Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Einfluß des postpartalen Drenchens mit Kalziumpropionat auf die Stoffwechselgesundheit, Milchleistung, Fertilität und Allgemeingesundheit bei hochleistenden Milchkühen

Gundelach, Yasmin

It was the aim of this study to analyse whether or not under field conditions, the prophylactical drenching of high yielding dairy cows with 600 g calcium propionate in 20 liters of water during the early postpartal period had an influence on metabolism, animal health, fertility and milk yield. One hundred and sixteen dairy cows of the breed “German Holstein (black pied)” of the Teaching and Research Farm, University of Veterinary Medicine Hannover, participated in the study wich was carried out between January 2003 and September 2004. Fifty-nine cows (CP group) received a drench containing 600 g calcium propionate in 20 l of water within 8 h after calving. The treatment was repeated after 24 h. Fifty-seven cows were left untreated and served as control group. The daily milk yield during the first 100 d of lactation, data from the first 4 DHI records, the incidence of diseases and number and date of insemination were recorded. Blood samples were taken from all cows for the determination of non-esterified fatty acids (NEFA), ß-hydroxybutyrate (BHB), calcium (Ca), magnesium (Mg), phosphorus (P) and progesterone in blood serum. The blood samples were collected 3 and 1 wk antepartum (a.p.), < 8 h postpartum (p.p.) (0), 2 d p.p., 1, 3, 5 and 7 wk p.p.. Calcium, Mg und P concentrations were only determined at 1 wk a.p., 0, 2 d and 1 wk p.p.. Progesterone concentrations were measured at 3 and 5 wk p.p..Mean concentrations of NEFA and BHB did not differ between groups (P > 0.05). In both groups, mean NEFA and BHB concentrations increased around calving and then declined continuously until 7 wk p.p.. Application of calcium propionate prevent a rise of BHB after calving, as it was observed in the control group. The course and mean concentrations of Ca, Mg and P did not differ between groups (P > 0.05). The reproductive performance (frequency of retained placental membranes and endometritis, measure of fertility, start of ovarian cyclicity based on the progesterone concentrations, frequency of ovarian cysts) was not affected by the postpartal drenching with calcium propionate.The mean 100 d as well as the mean peak milk yield were not influenced by the application of calcium propionate. In the CP-group, milk-urea concentration during the milking phases 2 (31-62 d p.p.) (P < 0.05) and 4 (94-125 d p.p.) (P < 0.1) was higher than in the control group. The content of the other milk constituents did not differ between groups (P > 0.05). The mean somatic cell count (SCC) in composite milk samples in the CP-group was slightly lower than in the control group during milking phase 4 (P < 0.05). Furthermore, proportion of cows with a SCC < 100.000/ml was higher in the CP-group than in the control group during milking phase 3 (P < 0.05) and milking phase 2 and 4 (P < 0.1). The frequency of cows with clinical mastitis did not differ between groups (P > 0.05). The frequency of other diseases did not differ between the groups (P > 0.05). Under the given experimental conditions, drenching with calcium propionate in the early postpartum period did not have positive effects on the metabolic parameters (BHB, NEFA, minerals), animal health, reproductive performance and milk yield.

Ziel dieser Arbeit war es, unter Feldbedingungen zu untersuchen, ob das prophylaktische Drenchen mit 600 g Kalziumpropionat auf 20 Liter Wasser im frühen postpartalen Zeitraum bei hochleistenden Milchkühen einen Einfluß auf deren Stoffwechselgesundheit, Allgemeingesundheit, Fruchtbarkeitsstatus und Milchleistung hat. Der Versuch wurde an 116 hochleistenden Milchkühen der Rasse „Deutsche Schwarzbunte“ im Lehr- und Forschungsgut Ruthe der Tierärztlichen Hochschule Hannover von Januar 2003 bis September 2004 durchgeführt. 59 Kühe erhielten innerhalb von 8 h nach der Abkalbung einen Drench mit 600 g Kalziumpropionat auf 20 l Wasser und dieselbe Menge ein zweites Mal 24 h nach der ersten Verabreichung (CP-Gruppe). 57 Tiere erhielten keine Behandlung und bildeten die Kontrollgruppe. Die tägliche Milchleistung über die ersten 100 Tage wurde dokumentiert. Die Daten der Milchleistungsprüfung der ersten 4 Kontrollen, die Häufigkeit von Krankheiten und die Besamungen wurden für alle Tiere erfaßt. Blutproben von allen 116 Kühen (n=59 CP-Gruppe; n= 57 Kontrollgruppe) lieferten die Daten für die Bestimmung der Konzentrationen von nicht veresterten Fettsäuren (NEFA), ß-Hydroxybuttersäure (BHB), Kalzium (Ca), Magnesium (Mg), Phosphor (P) und Progesteron. Die Blutproben wurden zu den Zeitpunkten 3 und 1 Woche a.p., < 8 h p.p. (0), 2 d p.p. und von der 1. bis 7. Woche p.p. in 14-tägigem Abstand gewonnen. Ca, Mg und P wurden nur zu den Zeitpunkten 1 Woche a.p. bis 1 Woche p.p. und Progesteron zu den Zeitpunkten 3 Wochen p.p. und 5 Wochen p.p. bestimmt. Die NEFA- und BHB-Konzentrationen unterschieden sich in beiden Versuchsgruppen nicht signifikant. In beiden Gruppen stiegen die mittleren Konzentrationen zur Abkalbung an und fielen dann bis zum Versuchsende kontinuierlich wieder ab. Die Gabe von Kalziumpropionat konnte einen weiteren Anstieg der BHB-Konzentrationen nach der Abkalbung, wie er in der Kontrollgruppe beobachtet wurde, verhindern.Der Verlauf und die Konzentrationen von Kalzium, Magnesium und Phosphor unterschieden sich zwischen den beiden Versuchsgruppen nicht signifikant. Die Reproduktionsleistung wurde durch das postpartale Drenchen mit Kalziumpropionat nicht beeinflußt. Dies galt für den Verlauf des Puerperiums, die Fruchtbarkeitskennzahlen, die Häufigkeit von Ovarialzysten und die Progesteron-konzentrationen in der 3. und 5. Woche p.p. als Ausdruck einer vorhandenen Gelbkörperfunktion. Die durchschnittliche 100-Tage-Leistung sowie die Peak-Leistung konnte durch die Verabreichung von Kalziumpropionat nicht beeinflußt werden. In der CP-Gruppe wurde im Vergleich zur Kontrollgruppe ein höherer Harnstoffgehalt in den Melkphasen 2 und 4 verzeichnet. Die übrigen Milchinhaltstsoffe waren zwischen den Versuchsgruppen nicht unterschiedlich.Die mittleren Zellgehalte waren in der Kalziumpropionatgruppe zur Melkphase 4 signifikant niedriger (P < 0,05). Die Anzahl der Tiere, die einen Zellgehalt > 100.000 Zellen/ml aufwiesen, war in der Kontrollgruppe zu den Melkphasen 2 und 4 tendenziell und in Melkphase 3 signifikant höher. Die Anzahl der an Mastitis erkrankten Kühe war im Vergleich der Versuchsgruppen nicht signifikant unterschiedlich. Die Häufigkeit von Krankheiten unterschied sich zwischen den Versuchsgruppen nicht.Das Drenchen mit Kalziumpropionat im postpartalen Zeitraum hatte keine wesentlichen positiven Effekte auf den Mineralstoffhaushalt und auf die Stoffwechselparameter NEFA und BHB. Die Behandlung bewirkte keine Verbesserung der Fruchtbarkeitsleistung, des Milchertrages und der Tiergesundheit in der frühen Laktation.

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Gundelach, Yasmin: Einfluß des postpartalen Drenchens mit Kalziumpropionat auf die Stoffwechselgesundheit, Milchleistung, Fertilität und Allgemeingesundheit bei hochleistenden Milchkühen. Hannover 2005. Tierärztliche Hochschule.

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