Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Leistungsbewertung bei Pferden mit definierten Trainingsprogrammen und bei Pferden mit nicht überwachtem Training

Korte, Martina

It was the objective to compare event horses with and without defined and well documented training programmes in competition (open novice; Grosse Vielseitigkeit Kl.A; LPO 2000; FN 1999a). At the same time, advantages and disadvantages of the defined training programme was investigated relative to conventional training. Heart rate and blood lactate levels as well as physical performance (velocity) were used as field indicators. Five six year old warmblood geldings (research horses) underwent a 30 week training period with emphasis on duration and velocity training. In weeks 12, 19, 28 and 30 all horses were exposed to a GVA-competition including dressage (not in GVA-test 4), jumping (not in GVA-test 4), race track and cross-country. An additional total of 22 horses (external horses) were also participating in the GVA of week 28 (n=12) and 30 (n=14). These horses had started previously on regional to international competitions. They were divided into 2 groups (previous experience in class A (open novice) and in class L (intermediate) and higher). Blood lactate levels of research horses differed significantly (p£0.05 to 0.001) between dressage tests but all values remained near resting values. No significant differences were observed between research horses and external horses, as well as for date of test in lactate levels during dressage and jumping. Similar there were no significant group differences detectable for race track or cross-country. Thus, the defined training programme used, showed no disadvantage, but was also not superior to conventional training. During race track (1200m; 600m/min) a 6 to 10 fold increase in blood lactate resulted when compared to pre race track levels. Mean peak lactate levels amounted to 11.28mmol/l with individual values reaching almost 20mmol/l. Mean heart rates were between 190bpm and 200bpm with individual levels up to 229bpm. No significant differences were detectable between various test days or when calculated between different levels of performance (open novice versus intermediate and higher). The roads and tracks phase (4300-4400m, 220m/min) between race track and cross-country allowed for marked recovery of the horses. At the end lactate levels had returned to about 20% of the peak levels after race track. However lactate levels were still higher when compared to pre race track values. Heart rates during roads and tracks fell, within 90sec, from 202bpm to under 150bpm with lowest values 120sec after the end of race track. Thereafter heart rates remained at about 130bpm. The cross country phase led to a 4 to 6 fold increase in blood-lactate levels reaching 25mmol/l at a high individual variability of up to 66%. Mean heart rates varied between 161bpm and 206bpm with maximal values up to 224bpm. Following cross-country blood lactate levels declined within 10min to 60-75% of peak levels. Again high variability in excess of 60% was characteristic and reflected a highly significant (p£0.001) correlation with velocity during the cross-country phase. Mean heart rates declined from 195bpm to below 150bpm within 75sec after the end of the cross-country phase. At 105sec after cross-country heart rates were below 120bpm, at 10min mean heart rates of 88bpm were reached. Horses with higher velocities during cross country tended to show significantly (p£0.05)  higher heart rates for a period of 4min after cross country when compared to those with lower velocities. A similar relationship lasted for only 2min following race track. It became obvious from tests in week 28 and 30 that both groups of horses had been prepared adequately relative to the exercise load exposed to in the present study. It was no surprise that lactate levels during dressage and jumping remained on low levels and were lower when compared to other reports from the literature involving specialized dressage and showjumping horses since the overall training for condition in event horses probably exceeds that practised in the former disciplines. The training regimen and data presented here provide a basis for further systematic and indicator based training activities for event horses.

Ziel der Untersuchung war ein Vergleich von Pferden mit definiertem und überwachtem Trainingsplan und von externen und bereits im Turniersport eingesetzten Pferden mit individuell unterschiedlichen Trainingsplänen in einer Grossen Vielseitigkeitsprüfung Klasse A. Daraus sollte abgeleitet werden, ob das gezielte Training der Forschungspferde Vor- oder Nachteile gegenüber den konventionell trainierten externen Pferden verschaffte. Als im Feld praktikable Belastungsindikatoren wurden Herzfrequenz und Blut-Laktatwerte herangezogen. 5 sechsjährige Warmblutwallache wurden einem Training über 30 Wochen unterzogen (mit Betonung auf Ausdauer- und Schnelligkeitstraining), in dessen Verlauf sie in der 12., 19., 28. und 30.Trainingswoche jeweils an einer Grossen Vielseitigkeit Kl.A (GVA; LPO 2000, FN 1999a) teilnahmen (GVA-Test 1-4). An den GVA-Tests in der 28. und 30. nahmen insgesamt 22 externe Pferde aus dem ländlichen bis internationalem Vielseitigkeitssport teil. Sie wurden nach ihrem Leistungsniveau eingeteilt (externe Pferde Kl.A, externe Pferde Kl.L und höher). Die Teilprüfungen Dressur und Springen entfielen in GVA-Test 4. Für die Forschungspferde ergaben sich bei den Blut-Laktatwerten zwar signifikante Unterschiede (p£0,05 bis p£0,001) für die drei absolvierten Dressurtests in Abhängigkeit vom Testtag, allerdings lagen alle Werte im Bereich von Ruhewerten. Weder im Vergleich zu den externen Pferden in Dressur und Springen noch für die Entwicklung der Laktatwerte im Verlauf von GVA-Test 1 bis 3 ergaben sich signifikante Unterschiede in Bezug auf Gruppenzugehörigkeit oder Testtag. Dies bestätigte sich auch während aller Teilprüfungen der folgenden Geländeprüfung. Die Rennbahnbelastung (1200m, 600m/min) führte zu einer Erhöhung des Ausgangslaktatwertes auf das 6 bis 10fache auf Gruppenmittelwerte von bis zu 11,28mmol/l und Einzelwerten von fast 20mmol/l, während die Gruppenmittelwerte der mittleren Herzfrequenz zwischen 190 und 200bpm lagen mit einzelne Maximalwerten bis zu 229bpm, ohne signifikante Unterschiede zwischen den verschiedenen GVA-Testtagen oder den verschiedenen Leistungsniveaus. Die 2. Wegestrecke stellte für alle Pferde eine deutliche Erholung dar, an deren Ende ca.20% des Laktat-Ausgangswertes erreicht wurden (somit wurde sie hinsichtlich der gewählten Länge ihrer Funktion gerecht). Hierbei lag der Endwert aber noch über dem Wert vor der Rennbahn. Die Herzfrequenz fiel innerhalb von 90sec von 202bpm auf unter 150bpm mit einem Tiefpunkt bei 120sec nach Belastung um bei der Fortsetzung der 2. Wegestrecke bei Werten um 130bpm zu verbleiben. Der Querfeldeinritt führte zu einem mittleren Anstieg des Blut-Laktatwertes um das 4- bis 6-fache auf maximale Einzelwerte von bis zu 25mmol/l bei einer hohen individuellen Varianz (bis zu 66%). Die mittlere Herzfrequenz variierte zwischen 161 und 206bpm, während Maximalwerte von bis zu 224bpm erreicht wurden. Die Blut-Laktatwerte fielen während der Erholung nach dem Geländeritt innerhalb von 10min um ca. 2-4mmol/l auf 60-75% des Ausgangswertes ab, hierbei zeigten sich z.T. Varianzen von über 60% und spiegelten so eine hohe individuelle Variation und eine hohe (p≤0,001) Beeinflussung durch die gelaufene Geschwindigkeit wieder. Die Herzfrequenz fiel im Mittel von 195bpm innerhalb von 75sec steil auf unter 150bpm ab, um nach 105sec bei unter 120bpm zu liegen. Im weiteren Verlauf flachte die Abfallrate ab und nach 10min wurden im Mittel 88bpm erreicht. Für die Erholung nach dem Geländeritt zeigte sich, dass zuvor schnellere Pferde (p≤0,05) tendenziell höher in ihren Erholungsherzfrequenzen lagen. Dies hielt für die Dauer von 4min nach dem Ziel der Geländestrecke an, während dieser Bezug nach der Rennbahn nur für die ersten 2min bestand. Im Verlauf der Testvielseitigkeiten (GVA 3 und 4) zeigte sich, dass das wissenschaftlich begleitete Training die Forschungspferde im Vergleich zu den turniererfahrenen und auch schon z.T. weitaus höher qualifizierten externen Pferden hinreichend auf die gestellten Anforderungen vorbereitet hatte. In den Teilprüfungen Dressur und Springen lagen die erreichten Blut-Laktatwerte unter denen anderer Autoren, da das absolvierte Training für Vielseitigkeitspferde ein konventionelles Training für Spring- oder Dressurpferde überschritt. Die hier praktizierten und dokumentierten Trainingsumfänge und –intensitäten und die gesammelten Daten dieses Prüfungslevels bilden einen Grundstock für die systematische Weiterentwicklung von Trainingsansätzen für Vielseitigkeitspferde im Bereich der Kl.A und höher.

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Korte, Martina: Leistungsbewertung bei Pferden mit definierten Trainingsprogrammen und bei Pferden mit nicht überwachtem Training. Hannover 2006. Tierärztliche Hochschule.

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