Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Verhinderung der neonatalen Infektion von Welpen mit Toxocara canis WERNER 1782 (Anisakidae) durch Behandlung der Hündin während der Trächtigkeit mit Emodepsid

Tänzler, Janina

These investigations tested to which extend prenatal and galactogenic infections of puppies with Toxocara canis can be prevented by treatment of the bitch with the anthelmintic substance emodepside. Eighteen experimentally infected bitches were used, from which six dogs stayed untreated. Six dogs were treated daily between day 42 of pregnancy (treatment group 1) and six dogs were treated every third day between day 42 of pregnancy and birth of their puppies (treatment group 2). Both groups were treated orally with a tablet formulation at a dose rate of 1 mg emodepside / kg body weight. Three parameters were used to examine the efficacy of emodepside: number of somatic larvae after tissue digestion of liver, lungs, kidneys, skeletal muscle, stomach and gut inclusive contents (euthanasia of the puppies directly after birth), number of parasite eggs per gram faeces and number of intestinal stages of T. canis after gut washing (euthanasia of the puppies on the 35th day of life). Faecal egg reduction in treatment group 1 was 99,9 %, reduction of somatic larvae after tissue digestion was 96,4 % and reduction of the number of intestinal stages after gut washing was 99,9 %. In treatment group 2 the faecal egg reduction was also 99,9 %. For the parameter number of somatic larvae after tissue digestion and number of intestinal stages after gut washing the reduction in treatment group 2 was calculated with 93,8 % and 98,7 % respectively. The efficacy of emodepside in both treatment groups for each parameter and the mean of the three parameters for each group (treatment group 1= 98,7 %, treatment group 2= 97,5 %) exceed the required effectiveness from the International Cooperation on Harmonisation of Technical Requirements for Registration of Veterinary Medicinal Products (VICH) Guideline 7 of at least 90 % for anthelmintical substances. In addition to the parasitic studies haematological parameters as number of red and white blood cells, haematocrit, haemoglobin, neutrophile and eosinophile granulocytes and lymphocyte counts as well as serological parameters as the liver enzymes aspartate- aminotransferase, alanine- aminotransferase, glutamate- dehydrogenase (in the bitches only), from bitches and their puppies were measured. From the second week of life all bitches of the nonmedicated group and their puppies were positive for T. canis eggs. The puppies showed signs of a severe toxocarosis. The puppies of both treatment groups showed no changes in clinical attitude or body development until the end of the investigations. An eosinophilia was observed in the bitches and puppies of the nonmedicated group over the whole study period and this was interpreted as sign of the infection with T. canis. In contrast to the puppies of the two medicated groups the puppies of the nonmedicated group showed an increase of the liver enzymes during the first to weeks of life. No significant differences were seen in the other haematological parameters between the bitches or the puppies of the different study groups. No side effects were seen in the bitches nor showed the puppies malformation due to the treatment with emodepside.

In der vorliegenden Arbeit wurde geprüft, in welchem Maße durch Behandlung der Mutterhündinnen mit Emodepsid pränatale und galaktogene Infektionen ihrer Welpen mit Toxocara canis verhindert werden können. Die Untersuchungen erfolgten an achtzehn experimentell mit T. canis infizierten Beaglehündinnen. Von diesen dienten sechs Tiere als unbehandelte Kontrollgruppe. Zwei unterschiedliche Behandlungsschemata wurden angewendet. In der Behandlungsgruppe 1 (B1) wurden sechs Hündinnen ab dem 42. Trächtigkeitstag täglich bis zur Geburt und in der Behandlungsgruppe 2 (B2) sechs Hündinnen ab dem 42. Trächtigkeitstag alle drei Tage bis zur Geburt der Welpen mit jeweils 1 mg Emodepsid / kg Körpergewicht oral als Tablettenformulierung behandelt. Die Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung erfolgte durch die Ermittlung von drei Zielgrößen bei den Welpen: Anzahl somatischer Larven von T. canis in Verdauungsproben der Leber, Lunge, Niere, Magen-Darmtrakt inklusive Inhalt und Muskulatur (Euthanasie der Welpen direkt nach der Geburt), Anzahl ausgeschiedener Eier pro Gramm Kot und Anzahl intestinaler Stadien von T. canis nach Darmauswaschung (Euthanasie der Welpen am 35. Lebenstag). Die prozentuale Wirksamkeit von Emodepsid in B1 betrug für die Zielgröße Anzahl ausgeschiedener Eier pro Gramm Kot 99,9 %, für die Zielgröße Anzahl somatischer Larven in den Verdauungsorganen 96,4 % und für die Zielgröße Anzahl intestinaler Stadien im Darm 99,9 %. In B2 wurde für die Zielgröße Anzahl ausgeschiedener Eier pro Gramm Kot ebenfalls eine Wirksamkeit von 99,9 % erreicht. Für die Zielgröße Anzahl somatischer Larven wurde mit dem Behandlungsschema 2 eine prozentuale Wirksamkeit von Emodepsid von 93,8 % und für die Zielgröße Anzahl intestinaler Stadien im Darm von 98,7 % erzielt. In beiden Behandlungsschemata lag die prozentuale Wirksamkeit von Emodepsid für die einzelnen Zielgrößen sowie auch der Mittelwert aus diesen Zielgrößen in jeder Behandlungsgruppe (B1= 98,7 %, B2= 97,5 %) deutlich über der von der International Cooperation on Harmonisation of Technical Requirements for Registration of Veterinary Medicinal Products (VICH) Guideline 7 geforderten prozentualen Mindestwirksamkeit von 90 % für anthelminthisch wirksame Substanze. Mit beiden Behandlungsschemata wurde eine deutliche Reduktion der pränatalen T. canis Infektion bei den Welpen erreicht. Begleitend zu den parasitologischen Untersuchungen wurden bei Mutter- und Jungtieren die Blutwerte Erythrozyten- und Leukozytenzahl, Hämatokrit, Hämoglobin, neutrophile und eosinophile Granulozyten und Lymphozyten sowie die Leberenzyme Aspartat- Aminotransferase, Alanin- Aminotransferase, und bei den Muttertieren zusätzlich Glutamat- Dehydrogenase, bestimmt. Eine patente T. canis Infektion wurde bei den Kontrollhündinnen und deren Welpen ab der zweiten Woche nach Geburt nachgewiesen. Alle Welpen der unbehandelten Hündinnen zeigten ab der zweiten Lebenswoche zunehmend Symptome einer massiven Toxocarose. Die Welpen der beiden Behandlungsgruppen blieben bis zum Versuchsende im Allgemeinbefinden und in ihrer Entwicklung unbeeinträchtigt. Als zusätzlichen Hinweis auf eine T. canis Infektion wurde bei den Kontrolltieren und deren Welpen über den gesamten Versuchszeitraum eine deutliche Eosinophilie festgestellt. Die Welpen der Kontrollgruppe wiesen zu dieser Eosinophilie in der ersten Lebenswoche noch eine Erhöhung der Leberenzyme auf. Bei den übrigen Blutparametern wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Kontroll- und Behandlungstieren sowie deren Welpen ermittelt. Durch die Behandlung mit Emodepsid wurden weder bei den Hündinnen Unverträglichkeitserscheinungen noch bei den Welpen pathologischen Veränderungen, die auf die Behandlung zurückzuführen sind, beobachtet.

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Tänzler, Janina: Verhinderung der neonatalen Infektion von Welpen mit Toxocara canis WERNER 1782 (Anisakidae) durch Behandlung der Hündin während der Trächtigkeit mit Emodepsid. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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