Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Vererbung von Augenkrankheiten beim Englischen Cocker Spaniel

Zadil, Sinet-Jasmin

The objective of the present study “Inheritance of eye diseases in English Cocker Spaniels” was to analyse the prevalences, inheritance and mode of inheritance of distichiasis, persistent pupillary membran (PPM), non congenital cataract and progressive retinal atrophy (PRA) in the English Cocker Spaniel population of Germany. Therefore analysis of variance, variance component estimations and segregation analyses were employed. The effects of gender, coat color, inbreeding coefficient, birth year, litter size, number of examinations per veterinarian and age at onset or last ophthalmological examination were included in the analysis of variance. Gender and age at onset or last ophthalmological examination were significant for the prevalence of distichiasis. A significant influence on the prevalence of PPM was exerted by the effects of coat color, gender, examinations per veterinarian and age at onset or last ophthalmological examination. For non congenital cataract coat color and inbreeding coefficient were significant. None of the tested effects showed a significant influence on the prevalence of PRA. The following heritabilities were estimated after transformation of the estimates onto a liability model: Distichiasis h2 = 0.52 PPM h2 = 0.54, non congenital cataract h2 = 0.54. The heritability for PRA in the linear model was h2 = 0.26, but this estimate was larger than 1 after transformation onto the liability model. The residual and genetic correlations between the different eye diseases were close to zero. The mode of inheritance for distichiasis was explained best by a mixed model with recessive gene effect. For PPM polygenic and mixed models explained the data best. The same mode was found for non congenital cataracts. The evaluation of a mode of inheritance for PRA was not possible. The selection program to prevent non congenital cataract and PRA seem to be successful. With regard to PRA, molecular genetic test to identify possible gene carriers and animals being homozygous for the defective alleles should be recommended in order to improve the breeding program. The eye examinations preformed by veterinarians of the DOK should be continued at the same frequency as it is now and maybe siblings, even if they are not going to be selected as breeding animals, should be examined in addition in order to improve identification of carriers and animals which become affected in their later life

Ziel dieser Arbeit war es, die Prävalenzen, Heritabilitäten und den möglichen Erbgang für Distichiasis, Membrana Pupillaris Persistens (MPP), primäre nicht kongenitale Katarakt und Progressive Retina Atrophie (PRA) zu analysieren. Dafür wurden n Varianzanalysen, eine Varianzkomponentenschätzung und kom­plexe Segregationsanalysen durchgeführt. In die Varianzanalyse wurden die Effekte Geschlecht, Fellfarbe, Inzuchtkoeffizientenklasse, Geburtsjahrgangsklasse, Wurf­größenklasse, Anzahl der Untersuchungen pro Tierarzt und Alter bei Diagnose einbezogen. Für Distichiasis konnte eine signifikanter Effekt für das Geschlecht und für das Alter bei Diagnose festgestellt werden. Für MPP war die Fellfärbung, die das Geschlecht, die Anzahl der Untersuchungen pro Tierarzt und das Alter bei Diagnose signifikant. Bei nicht kongenitaler Katarakt war die Fellfarbe und die Inzuchtkoeffi­zientenklasse signifikant, für PRA konnten keine signifikanten Einflüsse festgestellt werden. Für die einzelnen Augenerkrankungen konnten folgende Heritabilitäten nach Transformation in das Schwellenwertmodell geschätzt werden. Für Distichiasis konnte eine Heritabilität von h2 = 0,52, für MPP von h2 = 0,54, für nicht kongenitale Katarakt h2 = 0,54. Für die PRA wurde im linearen Modell eine Heritabilität von h2 = 0,26 geschätzt, nach Transformation in das Schwellenwertmodell überstieg die Heritabilität den Wert von 1. Die residualen und genetischen Korrelationen zwischen den Erkrankungen waren schwach positiv. Als Erbgänge konnten mittels komplexer Segregationsanalyse für Distichiasis ein gemischter Erbgang mit rezessivem Hauptgeneffekt ermittelt werden, für MPP erklärte sowohl polygene als auch die gemischten Erbgänge die Daten am besten. Genauso verhielt es sich bei der primären, nicht kongenitalen Katarakt. Für PRA konnte kein Erbgang bestimmt werden. Die Selektionsmaßnahmen gegen Katarakt und PRA scheinen erfolgreich zu sein. Bei PRA sollte überlegt werden, ob ein Gentest eine bessere Selektions­maßnahme darstellt, vor allem da die Tiere erst relativ spät betroffen sind und bis dahin meist schon viele Nachkommen haben. Ansonsten sollten die Augenuntersu­chungen in dieser Frequenz beibehalten und überlegt werden, ob es nicht sinnvoll wäre, auch Wurfgeschwister zu untersuchen, die nicht zur Zucht eingesetzt werden sollen, um Anlage - und Merkmalsträger besser erkennen zu können.

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Zadil, Sinet-Jasmin: Vererbung von Augenkrankheiten beim Englischen Cocker Spaniel. Hannover 2004. Tierärztliche Hochschule.

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