Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Manuelle Lymphdrainage nach medianer Laparotomie beim Pferd

Brandhorst, Bianka

This study looks at the effect of manual lymphatic (ML) drainage on horses after colic surgery with ventral midline laparotomy. The horses were patients of the Clinic for Horses of the School of Veterinary Medicine in Hannover. The aim of the study was to investigate a possible reduction of a postoperative (p.o.) collateral edema after ML treatment. The 40  horses were randomly devided into two groups, one group acting as controls. In the other group manual lymphatic drainage carried out from the second day post operation onwards, once a day for 30 minutes. The size of the edema was checked daily using two different methods. First, ultrasonographic measurement of the edema´s depth was carried out with a linear scanner. Second, the width and length were checked with a tape measure. All horses showed a post operative edema, starting on the first day after surgery and increasing up to the 7 th day. After the 7 th day the edema decreased in all horses. On some days, a positive correlation between the incisional length and the size of the collateral edema was noted. The results of the ultrasonographic measurement of day 7 to 10 showed a significant decrease of the edema induced by the manual lymphatic drainage. There was a tendency to enlargement of the collateral edema in the ML-group, but this was not significant. At the end of the observation period, a reduction of the edema of 20 – 25 % was seen in the group treated with ML. Thus, this study shows a positive influence of manual lymphatic drainage on the decrease of collateral edema after ventral midline laparotomy in horses.

Bei 40 Patienten der Klinik für Pferde der Tierärztlichen Hochschule Hannover, die wegen einer Kolik einer Laparotomie unterzogen wurden, wurde die Effektivität der Manuellen Lymphdrainage (ML) als begleitende Therapie untersucht. Ziel der Arbeit war, eine Reduktion des kollateralen Wundödems zu erreichen. Die 40 Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen (Kontrollgruppe und ML-Gruppe) eingeteilt. Die ML-Gruppe wurde täglich beginnend mit dem 2. Tag post operationem einmal während 30 Minuten an den Tagen 2 bis 12 einer Manuellen Lymphdrainage unterzogen. Die Ödemreduktion wurde mit zwei verschiedenen Verfahren kontrolliert. Es wurde täglich die Ödemtiefe an verschieden Ödemorten mit einem Ultraschall-Linearscanner ausgemessen. Weiterhin erfolgte eine Breiten- und Längenmessung des kollateralen Wundödems mit Hilfe eines Maßbandes. Die Untersuchungen zeigten, dass sich bei allen Pferden postoperativ ein Ödem ausbildete, das vom 1. bis 7. Tag post operationem an Umfang und Tiefe zunahm. Anschließend erfolgte bei allen Pferden eine Reduktion des kollateralen Wundödems. Es zeigte sich auch, dass an bestimmten Tagen eine positive Korrelation zwischen der Länge der Operationswunde und der Ausprägung des kollateralen Wundödems bestand. Hinsichtlich der Auswirkungen der ML auf die Ödemausprägung wurde folgendes festgestellt: Vorwiegend in den letzten 4 Beobachtungstagen (7. - 10. Tag) konnte durch Ultraschallmessung an den meisten Messorten eine signifikante Verminderung der Ödemtiefe festgestellt werden.  Dagegen ergab sich eine meist nicht signifikante Tendenz zu einer Vergrößerung des kollateralen Wundödems in der ML-Gruppe. Die Untersuchungen zeigen, dass es am Ende des Untersuchungszeitraumes zu einer 20 - 25 %igen Verminderung der Ödemtiefe kommt. Somit weisen die Ergebnisse darauf hin, das von der Manuellen Lymphdrainage eine positive Wirkung auf die Ödemreduzierung bei Pferden mit kollateralen Wundödem nach medianer Laparotomie ausgeht.

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Brandhorst, Bianka: Manuelle Lymphdrainage nach medianer Laparotomie beim Pferd. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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