Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Wirkung von Biotin auf die Klauenhornqualität von wachsenden Schweinen

Timmer, Michaela

The influence of biotin on the claw horn quality of growing pigs was examined in a basis breeding plant of a German breeding organization.  In the course of this experiment, during the period of one year, the complete number of feed used in the plant was mixed with biotin to a concentration rate of 2000 µg per kg feed. In the beginning of the experiment, five groups of sows with eight animals each were built. The sows of the single groups were each in the same state of gestation. Farrowing took place gradually with time lags of approx. four weeks, consequently different periods of time of intrauterine action of the biotin on the foetus re­sulted. Before starting and in the further course of the experiment, the claws of the female breed as well as of the sows were examined regularly under clinical-macroscopical aspects.  At the same time, the claw hardness degree was measured by means of different procedures according to Shore. Additionally, milk, blood and feed samples were collected and their biotin rate evaluated. Moreover, horn samples from the coronary and solear horn area of se­lected young sows were examined histometrically. The clinic-macroscopical examinations had as a result an improvement of the claw health after starting the biotin supplementation. The most evident improvements compared with the initial situation showed after the age-level 80th day of life. As concerns animals at an age of 160 days of life, in the course of the supplementation, longitudinal cracks in the horn wall of the front and behind claws as well as coronary band lesions and bruising in the wall of the behind claws were less visible. Moreover, at the outside claws, vertical wall cracks, lesions of the white line, separations of the junction in the area of the heel-sole-border and erosions in the heel horn were evident to a small extent. At the inside claws, erosions in the heel area were less visible. Also the results of the clinical-macroscopical examination of the sows showed an improvement of the claw health in the course of the biotin supplementation. On the occasion of the clinical-macroscopical examination, lesions of the claws could already be observed at the preweaning piglets. In the case of the succeeding female breed, the measured horn hardness degree in the sole area and partially also in the area of the lateral horn side increased after starting the biotin supplementation. The marrow rate of the coronary horn tubules rose, the number of horn tubules remained constant. The plasma biotin proportion was negatively correlated with erosions in the heel horn, i. e. as well at the outside as the inside claws. Parallelly, the horn hardnesses of the soles and the lateral wall of the back foot correlated positively with the plasma biotin proportion. The results of this experiment allow the conclusion, that a biotin supplementation to a high concentration for a longer period of time improves the claw health. The existing feeding re­commandations for biotin should be reflected, since modern pig races furnish higher mast results as well as improved reproduction results. It also must be considered that beside the biotin many further factors take influence on the claw health. Among others, genetic influences and the holding conditions play an essential role.

Der Einfluss von Biotin auf die Klauenhornqualität von wachsenden Schweinen wurde in einem Basiszuchtbetrieb einer deutschen Zuchtorganisation untersucht. Im Rahmen dieses Feldversuchs wurden über einen Zeitraum von einem Jahr alle auf dem Betrieb verwendeten Futtersorten mit Biotin in einer Konzentration von 2000 µg/kg Futter versetzt. Zu Beginn des Versuchs wurden fünf Sauengruppen zu je acht Tieren gebildet. Die Sauen der einzelnen Gruppen befanden sich jeweils im gleichen Trächtigkeitsstadium. Die Abferkelung erfolgte gestaffelt im Abstand von ca. vier Wochen, dadurch ergab sich eine unterschiedlich lange intrauterine Einwirkungszeit des Biotins auf die Früchte. Vor Beginn und im weiteren Verlauf des Versuchs wurden die Klauen der weiblichen Nachzucht sowie der Sauen regelmäßig klinisch-makroskopisch untersucht. Parallel wurde die Klauenhornhärte mit Hilfe von ver­schiedenen Verfahren nach Shore gemessen. Begleitend wurden Milch-, Blut- und Futterproben gesammelt und deren Biotingehalt bestimmt. Daneben wurden von ausselek­tierten Jungsauen Hornproben aus dem Bereich des Kron- und Sohlenhorns histometrisch untersucht. Die klinisch-makroskopischen Untersuchungen ergaben eine Verbesserung der Klauenge­sundheit nach Beginn der Biotinsupplementierung. Besonders deutliche Verbesserungen im Vergleich mit der Ausgangssituation stellten sich ab der Altersstufe 80. Lebenstag dar. Bei den Tieren im Alter von 160 Lebenstagen waren im Verlauf der Supplementierung an den Vorder- und Hinterklauen Klüfte in der Hornwand sowie an den Hinterklauen Kronsaumver­letzungen und Hämatome in der Wand geringer ausgeprägt. Des Weiteren waren an den Außenklauen Spalten in der Wand, Verletzungen der Weißen Linie, Zusammenhangstrennungen im Bereich der Ballen-Sohlen-Grenze und Erosionen im Ballen­horn in geringerem Umfang nachweisbar. An den Innenklauen waren Erosionen im Ballenbe­reich geringer ausgeprägt. Auch die Resultate der klinisch-makroskopischen Untersuchung der Sauen zeigten eine Verbesserung der Klauengesundheit im Verlauf der Biotinsupplemen­tierung. Im Rahmen der klinisch-makroskopischen Untersuchung konnten bereits bei den Saugferkeln Läsionen an den Klauen beobachtet werden. Bei der weiblichen Nachzucht nahmen die Werte der Hornhärtemessung im Bereich der Sohle und teilweise auch im Bereich der seitlichen Hornwand nach Beginn der Biotinsupplementierung zu. Der Markanteil der Hornröhrchen im Kronhorn stieg, die Anzahl der Hornröhrchen blieb gleich. Der Plasmabiotingehalt war negativ korreliert mit Erosionen im Ballenhorn, und zwar sowohl an den Außen- als auch an den Innenklauen. Parallel korrelierten die Hornhärten der Sohle und der Seitenwand des Hinterfußes positiv mit dem Plasmabiotingehalt. Die Resultate dieses Versuchs lassen den Schluss zu, dass eine Biotinsupplementierung in hoher Konzentration über einen längeren Zeitraum die Klauengesundheit verbessert. Die be­stehenden Fütterungsempfehlungen für Biotin sollten überdacht werden, da die modernen Schweinerassen sowohl höhere Mastleistung als auch bessere Reproduktionsleistungen erbringen. Es ist auch zu berücksichtigen, dass neben dem Biotin viele weitere Faktoren Ein­fluss auf die Klauengesundheit nehmen. Unter anderem spielen genetische Einflüsse und die Haltungsbedingungen wesentliche Rollen.

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Timmer, Michaela: Untersuchungen zur Wirkung von Biotin auf die Klauenhornqualität von wachsenden Schweinen. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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