Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Mammatumoren des Hundes

Schoenrock, Dorina

Mammary gland tumours are the most frequent neoplasm in the female dog, representing up to 52% of neoplasias. In spite of surgical removal and the use of different adjuvante therapeutic measures malignant mammary gland tumours of the dog recurs and metastasizes frequently. Consequently, the survival periods of female dogs with these tumors are very unsatisfactory. The aim of the presented study was the investigation of the course of disease of dogs with mammary gland tumours following surgery and the examination the efficacy and the tolerability of Doxorubicin and Docetaxel as adjuvant therapeutic measure in dogs with invasive malignant mammary carcinoma.   In 152 female dogs with mammary gland tumours partial or complete mastectomy or nodulectomy in cases of small solitary tumors was performed. The tumours were examined histologically and in cases of malignancy additionally divided into histological stages (0-III) according to GILBERTSON et al. (1983). A fine needle aspiration sample for a cytological examination was taken prior to submission for histological examination. The epidemiology of all operated dogs was documented and the course of disease of all dogs that only had surgical tumour removal was documented. Different patient variables were investigated concerning their impact on clinical outcome. Histological stage was found to be a significant prognostic factor concerning the recurrence-free interval (RFI). The factors castration status, clinical stage, tumour size and number showed significant influence on the duration of the metastasis-free interval (MFI). Histological stage and tumour size possessed a significant influence on the duration of the disease-free interval (PFI). The variables weight, age and histological stage were prognostic concerning the length of overall survival. The dogs with a malignant mammary tumour and histological stage II or III comprised 20% of the 152 operated female dogs. These were divided into three groups. Group I was the control group and only had surgical excision of their tumours. Group II was treated with the chemotherapeutic doxorubicin (30 mg/m2 i.v. every 21 days) and group III received adjuvant docetaxel (30 mg/m2 i.v every 21 days). All dogs were examined regularly for recurrence or metastasis. Following completion of treatment the recurrence-, metastasis-, disease-free intervals and overall survival of the dogs in the control group, the doxorubicin group and the docetaxel group were compared. By the use of a statistical interpretation according Kaplan Meier no significant difference in the comparisons could be determined. The quality of life in the dogs treated with chemotherapy was good during the treatment period. Gastro-intestinal symptoms during the treatment such as diarrhoea and vomiting could rapidly be improved with symptomatic treatment. The treatment with docetaxel resulted in pruritus and erythema of the skin and associated restlessness during the administration of the infusion. Hyperpigmentation with loss of hair was only noticed on one patient. In this patient subset also a number of variables were tested for their influence on outcome regarding their influence on clinical outcome. Variables in which significant prognostic influence was found were tumour fixation, lymph node metastasis, the histological stage, histological type, as well as the age of the patient.   In 43 cases cytological examination of mammary tumors was performed, interpreted and compared with the result of the histological examination. Concerning the diagnosis whether a tumour was malignant of benign cytology showed a sensitivity of 87,5 % and a specificity of 96%. The positive predictive value amounts to 93,3% and the negative predictive value to 92,8%. There were only one false positive and two false negative diagnoses which amount to a frequency of 4% and 14%, respectively   The adjuvant treatment with docetaxel and doxorubicin presented in this investigation did not result in a significant difference of the treatment groups concerning clinical outcome. These chemotherapeutics, however, should be tested in further studies with higher numbers of patients.

Bei der Hündin gilt der Mammatumor, mit einem Anteil von 52%, als häufigste Neoplasie. Trotz der bisher allgemein üblichen chirurgischen Exstirpation und dem Einsatz verschiedener adjuvanten Therapiemaßnahmen, rezidivieren und metastasieren maligne Mammatumoren des Hundes häufig. Die Folge ist, dass die Überlebenszeiten der Hündinnen sehr unbefriedigend sind. Daher ist das Ziel der vorliegenden Arbeit den Krankheitsverlauf von operierten Hunden mit Mammatumoren zu verfolgen und die   Wirksamkeit und Verträglichkeit von Doxorubicin und Docetaxel als adjuvante Therapiemaßnahme bei Hunden mit invasiven malignen Mammakarzinomen in einer randomisierten Studie zu prüfen.   Von 152 Hündinnen mit Mammatumoren wurden die Tumoren in Form einer radikalen oder regionalen Mastektomie beziehungsweise einer Nodulektomie, in Fällen mit kleinen solitären Tumoren entfernt. Die tumorös veränderte Mammaleiste wurde pathohistologisch untersucht und bei malignen Tumoren zusätzlich histologisch nach GILBERTSON et al. (1983) in Stadien (0-III) eingeteilt. Von den Tumoren wurden Feinnadelaspirate für eine zytologische Untersuchung entnommen. Die Epidemiologie aller operierten Hündinnen wurde dokumentiert und der Krankheitsverlauf  aller operativ und nicht weiter adjuvant behandelten Hündinnen dargestellt. Prognostisch signifikante Faktoren wurden identifiziert. Als signifikant prognostisch für das rezidivfreie Intervall (RFI) wurde das histologische Stadium identifiziert. Prognostisch aussagekräftig für das metastasenfreie Intervall (MFI) sind der Hormonstatus, das klinische Stadium, die Größe und die Anzahl der Tumoren. Das histologische Stadium und die Größe der Tumoren besitzen einen prognostisch signifikant Einfluss auf das progressionsfreie Intervall (PFI). Als prognostischer Faktor auf die Dauer der Überlebenszeit kann das Gewicht, Alter und das histologische Stadium genannt werden.   20 % der untersuchten Hündinnen hatten einen malignen Mammatumor mit einem histologischen Grad II oder III. Diese wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die Gruppe I erhielt keine adjuvante Therapie. Die Gruppe II wurde mit dem Chemotherapeutikum Doxorubicin (30 mg/m² i.v. alle 21 Tage) und die Gruppe III mit dem Chemotherapeutikum Docetaxel (30 mg/m² i.v. alle 21 Tage) behandelt. Die Hündinnen wurden regelmäßig auf Rezidive und Metastasen hin untersucht. Nach Abschluss der Studie wurden die rezidiv-, metastasen- und progressionsfreien Intervalle der  Hündinnen miteinander verglichen. Die Überprüfung von signifikanten Unterschieden wurden von allen Hündinnen mit einem histologischen Grad II oder III und der Hündinnen mit einem histologischen Grad II durchgeführt. Mit Hilfe einer statistischen Auswertung nach Kaplan Meier konnte bei keinem Vergleich ein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Die  Lebensqualität der behandelten Hündinnen war während der Behandlungszeit nicht wesentlich beeinträchtigt. Gastrointestinale Komplikationen, beispielsweise Durchfall und Erbrechen, wurden durch symptomatische Therapie erfolgreich behandelt. Unter der Behandlung mit Docetaxel wurde besonders während der Infusionsgabe starker Juckreiz mit teilweise Hautrötung und Unruhe festgestellt. Hyperpigmentation mit Haarausfall ist lediglich bei einem Patienten aufgetreten.   Es wurden in dieser Patientengruppe verschiedene Faktoren hinsichtlich ihrer prognostischen Aussagekraft auf das progressions-, das rezidiv- und das metastasenfreie Intervall, sowie auf die Überlebenszeit, überprüft. Als prognostisch signifikant erwies sich die Verschieblichkeit des Tumors, der histologische Grad, das histologische Ergebnis, das Alter des Patienten und der Lymphknotenstatus.   Die mittels Feinnadelaspiration gewonnen zytologischen Präparate wurden ausgewertet und mit dem histologischem Ergebnis verglichen. Bezüglich der Beurteilung der Dignität wurde mit der Zytologie eine Sensitivität von 87,5% und eine Spezifität von 96% erzielt. Der positive Vorhersagewert beträgt 93,3% und der Negative 92,8%. Es lag nur ein falsch positives Ergebnis und zwei falsch negative Ergebnisse vor, welches eine Häufigkeit von 4% bzw. 14% ausmacht.  Die in der vorliegenden Arbeit vorgestellte adjuvante Behandlung mit Docetaxel oder Doxorubicin zeigte im Vergleich zur Kontrollgruppe bezüglich des PFI, RFI, MFI und der Überlebenszeit  keinen signifikanten Unterschied. In Einzelfällen wiesen jedoch einige Patientinnen mit hoch invasiven malignen Mammatumoren und mit einer postoperativen adjuvanten Nachbehandlung mit Doxorubicin oder Docetaxel längere Überlebenszeiten auf, im Vergleich zu den nicht behandelten Hündinnen. Außerdem ist hervorzuheben, dass das Chemotherapeutikum „Docetaxel“ beim Hund gut verträglich war. Weitere Studien mit größeren Patientenzahlen werden benötigt um eine zuverlässige Wirksamkeit nachweisen zu können.

Quote

Citation style:

Schoenrock, Dorina: Mammatumoren des Hundes. Hannover 2006. Tierärztliche Hochschule.

Rights

Use and reproduction:
All rights reserved

Export