Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Therapie der idiopathischen Sebadenitis des Hundes mittels Cyclosporin A (NEORAL)/ vorgelegt von Christina Boss

Boss, Christina

Sebaceous adenitis (SA) is an idiopathic inflammatory destruction of sebaceous glands, occurring in various breeds of dogs. Treatment is currently largely restricted to topical rinsing with limited clinical benefit. The immunomodulator Cyclosporine A (CyA) has sporadically been suggested for the treatment of SA, but detailed clinical studies are lacking. Since SA is considered to be a T-cell mediated autoimmune disease, CyA should theoretically be able to suppress the autoimmune reaction and additionally could stimulate hair growth. The purpose of this clinical study was to systematically evaluate the potential of CyA in the therapy of SA.12 dogs of various breeds with SA were orally treated with CyA at 5 mg/kg/day for 12 months. Using a scoring system, the status of disease was evaluated clinically and histopathologically every 4 months. Inflammatory cells were counted and characterized by immunohistochemistry. In general, the clinical status markedly improved by 50 to 60%. Improvement was already seen after 4 months of treatment. Thereafter, no significant improvement of the clinical picture was noticed. Histologically, the inflammatory processes around the sebaceous glands disappeared after about 8 months of treatment. Subsequently, some hair follicles in areas where formerly no sebaceous glands were seen revealed small sebocytes, possibly suggesting regeneration. Simultaneously, the hyperkeratosis within the follicular infundibulum declined significantly. Cessation of treatment always led to worsening of the clinical picture, associated with marked inflammatory processes at the sebaceous glands. We conclude that CyA at a dose of 5 mg/kg/day is able to significantly reduce the inflammation in SA and subsequently improves the clinical picture by about 60%. This further supports the theory that SA is a T-cell mediated autoaggression. Cessation of treatment leads to reactivation of the autoimmunity, and therefore lifelong treatment appears to be necessary in order to control the disease. Our data suggest that since the causative inflammation is diminished, Cyclosporine A should be considered as the gold standard for the treatment of idiopathic canine sebaceous adenitis, and further clinical investigations are encouraged.

Die idiopathische Sebadenitis des Hundes ist eine immunvermittelte, entzündliche Destruktion der Talgdrüsen. Es handelt sich um eine seltene Erkrankung, von der viele verschiedene Rassen und Mischlinge betroffen sein können. Die bisher eingesetzten Medikamente (topisches Propylenglykol, orale Retinoide, orale Glukokortikoide)  können das klinische Bild nur begrenzt beeinflussen und haben zudem unerwünschte Nebenwirkungen. Cyclosporin A scheint als Therapeutikum geeignet, weil es nicht nur die T-Zell-vermittelte Immunantwort supprimiert, sondern auch einen das Haarwachstum stimulierenden Effekt aufweist. In Einzelfällen wurde von der Behandlung der idiopathischen Sebadenitis mittels Cyclosporin A berichtet.  Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit einer systematischen Untersuchung des Einflusses von Cyclosporin A auf die idiopathische Sebadenitis des Hundes. Zwölf Hunde unterschiedlicher Rassen wurden mit 5mg/kg/Tag Cyclosporin A (NEORAL ®) oral über zwölf Monate behandelt. Mittels spezieller Bewertungssysteme wurde alle vier Monate sowohl der klinische als auch der histologische Krankheitsstatus festgestellt. Die Entzündungszellen wurden immunhistochemisch (CD3, MAC 387, MHC II) differenziert und gezählt. Der klinische  Krankheitsstatus verbesserte sich um 50 bis 60%. Deutliche Besserungen waren schon nach vier Monaten Cyclosporin A Behandlung zu sehen. Anschließend kam es zu keiner weiteren signifikanten Verbesserung des klinischen Bildes. Histologisch konnte festgestellt werden, dass der Entzündungsprozess um die Talgdrüse und deren damit verbundene Destruktion nach rund achtmonatiger Cyclosporin A-Therapie gestoppt wurde. Anschließend konnten an einigen Haarfollikeln aus Hautarealen, wo früher keine Talgdrüsen zu erkennen waren, einzelne kleine Sebozyten ausgemacht werden. Möglichweise handelt es sich dabei um eine Regeneration der Talgdrüsenzellen. Gleichzeitig konnte ein Rückgang der infundibulären Hyperkeratose beobachtet werden Das Absetzen der Cyclosporin A-Therapie führte zu einer Verschlechterung des klinischen Bildes, mit erneutem Auftreten deutlicher Entzündungsprozesse im Bereich der Talgdrüsen. Aus der hier vorliegenden Arbeit läßt sich folgern, daß eine Cyclosporin A-Behandlung von 5mg/kg/Tag zu einem signifikanten Rückgang der Entzündungszellinfiltration im Bereich der Talgdrüsen bei einer idiopathischen Sebadenitis führt. Anschließend kommt es zu einer Verbesserung des klinischen Bildes von 60%. Dieses Ergebnis unterstreicht die Theorie, daß es sich bei der idiopathischen Sebadenitis um eine T-Zell vermittelte Immunerkrankung handelt. Das Absetzen der Cyclosporin A-Behandlung führt zu einer Reaktivierung der Immunantwort, deshalb erscheint eine lebenslange Cyclosporin A-Behandlung notwendig. Nach den vorliegenden Ergebnissen sollte Cyclosporin A als Mittel der Wahl für die Behandlung der idiopathischen Sebadenitis des Hundes gelten. Weitere klinische Untersuchungen in diesem Bereich, insbesondere zur kausalen Klärung der Entzündungsreaktion, wären wünschenswert.

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Boss, Christina: Untersuchungen zur Therapie der idiopathischen Sebadenitis des Hundes mittels Cyclosporin A (NEORAL)/ vorgelegt von Christina Boss. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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