Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Eignung der B-Bild- und Farbdopplersonographie für die Diagnose von Puerperalstörungen bei Rindern

Bitter, Juliane

The aim of the study was to investigate whether transrectal sonographic investigations of the inner genital tract in B- as well as in Doppler-mode give additional information to allow a more objective diagnosis of puerperal diseases compared to clinical findings obtained by transrectal manual palpation during the first 14 days of the puerperal period.   The investigations were carried out with 138 animals within the first 14 days post partum. From these animals 57 cattle showed an undisturbed (phys. PS) and 69 a disturbed puerperal period (path. PS). These cows were examined once either during the phases of contraction (day 1 to 4), desquamation (day 5 to 10) or regeneration (day 11 to 14). During the clinical examination the size, contractility and fluctuation of the uterus was assessed via manual transrectal palpation using a score described by GRUNERT (1993). The ultrasound examinations were carried out in B- as well as in Doppler-mode. Furthermore, twelve animals with an undisturbed puerperal period (phys. PV) were examined thrice on days 1, 7 and 14 of the puerperal period. Measurments of diameters of the uterine artery, portio vaginalis cervicis (PVC), cervix, uterine lumen and corpus uteri (ICU) as well as of thickness of the endometrium and myometrium and of the area of the caruncules were carried out by B-mode sonography. Uterine blood flow was recorded by Doppler sonography. In the phys. PS and the path. PS cows exclusively the right handed uterine artery was assessed, whereas in the phys. PV animals both uterinae arteries were investigated. Uterine arteries were divided according to the side and to the location of the fetus during the last pregnancy. Doppler waves were classified according to the occurrence of a notch and a diastolic forward flow, respectively. Furthermore, Pulsatility Index (PI), time averaged maximum blood flow (TAMV) and the blood flow volume (BFV) were calculated. During all stages of the puerperal period contractility was lower and fluctuation of the uterus higher in path. PS compared to phys. PS animals (p<0.05). In contrast the size of the uterus did not differ (p>0.05) between both groups. From the parameters determined by B-mode sonography ICU, echogenety and caruncle area were higher in path. PS animals than phys. PS animals (p<0.05) during all stages of the puerperal phases, while the other parameters differed not (p>0.05) or just during certain phases of the early puerperal period between both groups of cows. Only some of the determined blood flow parameters of the right handed uterine artery showed differences between phys. PS animals and path. PS animals, but not during all phases of the puerperal period. BFV of the uterine artery were similar (p>0.05) in phys PS and path PS cows.   Differences of blood flow parameters were observed in phys. PV cows depending on the location of the fetus during previous pregnancy. On days 1, 7 and 14 BFV of the uterine artery ipsilateral to the previously pregnant side was higher compared to the contralateral artery. BFV variied also between the right and left uterine arteries, although during previous pregnancy fetuses were uniformly distributed (p>0.05) on the left and right hand side. On days 7 and 14 BFV was higher in the right handed uterine artery compared the left handed artery. Between all days of the examination period a decline of BFV was observed in uterine arteries of the pregnant and non-pregnant side as well as in right handed and left handed uterine arteries.   The results show that compared to transrectal manual palpation transrectal B-mode- but not Doppler-mode sonography of the inner genital tract allows a more objective diagnosis of disturbances during the puerperial period. The reason for the absence of differences in blood flow parameters of the right handed artery between cows with undisturbed and disturbed puerperal periods may be, that in opposite to the literature in these studies uterine blood flow parameters differed depending on the location of the fetus during the last pregnancy. This should be considered in further examinations.

Ziel dieser Arbeit war es, zu überprüfen, ob transrektal durchgeführte sonographische Untersuchungen sowohl im B‑ als auch im Doppler-Modus gegenüber den transrektal erhobenen klinischen Befunden zusätzliche Hinweise auf das Vorliegen von Puerperalstörungen während der ersten 14 Tage post partum liefern.   Die Untersuchungen erfolgten an 138 Tieren innerhalb der ersten 14 Tage post partum. Von diesen Tieren wurden 57 Kühe mit einem ungestörten (phys. PS) und 69 mit einem gestörten Puerperium (path. PS) einmalig in der Kontraktions- (Tage 1 bis 4), Desquamations- (Tage 5 bis 10) oder Regenerationsphase (Tage 11 bis 14) untersucht. Bei der klinischen Untersuchung wurde mittels transrektaler manueller Palpation anhand eines von GRUNERT (1993) erstellten Score-Systems die Größe, Kontraktilität und Fluktuation des Uterus beurteilt. Die sonographischen Untersuchungen erfolgten sowohl im B- als auch im Doppler-Modus. Des Weiteren wurden zwölf Tiere mit einem physiologischen Puerperalverlauf (phys. PV) dreimalig an den Tagen eins, sieben und 14 post partum verfolgt. Mit Hilfe der B-Mode‑Sonographie wurden der Gefäßdurchmesser der A. uterina, der Durchmesser der Portio vaginalis cervicis (PVC), der Durchmesser der Cervix, der intraluminale Durchmesser des Corpus uteri (ICU), die Wandstärke des Endometriums sowie des Myometriums und die Karunkelfläche ermittelt. Der uterine Blutfluss wurde farbdopplersonographisch erfasst, wobei bei den phys.-PS- und den path.-PS-Tieren ausschließlich die rechte A. uterina und bei den phys.-PV-Tieren die Aa. uterinae beider Seiten, d.h. sowohl der rechten und linken bzw. graviden als auch nichtgraviden A. uterina beurteilt wurden. Die dabei erstellten Dopplerwellen wurden qualitativ anhand des Vorkommens eines frühdiastolischen Einschnitts und eines diastolischen Vorwärtsflusses beurteilt. Daneben wurden der semiquantitative Parameter Pulsatility Index (PI) und die quantitativen Blutflussparameter mittlere Blutflussgeschwindigkeit (TAMV) und das Blutflussvolumen (BFV) ermittelt. Bei den path.-PS-Tieren war in allen Puerperalstadien die Kontraktilität geringer und die Fluktuation des Uterus höher als bei den phys.-PS-Tieren (p<0,05). Dagegen waren zwischen diesen beiden Gruppen keine Unterschiede (p>0,05) in der Größe des Uterus festzustellen. Von den im sonographischen B-Modus erhobenen Parametern waren der ICU, die Echogenität und die Karunkelfläche während aller Puerperalphasen bei den path.-PS- höher als bei den phys.-PS-Tieren (p<0,05), während die anderen Parameter nicht oder nur in einzelnen Phasen des Frühpuerperiums zwischen gesunden und kranken Tieren differierten. Bezüglich des in der rechten A. uterina bestimmten Blutflusses waren nur bei einigen Parametern und dabei nur in einzelnen Phasen Unterschiede zwischen phys.-PS- und path.-PS-Tieren festzustellen. Das Blutflussvolumen differierte in keiner Phase zwischen den beiden Gruppen (p>0,05). Bei den phys.-PV-Tieren zeigte sich, dass an einzelnen Tagen zwischen den Gefäßen der ehemals graviden bzw. nichtgraviden Seite Unterschiede in den Blutflussparametern bestehen. Das Blutflussvolumen war an allen Tagen auf der graviden Seite höher als auf der nichtgraviden. Es bestanden aber auch zwischen rechter und linker A. uterina Differenzen, obwohl bei den untersuchten Kühen in der vorhergehenden Gravidität keine Unterschiede in der Häufigkeit der Lokalisation des Fetus festzustellen waren (p>0,05). Das Blutflussvolumen war an den Tagen 7 und 14 in der rechten A. uterina höher als in der linken A. uterina. Sowohl in der A. uterina der gravid und nichtgravid gewesenen Seite, als auch in der rechten und linken A. uterina kam es zwischen allen Tagen zu einer Abnahme des Blutflussvolumens.   Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass mit Hilfe der B-Bild-Sonographie eine objektivere Differenzierung zwischen physiologischen und pathologischen Puerperalstadien möglich ist. Die Farbdopplersonographie der rechten A. uterina brachte in der vorliegenden Untersuchung dagegen keine Hinweise auf das Vorliegen eines pathologischen Puerperalverlaufs. Die Ursache dafür könnte die im Gegensatz zu einer anderen Studie beobachtete Abhängigkeit des uterinen Blutflusses von der Lokalisation des Fetus während der letzten Gravidität sein. Dies sollte bei weiteren Untersuchungen berücksichtigt werden.

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Bitter, Juliane: Untersuchungen zur Eignung der B-Bild- und Farbdopplersonographie für die Diagnose von Puerperalstörungen bei Rindern. Hannover 2006. Tierärztliche Hochschule.

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