Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Monieziose beim Schaf Untersuchungen zur Pathogenität und zur Wirksamkeit einer Behandlung mit Praziquantel

Tegtmeyer, Philip Christian

The aim of this thesis was to evaluate the effectiveness of monieziosis treatment in sheep with the cestodizide Praziquantel (Cestocur®) under farming conditions. The controversial question of pathogenity of cestodes and the economic value of treatment was examined. Furthermore a comparison of four common faecal diagnostic methods for the evaluation of Moniezia ssp. - and other intestinal parasites diagnostics was done. In the grazing season from June until December 2004 a treatment trial with Praziquantel was made. Two sheep flocks with 235 lambs managed in husbandry with changing pastures in northern Germany were used for the survey. They were split up in four treated and controlled groups. Over a time of 15 to 25 weeks – different to the groups- 117 lambs of the treated groups were given Praziquantel (Cestocur®) in a six week interval. The treated and the controlled groups of 118 lambs are given Moxidectin (Cydectin®) in a six week interval to prevent influences of other intestinal parasites. In the trial faecal samples of each animal and the weight development are controlled every four weeks. At the beginning of the trials in June / July 2004 in 26.6 to 39.7 % of the groups Moniezia ssp. was present in faecal examinations. During the whole survey in treated and controlled groups only a few tapeworm positive lambs have been found in subsequent faecal examinations. In the treated as well as in the controlled groups a reduction of tapeworm detection in comparison to the beginning of the treatment  was given. Treatment with Praziquantel in a six week interval was not effective to produce a tapeworm free group. Because of the very low detection of Moniezia ssp. even in the controlled groups it was only possible to give results of the treatment with Praziquantel in one of the sheep flocks. There was a significant reduction in the proportion of infected animals between the treated and control groups. Different weight levels were not registered between the treated and control groups. Irrespective of treatment heavy lambs were remarkable often Moniezia positive even in control groups (statistically not proved). Treatment with a combination of Praziquantel and Moxidectin was well tolerated. Side effects were not registered. The effectiveness was similar to the monopreparations. At the end of the trials followed an examination of the small intestine for tapeworms of 135 lambs after slaughtering. In treated groups in 16 of 67 and in controlled groups in 29 of 67 lambs juvenile tapeworms could be detected. After treatment with Moxidectin in some cases 14 days and in predominant cases 28 days post application the reduction of strongylid eggs in faecal examinations was lower than expected. The persistent action of Moxidectin to block new infection of some gastrointestinal strongylids could not be verified in the time claimed by the manufacturer. Anyway in one of the herds a reduction of the ERP was diagnosed. Furthermore a comparison of 4 common faecal flotation techniques for Moniezia ssp. detection (McMaster, simple flotation, sedimentation–flotation, centrifugation-flotation) was made with 70 in post mortem samples after slaughtering and 31 in vivo faecal samples tested positive for Moniezia ssp. The results of faecal examinations were compared with post mortem examinations. All methods had an insufficient sensitivity compared to post mortem results. For the diagnosis of Moniezia ssp. a simple flotation with ZnCl2  solution was a labour extensive and most sensitive method. In addition, for gastrointestinal strongylids the correlation of EpG- results of the 4 compared faecal flotation techniques are determined to compare results of common flotation techniques with the McMaster method. In Conclusion  there was no evidence of pathogenity for Moniezia ssp. in the surveys. Treatment is not considered to have a likely benefit to health or production. Treatment is only recommended in cases with clinical signs like weight loss, obstipation, diarrhoea, sudden death or epidemiologic aspects. Metaphylactic treatment in cases of evidence of proglottids or eggs but without any clinical signs does not appear to be useful.

Ziel dieser Arbeit war, den Behandlungserfolg der Monieziose des Schafes mit dem Zestodizid Praziquantel (Cestocur®) unter Praxisbedingungen zu überprüfen. Aussagen über die umstrittene Pathogenität der Bandwürmer sollten getroffen und die Wirtschaftlichkeit der Entwurmung hinterfragt werden. Zudem sollte ein Vergleich von vier koproskopischen Untersuchungsverfahren zur Evaluierung der Diagnostik von Moniezia ssp.- Infektionen und weiteren vorkommenden Magen-Darmparasiten durchgeführt werden. In der Weideperiode von Juni bis Dezember 2004 wurde ein Behandlungsversuch mit Praziquantel durchgeführt. Für die Untersuchungen standen zwei mit Moniezia ssp. infizierte Schafherden (insgesamt 235 Lämmer) in Koppelhaltung mit Umtriebsweiden in Norddeutschland zur Verfügung. Diese wurden in je vier Behandlungs- und Kontrollgruppen aufgeteilt. Über einen Zeitraum von 15 bis 25 Wochen wurden 117 Lämmer der Behandlungsgruppen alle sechs Wochen mit Praziquantel (Cestocur®) entwurmt. Zusätzlich erhielten sowohl die Behandlungsgruppen als auch die Kontrollgruppen mit 118 Lämmern in sechswöchigen Intervallen das Anthelminthikum Moxidectin (Cydectin®), um Einflüsse durch Magen-Darm-Nematoden auszuschließen. Alle vier Wochen wurden Einzeltierkotuntersuchungen durchgeführt und die Gewichtsentwicklung erfasst. Zu Behandlungsbeginn im Juni/Juli 2004 wurden - je nach Gruppe - in den Kotuntersuchungen bei 26,6-39,7 %  der Lämmer Moniezia ssp. nachgewiesen. Im weiteren Versuchsverlauf hingegen nahmen in Behandlungs- und Kontrollgruppen die Bandwurmnachweise stark ab. Nach Verabreichung von Praziquantel in sechswöchigen Intervallen wurde in den Behandlungsgruppen keine Freiheit von Bandwürmern erreicht. Da sich auch in den Kontrollgruppen nur wenige Bandwurm positive Lämmer fanden, war eine Aussage über den Behandlungserfolg nur in der Behandlungsgruppe einer Herde möglich. In dieser wurde eine signifikante Reduktion der Befallsextensität im Vergleich zu den Kontrolltieren nachgewiesen. Zwischen den Praziquantel-Behandlungsgruppen und Kontrollgruppen waren zu keinem Zeitpunkt signifikante Gewichtsunterschiede festzustellen. Bei einer zeitgleichen Verabreichung von Praziquantel und Moxidectin als Kombinationspräparat wurde eine den Monopräparaten vergleichbare Wirksamkeit und gute Verträglichkeit nachgewiesen. Am Versuchsende wurden bei 135 Lämmern nach der Schlachtung parasitologische Darmsektionen durchgeführt um die vorhandene Bandwurmbürde zu erfassen. Hierbei fanden sich im Darm von 16 der 67 behandelten Tiere und bei 29 von 68 unbehandelten Lämmern juvenile Bandwürmer. Nach einer Behandlung mit Moxidectin blieb die Reduktion der Magen-Darm-Strongylidennachweise 14 bzw. 28 Tage p.a. hinter den Erwartungen zurück. In einer Herde wurde eine verkürzte Egg reappearance period (ERP) diagnostiziert. Des Weiteren wurde ein Vergleich der vier koproskopischen Anreicherungsmethoden Flotationsverfahren mit ZnCl2-Lösung, Zentrifugations Flotationsverfahren mit Zuckerlösung, Sedimentations-Flotationsverfahren mit NaCl-Lösung und McMaster-Verfahren anhand von Kotproben von 70 in Sektionen und 31 in Kotuntersuchungen als Moniezia ssp. positiv detektierten Tieren durchgeführt. Die Ergebnisse des Methodenvergleichs wurden mit den Sektionsergebnissen bezüglich Moniezia ssp.- Infektionen verglichen. Alle vier untersuchten Verfahren wiesen im Vergleich zur Sektion eine unzureichende Sensitivität auf. Für die Diagnose einer Monieziainfektion stellte sich das Flotationsverfahren mit ZnCl2-Lösung als das arbeitwirtschaftlich effektivste und vergleichsweise sensitivste Verfahren dar. Zusätzlich wurden für Magen-Darm-Nematoden-Eier und Kokzidien-Oozysten die Korrelationen der EpG- bzw. OpG-Werte zwischen den verschiedenen Nachweismethoden ermittelt, um eine Vergleichbarkeit der Kotuntersuchungsmethoden zum McMaster-Verfahren zu ermöglichen. Fazit: Eine pathogene Wirkung von Moniezia ssp. wurde anhand der Ergebnisse des Behandlungsversuchs nicht beobachtet. Die Wirksamkeit von Praziquantel gegen Bandwürmer war nur teilweise zu bestätigen. Die Behandlung mit dem Zestodizid brachte keinen wirtschaftlichen Vorteil. Eine rein metaphylaktische Anwendung bei Nachweis von Proglottiden oder Eiern im Kot erscheint ohne den Nachweis gesundheitlicher Einschränkungen nicht sinnvoll.

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Tegtmeyer, Philip Christian: Monieziose beim Schaf Untersuchungen zur Pathogenität und zur Wirksamkeit einer Behandlung mit Praziquantel. Hannover 2006. Tierärztliche Hochschule.

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