Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Vergleichende Studie zu unterschiedlichen Operationstechniken bei Frakturen und Exostosen am Griffelbein des Pferdes

Wienker, Ines

This study compares two different techniques of partial splint bone amputation. The two techniques are, by using an oscillating saw and using chisel and mallet.   In the bibliographic review, the anatomy of the splint bone region and the diseases that indicate splint bone amputation are given. Furthermore, different amputation techniques and their resulting complications are also described.   A retrospective evaluation using radiographs and medical records of the patients with partial splint bone amputation at the Telgte Veterinary Clinic, was carried out. Isolated limbs were used to investigate the extent of surgical trauma of the remaining splint bone stump. Digital Luminescence Radiography and Direct Magnification Radiography (Feinfocus) were applied for documentation.   The splint bone amputation using an oscillating saw, shows better results. This resulted in a significantly (p<0,01) higher rate of patients without lameness, two to three month after surgery and a significantly (p<0,01) lower rate of patients showing a callus formation at the splint bone stump. Furthermore, the extent of callus production is smaller after surgery using an oscillating saw. In the experimental study, microfissures and splintered edges at the stump can be found more frequently, after the amputation using chisel and mallet.   On the basis of this study, the splint bone amputation by an oscillating saw can be recommended. In order to gain optimised surgery, the neighbouring cannon bone should be protected from iatrogenic trauma. This can be done by inserting surgical instruments between the splint bone and the cannon bone. Additionally, intra-operative Fluoroscopy ought to be done. Furthermore, the sawing should be done axially as well as bi-axially. In this way the last part of the bone that is cut through, is in the middle of the splint bone next to the cannon bone. Splintered edges at the splint bone stump can be avoided by this procedure.

Im Rahmen dieser Studie wurden zwei verschiedene Techniken der partiellen Griffelbeinamputation miteinander verglichen. Dabei handelte es sich um die neue Technik mittels oszillierender Säge und die häufig beschriebene Technik mit Hammer und Meißel.   In der Literaturübersicht werden die anatomischen Verhältnisse, die Erkrankungen, die eine Indikation zur Operation darstellen, und unterschiedliche Operationstechniken sowie auftretende Komplikationen dargestellt.   Aus dem Patientenmaterial der Tierärztlichen Klinik in Telgte wurden die Röntgenbilder und Patientenakten der Pferde ausgewertet, an denen eine partielle Griffelbeinamputation durchgeführt wurde. In einem experimentellen Teil wurde anhand von Gliedmaßenpräparaten die chirurgische Traumatisierung des verbleibenden Griffelbeinstumpfes überprüft. Zur Dokumentation dienten dabei die Digitale Lumineszenz-Radiographie und die Direktvergrößerungsradiographie (Feinfocus).   Die Studie zeigt, dass deutlich bessere Ergebnisse nach einer Amputation mit der oszillierenden Säge erzielt werden. Dieses bezieht sich auf einen signifikant (p<0,01) höheren Anteil an lahmfreien Patienten bereits zwei bis drei Monate nach der Operation, sowie auf eine signifikant (p<0,01) geringere Häufigkeit einer Kallusbildung am Griffelbeinstumpf. Darüber hinaus sind die Ausmaße eines entstehenden Kallus nach der Amputation mit der oszillierenden Säge kleiner. An den experimentell amputierten Griffelbeinen werden nach der Amputation mit einem Meißel häufiger Mikrofissuren sowie feine Knochenabsprengungen festgestellt als dies mit der oszillierenden Säge der Fall ist.   Aufgrund dieser Studie kann die partielle Amputation des Griffelbeins mittels oszillierender Säge empfohlen werden. Um optimale Operationsergebnisse zu erzielen, sollte auf eine sorgfältige Schonung des Röhrbeins während der Durchtrennung des Griffelbeins geachtet werden. Dieses kann durch das Einbringen von Instrumenten in das Spatium interosseum in Kombination mit einer intraoperativen C-Bogenkontrolle erreicht werden. Ferner sollte wechselseitig sowohl von axial als auch von abaxial gesägt werden, so dass der letzte zu durchtrennende Knochenabschnitt in der Mitte des Griffelbeins an der dem Spatium interosseum zugewandten Seite liegt. Auf diese Weise können feine Knochenabsprengungen am Griffelbeinstumpf verhindert werden.

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Wienker, Ines: Vergleichende Studie zu unterschiedlichen Operationstechniken bei Frakturen und Exostosen am Griffelbein des Pferdes. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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