Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchung zur Dexamethasonverteilung im Katzenauge nach lokaler Applikation

Bessonova, Julia

The goal of this study was to measure the detectable dexamethasone concentration in the different compartments of the cat eye after a single topical application of an eye-ointment or eyedrops into the conjuctival sac.   The study was conducted on 20 cats. The animals were divided into 4 groups of 5 cats each. All animals were treated once with either 0,05 ml of an 1% dexamethasone eyedropsuspension (Isopto-Dex® Augentropfsuspension) or 0,05 g of an 1% dexamethasone ointment (Isopto-Dex® Augensalbe) (the amount equals 0,05 mg dexamethasone). Both eyes of each animal were treated. The drug was applied into temporal canthus of the ventral conjuctival sac. The cats were euthanized 3 or 6 hours, respectively, after the treatment. The dexamethasone concentration was evaluated by radioimmunoassay in the cornea, aqueous humor, iris, lens, vitreous, retina/choroidea and third eyelid.   The result of this study was that 3 hours after the ointment and eyedrop treatment the dexamethasone concentration was in a similar range regardless of the galenic formulation. The highest concentration was measured in the anterior compartments of the eye i.e. the third eyelid (48,3 ng/g), the cornea (68,5 ng/g) and the iris (84,4 ng/g). In the posterior compartments of the eye the dexamethasone concentrations were markedly lower. Compared to the 3 hour treatment the dexamethasone concentration 6 hours after application differed within the structures of the eye. The measured concentrations were significantly higher after treatment with Isopto-Dex® ointment. Contrary to the ointment, the treatment with eyedrops for 6 hours led to a strong decrease in dexamethasone concentration. While the concentrations for the vitreous and lens were generally below the threshold/level of detection, the dexamethasone concentration for the retina was still quantifiable (7,9 ng/g). The results of this study lead to the conclusion that the use of ointment results in a longer application interval and a generally higher concentration of dexamethasone compared to the use of eyedrops.

Das Ziel der Arbeit war es, festzustellen, welche Konzentrationen von Dexamethason nach einmaliger lokaler Anwendung einer handelsüblichen Augensalbe (Isopto-Dex®) und einer Augentropfsuspension (Isopto-Dex®) in den Konjunktivalsack in verschiedenen Kompartimenten des Katzenauges nachweisbar sind. In die Studie wurden 20 Katzen einbezogen. Für die Versuchsdurchführung erfolgte eine Einteilung in vier Gruppen zu je 5 Katzen. Alle Tiere wurden einmal mit 0,05 ml einer 1 % dexamethasonhaltigen Augentropfsuspension Isopto-Dex® oder 0,05 g 1 % dexamethasonhaltigen Augensalbe Isopto-Dex® behandelt (die Menge entspricht 0,05 mg Dexamethason). Es wurden grundsätzlich beide Augen jedes Tieres behandelt. Die Tropfen- oder Salbenapplikation erfolgte in den temporalen unteren Teil des Konjunktivalsackes. Die Tiere wurden 3 oder 6 Stunden nach der Behandlung euthanasiert. In den aus allen Augen entnommenen Proben von Cornea,  Kammerwasser, Iris, Linse, Glaskörper, Retina / Choroidea sowie drittem Augenlid wurde die Konzentration von Dexamethason mittels Radioimmunoassay ermittelt. Ein Ergebnis der Studie war, dass 3 Stunden nach Salben- oder Tropfenapplikation die Dexamethasonkonzentrationen nah beieinander lagen. Die höchsten Konzentrationen wurden in den vorderen Augenkompartimenten bzw. in dem 3. Augenlid (48,3 ng/g), der Cornea (68,5 ng/g) und der Iris (84,4 ng/g) nachgewiesen. In den hinteren Kompartimenten des Auges sind deutlich niedrigere Dexamethasonkonzentrationen beobachtet worden. Im Vergleich zur 3-stündigen Behandlung waren die Konzentrationen von Dexamethason nach 6-stündiger Salben- und Tropfenapplikation unterschiedlich. So zeigte sich in allen Kompartimenten ein tendenzieller signifikanter Anstieg der gemessenen Konzentrationen 6 Stunden nach der Behandlung mit der Isopto-Dex® Salbe. Im Gegensatz zur Salbe wurde nach 6-stündiger Tropfenapplikation ein starker Abfall der Dexamethasonkonzentrationen nachgewiesen. Während die Konzentrationen im Glaskörper und Linse größtenteils unterhalb der Nachweisgrenze lagen, waren die Dexamethasonkonzentrationen in der Retina noch quantifizierbar (7,9 ng/g). Die Ergebnisse dieser Arbeit lassen den Schluss zu, dass eine Salbenapplikation ein verlängertes Applikationsintervall ermöglicht und insgesamt im Vergleich zur Tropfenapplikation zu höheren Dexamethasonkonzentrationen führt.

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Bessonova, Julia: Untersuchung zur Dexamethasonverteilung im Katzenauge nach lokaler Applikation. Hannover 2006. Tierärztliche Hochschule.

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