Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Zum Kenntnisstand des Schneeleoparden (Uncia uncia)

Brase, Katja

This work’s target is an overview of the Irbis (Panthera uncia): its biology, behaviour and location, using different literature sources, comparisons and investigations on Irbisses in their natural living space and in confinement.   This dissertation is the first detailed survey of irbis´ diseases and their therapies, specially focussing on the conservation of this cat, threatened by extinction.   As the snow leopard is observed in his natural habitat very rarely the literature is mainly based on investigations of captive leopards.   Taxonomically the Irbis is classified to the species Pantherinae, but based on anatomic data we find they don’t fit exactly. Some authors (ROGERS  2001; NOWELL & JACKSON 1995; GRZIMEK 1978) classify the snow leopard as a unique species Uncia, located between Felinae and Pantherinae.   The snow leopard as a wild cat shows low aggressiveness towards members of the same species as well as towards humans. It’s distinct vocal repertoire is most conspicuous during the mating season and when copulating. Even the adult animal is a loner and stays among his own species during the mating season only; generally it is solitary. Kept in captivity pairs will form bonds lasting several years.   Being a dexterous hunter, the Irbis preys on animals three times his size. It kills livestock in captivity and can have a large economic impact on a community.   After several successive copulations (matings) and a pregnancy of 100 days the females will bear 1-4 cubs. The cubs will stay with their mother until they are 19-20 months old.   The living space of these rare cats includes 14 countries and covers terrain that is difficult for human beings to access. Generally the cats stay in rocky places, cliffs, ridges and slopes but seldom can be found underneath the timberlines.   The big cat has adapted very well to the cold climate and is well camouflaged having light fur with dark rosettes. That’s the reason why determining how many there are, important for the conservation of this night-active cat, is so difficult.   Some countries of origin of the snow-leopard are economically poor where people are usually not very interested in preserving the nature. Spreads of villages and pastures amongst the Irbis territories as well as the intensive legal hunting in the past and todays poaching of the cat and their prey have caused a dramatic decrease in the population in the past 10 years.   High black market prices, illegal trading of animal products and comparatively low punishments for breaking the law have resulted in continued poaching of the snow leopard.   To preserve the Irbis as a species, protection is necessary not only in the countries of its origin. Other countries – especially the Western Industrial Nations - must be informed to protect those animals and, for example, requested to prevent snow-leopard-pelt trading. European, American and Asian relief organisations have successfully targeted the international protection of the snow-leopard. Species survival plans have been established and the inhabitants of snow-leopard territories have been informed about living with the animals and the importance of maintaining the species. National parks have been established; hunting, killing and trading is prohibited in all countries in which Irbisses are living.  Snow leopards are kept in captivity and successfully bred in zoos and parks all around the world.  One key opportunity in the struggle for preservation of the species would be to offer a veterinary programme encouraging owners to manage their livestock differently in order to decrease the economic impact of predation by the snow leopard.   An international studbook has been in existence since 1978 and is updated by the Helsinki Zoo, Finland.   Generally diseases of the snow leopard can be treated like those of small cats. The snow leopard’s size, its defending power and the enormous stress factor during net-catching or being-caged usually requires sedation to allow treatment.    Descriptions of diseases of the Irbis, are reported primarily from zoos and parks, because of the lack of information about diseases in free living snow leopards.   The mortality of juvenile snow leopards held in captivity is mostly caused by viral infections. For the Irbis in the zoo, the most common viral diseases are Panleukopenia and Feline Immundeficiency Virus (FIV).  Although a FIV Infection is almost impossible in wild life, snow leopards in zoos and parks are successfully vaccinated and bred. Among organic diseases there is a high frequency of  hepatic diseases, particularly liverfibrosis and –zirrhosis.

Ziel dieser Arbeit ist es, den gegenwärtigen Wissenstand über den Schneeleoparden oder Irbis (Panthera uncia) weitestgehend zu erfassen. Es wurden Literaturquellen zusammengetragen, die Aufschluss über seine Biologie, insbesondere Verhalten und Verbreitung geben. Verwendet wurden Quellen mit Beobachtungen und Unter-suchungen an Irbissen in ihrem natürlichen Lebensraum, sowie in Gefangenschaft lebender Tiere. Erstmalig wurde eine umfassende Aufstellung der Krankheiten  des Irbisses und deren Therapie erstellt. Besondere Berücksichtigung erhielt der Artenschutz der vom Aussterben bedrohten Raubkatze.   Da der Schneeleopard in seinem natürlichen Lebensraum nur sehr selten beobachtet werden kann, basieren viele Literaturquellen auf Untersuchungen von in Gehegen lebenden Tieren.   Taxonomisch ist der Irbis, nicht zuletzt durch Untersuchungen der Chromosomenstruktur (GRIPENBERG et al. 1982) den Pantherinae zuzuordnen, wobei diese Einordnung aufgrund anatomischer Daten Unklarheiten aufwirft. Einige Autoren (ROGERS  2001; Nowell & Jackson 1995; GRZIMEK 1978) stellen ihn in die eigene Gattung Uncia zwischen Felinae und Pantherinae.   Der Schneeleopard ist eine Raubkatze, die wenig Aggressivität sowohl gegen Artgenossen als auch gegen den Menschen zeigt. Sein ausgeprägtes Vokalrepertoire ist während der Ranz und beim Deckakt besonders auffällig. Zwar ist das adulte Tier ein Einzelgänger und verweilt nur während der Paarungszeit unter Artgenossen, es zeigt aber ein hohes Maß an sozialem Verhalten. Wenn es in Gehegen gehalten wird, geht es enge Partnerbindungen ein, die über Jahre bestehen können.   Als geschickter Jäger reißt der Irbis gelegentlich Beutetiere, die dreimal so groß und schwer sind wie er selbst. Dringt er in Nutztierherden ein, so kann er großen wirtschaftlichen Schaden anrichten.   Nach mehreren aufeinander folgenden Kopulationen bringen die Weibchen nach einer Tragezeit von durchschnittlich 100 Tagen meist 1-4 Junge zur Welt. Die Welpen bleiben bis zu einem Alter von 19-20 Monaten bei der Mutter.   Der Lebensraum der seltenen Großkatze umfasst 14 Länder und liegt in einem Gelände, das für den Menschen nur schwer zugänglich ist. Im Allgemeinen bevorzugt der Schneeleopard felsige Gegenden, steile Klippen, Grate und Hänge, selten findet man ihn unterhalb der Baumgrenze. Die Raubkatze hat sich hervorragend an kaltes Klima adaptiert und ist mit ihrem hellen, mit dunklen Rosetten überzogenen Fell in ihrer natürlichen Umgebung gut getarnt. So gestalten sich die für den Artenschutz wichtigen Zählungen der meist dämmerungs- und nachtaktiven Katze schwierig.   Einige der Ursprungsländer des Schneeleoparden befinden sich in politisch schwierigen Situationen. Die Menschen leben in Armut und der Schutz von Flora und Fauna ist ihnen nur schwer nahe zu  bringen. Die Ausbreitung der Dörfer und Weiden in Irbis-Territorien sowie die ehemals zugelassene intensive Bejagung  und die jetzige Wilderei der Katze und ihrer Beutetiere hatten in den letzten Jahrzehnten einen drastischen Rückgang ihrer Population zur Folge. Hohe Schwarzmarktpreise, illegaler Handel mit Tiermaterial und vergleichsweise geringe Strafen bei Missachtung der Gesetze führen dazu, dass Schneeleoparden noch immer gewildert werden.   Um den Irbis als Art zu erhalten, ist der Schutz nicht nur in den Ländern, in denen er vorkommt, wichtig. Es gilt auch in anderen Ländern auf den Schutz dieser Tiere hinzuweisen, um so beispielsweise den Markt für Schneeleopardenfelle zu unterbinden. Dieses betrifft auch und insbesondere die westlichen Industrienationen.  Europäische, amerikanische und asiatische Hilfsorganisationen haben sich den internationalen Schutz des Schneeleoparden zum Ziel gemacht und verzeichnen gute Erfolge. So gibt es Erhaltungspläne, die die Einwohner der Verbreitungsländer über den Irbis aufklären, ihnen Hilfe im Umgang mit den Tieren bieten und ihnen die Wichtigkeit der Arterhaltung zu vermitteln versuchen. Nationalparks wurden errichtet und Tötung und Handel in allen Ursprungsländern verboten. Ein Kernpunkt der Artenschutzbemühungen in situ wären tierärztliche Hilfsprogramme zur Optimierung des Haustiermanagements in Extensivhaltung, um die ökonomische Bedeutung von Haustierrissen durch den Schneeleoparden zu verringern.   Weltweit werden die Tiere in Zoos und Parks gehalten und mit Erfolg gezüchtet. Ein internationales Zuchtbuch besteht seit 1978. Es wird vom Zoo in Helsinki, Finnland, geführt.    Erkrankungen des Schneeleoparden sind im Allgemeinen wie die von Großkatzen zu behandeln. Die Größe und Wehrhaftigkeit der Katze, sowie die erhebliche Stressbelastung beim Fang in  Netzen oder beim Unterbringen in Zwangkäfigen machen eine Behandlung unter Narkose in den meisten Fällen notwendig.   Beschreibungen von speziell beim Irbis vorkommenden Infektionen und deren Therapieansätze stammen vorrangig aus Zoos und Parks, da über Erkrankungen freilebender Tiere nur sehr wenig bekannt ist.   Die häufigsten Todesursachen der in Gehegen lebenden Jungtiere sind Infektionskrankheiten. Panleukopenie und Infektionen mit dem Felinen Immundeficiency Virus (FIV) sind für den Irbis die häufigsten viralen Erkrankungen im Zoo, wobei eine FIV Infektion in freier Wildbahn aufgrund mangelnder Übertragungswege nahezu ausgeschlossen wird.  Umfangreiche Impfungen haben sich bewährt. Die erfolgreiche Nachzucht und Haltung von Irbissen in Zoos und Parks bestätigen die Richtigkeit der Maßnahmen. Unter den Organkrankheiten werden sehr häufig Hepatopathien, insbesondere die Leberfibrose und –zirrhose beschrieben.

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Brase, Katja: Zum Kenntnisstand des Schneeleoparden (Uncia uncia). Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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