Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Serologische Untersuchungen auf Antikörper gegen Sarcoptes scabiei v. suis in sauenhaltenden Betrieben mit unterschiedlichen Behandlungsstrategien gegen Ektoparasiten

Dockmann, Jörg

The aim of this study was a serologic screening in pig breeding farms with different treatment concepts for the detection of antibodies against Sarcoptes scabiei var. suis. The diagnostic test used was the Sarcoptes-ELISA 2001 â (AFOSA GmbH, Luckenwalde). This assay appeared most suitable for the investigations due to sensitivity and specificity described earlier. The different breeding farms were divided into three categories (category 1: not suspicious for mange, no treatment against ectoparasites for a longer time (n = 7), category 2: with regular treatment against ectoparasites (n = 14), and category 3: with irregular treatment against ectoparasites (n = 4)). From these 25 herds, with 13884 sows in total, altogether 1269 blood samples were examined. The herd size varied from 13 to 2800 sows. Breeding farms of the category 1 were classified serologically as “not suspicious for mange”, however in each of 2 breeding herds (category 1) 1 positive result were obtained. In herds of the categories with regular treatment (category 2 : category 2a with treatment by reproduction  and category 2b with herd treatment two or three times a year)  the serological classification often was difficult. Some of these farms were still infected and therefore the prevalence of positively tested animals varied between 1,67 and 25,42 %. Three of four breeding herds of the category 3 were serologically classified as strongly suspicious for mange. An infection with sarcoptic mites was confirmed in these 3 herds by examination of ear skin scrapings and the prevalence of seropositive tested samples in these herds varied between 31 and 46 %. Also the highest single serotiters were measured in these farms of category 3. Additionally correlations between skin lesions (skin index), scratching index, age as well as the serological results were investigated. The probability to find seropositive animals increases, when a preselection of sows is made by marked skin lesions and the age of the animals. Older Sows were more suitable for finding antibodies against S. scabiei v. suis. The scratching index showed a high correlation to the prevalence of seropositive results and to the average height of antibody levels in the examined farms. Recommendations for practicable sample numbers are made. An experimental infection should clarify whether cross-reactive antibodies are induced by house dust mites (Dermatophagoides pteronyssinus). Two groups of 5 specific pathogene free piglets each were exposed to house dust mites  by feeding or by skin scarification, 5 specific pathogene free animals served as untreated control group. Up to 7 weeks post infection no antibodies (maybe caused by house dust mites) against Sarcoptes scabiei var. suis could be detected by the Sarcoptes-ELISA 2001â, but it was not examined weather any antibody reaction against house dust mites took place. Bloodserum and bloodplasma samples of 107 sows were tested comparative using the Sarcoptes-ELISA 2001â. Plasma titers showed good corresponding results. Comparative serological investigations harvesting sera from 17 sows and from 4 suckling piglets (3-5 days old) from each litter monitoring their colostral antibodies obtained good agreements regarding serum antibody titers against Sarcoptes scabiei var suis.  Samples of piglets and sows from a breeding herd unsuspicious for mange reacted all clearly seronegative, while serum of piglets from breeding herds with a proven Sarcoptes infection usually demonstrated even higher antibody levels than the associated sow serum. Altogether the Sarcoptes-ELISA 2001â supplied useful and comprehensible results and may be used as a sensitive instrument of mange control.

Das Ziel dieser Arbeit war ein serologisches Herdenscreening zur Feststellung von Antikörpern gegen Sarcoptes scabiei var. suis in Betrieben mit unterschiedlichen Behandlungskonzepten. Verwendung fand der Sarcoptes-ELISA 2001â (AFOSA GmbH, Luckenwalde), der aufgrund von Sensitivität und Spezifität früherer Untersuchungen am geeignetsten erschien. Die verschiedenen Bestände wurden in Kategorie 1 (räudeunverdächtige Betriebe, die langzeitig schon keine Ektoparasitenbehandlung mehr durchführen, n = 7), Kategorie 2 (Betriebe, die regelmäßige Ektoparasitenbehandlungen (unterteilt in 2a: reproduktionsgebundene Behandlung n = 7 und 2b: bestandsweise Behandlung n = 7) durchführen oder bis vor kurzem durchgeführt haben), und Kategorie 3 (Betriebe, die nur sporadisch Ektoparasitenbehandlungen durchführen, n = 4) eingeteilt. Insgesamt wurden 1269 Blutproben in 25 Betrieben mit 13884 gehaltenen Sauen untersucht. Die Betriebsgrössen variierten von 13 bis 2800 Sauen. Betriebe der Kategorie 1 wurden serologisch als räudeunverddächtig eingestuft, jedoch wurden in 2 Betrieben dieser Kategorie je 1 positives Ergebnis ermittelt. In Beständen der Kategorien 2a und 2b war die Einstufung aufgrund der serologischen Ergebnisse oft nicht sicher. Diese Bestände waren oft noch infiziert und die Prävalenzen positiv getesteter Tiere schwankten zwischen 1,67 und 25,42 %. Betriebe der Kategorie 3 waren bis auf eine Ausnahme serologisch als stark räudeverdächtig einzustufen. Eine Infektion mit Sarcoptes-Milben wurde in 3 von 4 untersuchten Beständen durch Ohrhautgeschabsel bestätigt. Seroprävalenzen von 31 – 46 % wurden hier in den Stichproben ermittelt. Die höchsten Einzeltiter wurden ebenfalls in diesen Betrieben der Kategorie 3 gemessen. Zusätzlich wurde geprüft ob Zusammenhänge von Hautveränderungen (Hautindex), Scheuerindex und Alter in Bezug auf das serologische Ergebnis bestehen. Dabei war die Wahrscheinlichkeit seropositive Tiere zu finden erhöht, wenn eine Vorselektion der Probanden auf hochgradige Hautveränderungen und das Alter vorgenommen wurde. So zeigten Sauen mit sechs oder mehr Würfen häufiger positive Serotiter als jüngere Tiere. Der Scheuerindex korrelierte mit der Prävalenz der Seroreagenten und mit der mittleren Titerhöhe in den Beständen. Es wurden weiterhin Empfehlungen für geeignete Probenzahlen für das Herdenscreening gegeben. Ein Infektionsversuch sollte abklären, ob durch Hausstaubmilben (Dermatophagoides pteronyssinus) möglicherweise kreuzreaktive Antikörper hervorgerufen werden. Zwei Gruppen von je 5 Ferkeln wurden mit Hausstaubmilben in Kontakt gebracht (p. os oder durch Hautskarifikation), 5 Tiere dienten als Kontrollgruppe. Blutserologisch waren auch 7 Wochen post infectionem mit dem Sarcoptes-ELISA 2001â keine Antikörper gegen Sarcoptes scabiei var. suis nachzuweisen. Da ein Nachweis auf  Antikörper gegen Haustaubmilben unterblieb, kann keine Aussage über eine mögliche Kreuzreaktion  zwischen Hausstaub- und Räudemilben gemacht werden. Im Vergleich zu Serumproben kann auch Blutplasma als gut geeignet zur Antikörperdiagnostik mit dem Sarcoptes-ELISA 2001â angesehen werden. Bei parallelen Untersuchungen von 107 Proben wurden gute Übereinstimmungen bezüglich des serologischen Testergebnisses erreicht. Vergleichende serologische Untersuchungen von 17 Sauen und jeweils 4 Saugferkeln (3 - 5 Tage alt) aus dem dazugehörigen Wurf erzielten eine ebenso gute Übereinstimmungen der serologischen Testergebnisse. Die Ferkel- und Sauenproben aus Würfen (n = 4) eines räudeunverdächtigen Betriebes reagierten alle deutlich seronegativ, während die Ferkelseren in Würfen eines Betriebes mit nachgewiesener Sarcoptes-Infektion in der Regel höhere Titer als die zugehörigen Muttertierseren aufwiesen. Insgesamt lieferte der Sarcoptes-ELISA 2001â brauchbare und nachvollziehbare Ergebnisse und kann in der Räudediagnostik als empfindliches Instrument bei der Kontrolle der Räudefreiheit von Sauenbeständen eingesetzt werden.

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Dockmann, Jörg: Serologische Untersuchungen auf Antikörper gegen Sarcoptes scabiei v. suis in sauenhaltenden Betrieben mit unterschiedlichen Behandlungsstrategien gegen Ektoparasiten. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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