Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit der intramuskulären Injektion beim Pferd

Pfalzgraf, Svenja

The accepted methods and sites for intramuscular injection in horses are described. The possible development and course of damage associated with intramuscular injection are reviewed, also drugs with some information about adverse effects after i.m. injection in the literature. The meaning and the kind of adverse drug reactions following i.m. injection were studied by a conducted field study among veterinariens. 1439 inquiry sheets were sent to route random, requesting them to describe observed adverse drug reactions. 474 completed questionnaires were sent back (33%). Based on 450 sheets with information to yearly given i.m. injections, a supposed number of  796.163 i.m. injections was extrapolated. Based on information to adverse drug reaction from questionnaires 766.131 i.m injections/year led to 0,045% bad adverse drug reactions, among them deaths 0,0015%. Based on 789.463 i.m.-injections/year led to 17.272 soft adverse drug reactions. The majority of the questioned practioners gave 0-500 injections/year.The number of hard adverse drug reactions increased with a rising number of i.m. injections/year. 33% of the injections were administered in the breast muscles, 47% in the neck, and only 14% in the long ischium muscle. After i.m.-injection into the breast muscles most of adverse drug reactions developed. The injection site had no influence to develop fatal casuality. After desinfection, clipping the hair or touching the injection site more soft UAW was noticed (p £ 0,001). Cleaning the injectionsite led to decrease soft UAW ( p£ 0,001).The use of sterilizable syringes bzw.canula caused more soft adverse drug effects than the use of sterile original packed canula bzw. Syrings. Desinfection the bottle gums, the test of puncturing a vessel and injecting with applied syringe led to decrease soft UAW after i.m.-injection (p £ 0,001) Touching, hair-cutting and desinfection of the injection site had no effect on bad adverse drug reactions. Cleaning the injectionsite led to decrease bad adverse drug reactions (p £ 0,001). The use of sterilizable syrings bzw. canula caused more bad UAW than the use of sterile packed canula bzw. Syrings. No influence  to develop bad UAW had desinfection the bottle gums, the test of puncturing a vessel and injecting with applied syringe. Furthermore the results showed that the injection technique had no influence to develop adverse drug reactions. Most of the bad adverse drug reactions were observed after i.m. administration of antibiotics and vaccines. After administration of antibiotics systematic reactions, after administration of vaccines local symptoms happened more often. The most described symptoms were sweating, shivering and as for local complications wobbling, or edema, abscess, phlegmone and painful movement restrictions. A high rate of bad adverse drug reactions were described after i.m.-injection of bencylpenicilline. These were deaths, excitations, swayng, edema and painful movement restrictions. Following vaccination edema, abscess and painful movement restrictions were the most frequently described symptoms of adverse reactions. The extent of imbalance of the general condition seems to be of little importance regarding the outcome of adverse drug reactions

In der Literaturübersicht wird ein Überblick über Komplikationen nach intramuskulärer Arzneimittelverabreichung gegeben. Anhand einer Befragung von praktizierenden Tierärzten und Tierärztinnen wurde die Bedeutsamkeit und die Art der unerwünschten Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit der i.m. Injektion untersucht.  Es  wurden 1439 Fragebögen  an praktizierende Kollegen versendet,  wobei 474 ausgefüllte Fragebögen zurückkamen (33%). Auf der Basis von 450 Antwortbögen, in denen Angaben zur Anzahl der i.m.-Injektionen pro Jahr gemacht wurden, konnte eine geschätzte Anzahl von 796.163 i.m.-Injektionen pro Jahr hochgerechnet werden. Auf der Grundlage der Angaben von 429 Tierärzten zu schweren UAW wurden 0,045% schwere UAW sowie 0,0015% tödlich verlaufende UAW hochgerechnet, bei geschätzten 766.131 i.m. Injektionen pro Jahr. Auf der Grundlage der Angaben zu „harmlosen“ UAW wurden 17.272 „harmlose“ UAW hochgerechnet, bei geschätzten 789.463 i.m. Injektionen  pro Jahr. Häufig traten ödematöse Schwellungen (71%), selten Urtikaria (4%) auf. Der überwiegende Anteil der befragten Tierärzte  führte 0-500 i.m. Injektionen pro Jahr durch. Die Anzahl beobachteter schwerer UAW erhöhte sich mit abnehmender Injektionshäufigkeit signifikant. In absteigender Reihenfolge wurden die Einstichstellen verwandt: die seitliche Halsmuskulatur, die Vorderbrustmuskulatur und die lange Sitzbeinmuskulatur. Nach i.m. Injektion in die Vorderbrustmuskulatur wurden am häufigsten schwere UAW hochgerechnet. Einen Einfluss auf die Entwicklung tödlicher Komplikationen hatte der Injektionsort nicht. Das Palpieren, Desinfizieren und Scheren der Injektionsstelle führte zu einer Zunahme der „harmlosen“ UAW (p £ 0,001). Zu einer Abnahme „harmloser“ UAW führte  das Säubern der Injektionsstelle (p £ 0,001). Die Verwendung steriler, original verpackter Einwegkanülen und Einwegspritzen führte zu einer geringeren Anzahl „harmloser“ UAW als nach Verwendung sterilisierbarer Stahlkanülen bzw. Glasspritzen.    Die Desinfektion der Flaschengummis, die Punktion mit aufgesetzter Spritze sowie die Durchführung eines Blutaspirationsversuches führten zu einer Abnahme „harmloser“ UAW (p £ 0,001). Palpation, Desinfektion sowie das Scheren des Injektionsortes hatten keinen Einfluss auf schwere UAW. Das Säubern der Injektionsstelle führte zu einer Abnahme der schweren UAW ( p £ 0,001). Die Verwendung sterilisierbarer Stahlkanülen bzw. Stahlspritzen führte zu einer höheren Anzahl schwerer UAW als die Verwendung steriler original verpackter Kanülen bzw. Spritzen. Die Desinfektion der Flaschengummis, der Einstich mit aufgesetzter Spritze sowie die Durchführung eines Blutaspirationsversuches hatten keinen Einfluss auf schwere UAW. Auf der Grundlage der erhobenen Daten ließ sich kein Einfluss der Injektionstechnik nachweisen.   Schwere UAW wurden gehäuft nach der i.m. Applikation von Impfstoffen und Antibiotika beobachtet. Nach Impfstoffapplikationen wurden gehäuft lokale UAW beschrieben, während nach Antibiotikaapplikationen gehäuft systemische UAW auftraten. Dabei waren die häufigsten Symptome Zittern, Schwanken und Schwitzen bzw. als lokale Symptome hgr. Ödeme, Abszesse, Phlegmone und hgr. Bewegungsstörungen. Auffallend viele schwere UAW wurden nach i.m. Applikation von Benzylpenicillinen beschrieben. Dies waren Todesfälle, Exzitationen, Schwanken, hgr. Ödeme, Phlegmone und hgr. Bewegungsstörungen. Nach i.m. Injektion von Impfstoffen wurden häufig Phlegmone, Abszesse und hgr. Bewegungsstörungen beschrieben. Der Grad der Störung des Allgemeinbefindens des Patienten scheint hinsichtlich des Ausgangs der unerwünschten Arzneimittelwirkung von geringerer Bedeutung zu sein. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse ließ sich keine Abhängigkeit von der Grunderkrankung und dem Auftreten von UAW nachweisen.

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Pfalzgraf, Svenja: Unerwünschte Arzneimittelwirkungen im Zusammenhang mit der intramuskulären Injektion beim Pferd. Hannover 2005. Tierärztliche Hochschule.

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