der Woche ein Intervalltraining auf der Rennbahn, dessen Intensität zum Ende den Anforderungen einer Vielseitigkeitsprüfung der Klasse A entsprach und sukzessive auf Belastungen von 3 x 1200 Meter bei einer Geschwindigkeit von 500 Metern pro Minute gesteigert wurde.  Die Ausdauerleistungsfähigkeit wurde in sechswöchigen Abständen durch standardisierte Belastungstests auf dem Laufband  anhand von  Laktat und Glukose ermittelt. Hierbei erfolgte die Analytik vor, während und nach der Belastung sowohl im Vollblut als auch im Blutplasma und wurde sowohl innerhalb jedes einzelnen Belastungstests als auch zwischen den aufeinanderfolgenden Tests bewertet. Zusätzlich wurden die Geschwindigkeiten bei Laktatwerten von 2 mmol/l und 4 mmol/l berechnet. Die Ergebnisse des abschließenden Tests des Rennbahntrainings der vorangegangenen Studie (Belastungstest I) dienten als Referenzwerte.   Die Resultate stellen sich wie folgt dar:   v     Die Blutlaktatkonzentration hat sich als geeigneter Parameter erwiesen, trainingsbedingte Konditionsveränderungen abzulesen. Analog dazu eignen sich auch die für Laktatkonzentrationen von 2 und 4 mmol/l  berechneten Geschwindigkeiten (v2- und v4-Wert) als Beurteilungsgrößen, um die Aussage der Laktatwerte zu bestätigen und zu unterstützen.   v     Unterstützend können auch der Blutglukosespiegel bzw. dessen Schwankungen in Verbindung mit einer standardisierten Belastung als Beurteilungsparameter herangezogen werden. Da dieser jedoch den Einflüssen zahlreicher Faktoren unterliegt und zudem die Belastungsreaktionen der Pferde individuell stark variieren, eignet er sich nicht zur alleinigen Beurteilung eines Trainingszustandes.      v     Nach der ersten Hälfte des Wintertrainings (nach 6 Wochen) entwickelt sich unter standardisierter Belastung für die Vergleichsgruppe im Vollblut eine tendenzielle und für die Steigungsgruppe eine statistisch signifikante Erhöhung der Laktatwerte. Gestützt wird diese Aussage durch eine ebenfalls signifikant erhöhte Gesamtschwankung der Glukosekurve der Steigungsgruppe sowie durch statistisch signifikant gesunkene Geschwindigkeiten bei Laktatkonzentrationen von 2 und 4 mmol/l (v2- und v4-Werte).   Nach dem kompletten Wintertraining (nach 12 Trainingswochen) erniedrigen sich die Laktatwerte beider Gruppen geringfügig und bewegen sich in Richtung der Ausgangswerte (vor Trainingsbeginn / Belastungstest I). Die durchschnittliche Schwankung der Glukosekurve stagniert. Im Vergleich zum Ausgangstest existiert statistisch gesehen kein Unterschied.   v     Im Blutplasma tritt durch das Wintertraining  keine statistisch belegbare Veränderung der Laktatwerte ein. Bei beiden Gruppen weist hier der Glukosespiegel die geringsten Abweichungen vom Ruhewert auf.   v     Beide Konzepte des Wintertrainings haben sich als geeignet erwiesen, den trainingsbedingten relativ hohen Status einer Grundkondition aufrechtzuerhalten.   v     Das folgende Aufbautraining (6 Wochen) bewirkte im Vollblut beider Versuchsgruppen einen leichten aber nicht signifikanten Rückgang der Laktatwerte, während es im Plasma kaum zu Veränderungen kam. Letztlich lag in beiden Medien kein statistisch belegbarer Unterschied zum Wintertraining, zum Ausgangszustand oder zwischen den Gruppen  vor.   v     Da sich die Gruppen nach dem Aufbautraining nicht unterscheiden, muss auch hier von einer Gleichwertigkeit beider Konzepte ausgegangen werden, weshalb keine positiven Effekte des zusätzlichen Rennbahntrainings der Steigungsgruppe erkannt werden.   v     Keine der beiden jeweiligen Kombinationen aus Winter- und zugehörigem Aufbautraining führte zu einem belegbaren Leistungsfort- oder rückschritt. Beide Konzepte erhalten den Status einer relativ hohen Grundkondition.

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Witt, Sören: Einfluss von Steigungstraining auf dem Laufband und unterschiedlichem Aufbautraining auf den Konditionserhalt bei Vielseitigkeitspferden. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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