Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Einfluss einer Beatmung nach dem "Open-Lung-Concept"während der Allgemeinanästhesie des Pferdes auf die intra- und postoperative Lungenfunktion

Hopster, Klaus

This study provides a review of current literature on the effects of general anesthesia on pulmonary function, including effects of medication and positioning in horses. This study compares the effects of ventilation using an “open lung concept” to intermittent pulmonary pressure ventilation (IPPV). Evaluated were arterial blood gases, hemodynamics and respiratory parameters both intra- and postoperatively and the recovery period   Seventy-two warmblood horses weighing at least 400 kg were divided into three equal groups (A, B, C) of 24 horses each. Horses of group A were subjected to elective surgical procedures in lateral recumbency and those of group B to elective surgical procedures in dorsal recumbency. Group C included horses presented for colic and underwent an emergency surgical procedure in dorsal recumbency. In each group 12 horses were randomly allocated to the ventilation mode using IPPV or the “open lung concept”. Premedication (0.04-0.08 mg/kg romifidin i.v.), induction (0.05 mg/kg diazepam i.v. and 2.2 mg/kg ketamine i.v.) and maintenance (isoflurane in 100% oxygen) of anaesthesia were identical in all horses.   For statistical analysis parameters were recorded beginning 20 minutes after induction of general anesthesia. The following parameters were included: arterial blood pressure, heart rate, respiratory rate, positive end-expiratory pressure (PEEP), inspiratory oxygen fraction (FiO2), exspiratory isofluran concentration, arterial pH, arterial partial oxygen pressure (PaO2) and arterial partial CO2 pressure. In the postoperative period arterial blood gases and acid base status were evaluated during two time segments, the first from the end of ventilation until the beginning of spontaneous breathing and the second from the begin of spontaneous breathing until the horse was swallowing. In addition, the anaesthetic recovery period was evaluated as a measure of the clinical effects of the ventilation protocols.  Included were the number of attempts to rise, time to first movement, time to reach sternal recumbency, time to reach a standing position and the quality of recovery.   Results: For the intraoperative period significant differences of the PaO2 were detected between the respiratory protocols in groups B and C. The mean PaO2 of horses ventilated using the “open lung concept” ranged from 350 to 500 cmH2O, the mean PaO2 of horses ventilated with IPPV was between 120 and 280 cmH2O. No differences of PaO2 were found in horses positioned in lateral recumbency (group A). In the postoperative recovery period all horses ventilated using the “open lung concept” had an overall better PaO2 than those ventilated using IPPV.  Recovery time to standing was significantly shorter in horses ventilated using the “open lung concept”. In addition, these horses tended to have a better recovery quality than horses ventilated with IPPV.   In conclusion, ventilation using the “open lung concept” improved intra- and postoperative pulmonary function in this study in conjunction with a better postoperative recovery period.

Ziel dieser Arbeit ist es, den Einfluss einer Beatmung nach dem „Open-Lung-Concept“ während der Allgemeinanästhesie des Pferdes auf die intra- und postoperative Lungenfunktion zu untersuchen. Damit soll ein differenzierter Einblick in die postoperativen pulmonalen Verhältnisse erhalten werden.   Die Untersuchungen erfolgten an 72 Warmblutpferden von mindestens 400 kg Körpergewicht, die in drei Gruppen zu jeweils 24 Pferden eingeteilt wurden. Einteilungskriterium war die Art des Eingriffes. Bei den Probanden der Gruppe A handelt es sich um Patienten, an denen ein elektiver Eingriff in Seitenlage durchgeführt wurde, während es sich bei den Probanden der Gruppe B um Patienten handelte, bei denen ein elektiver Eingriff in Rückenlage durchgeführt wurde. Bei den Pferden der Gruppe C handelte es sich um Patienten, die aufgrund einer Kolikerkrankung in die Klinik überwiesen wurden und einem Risikoeingriff unterzogen wurden. Randomisiert wurden in den Gruppen A, B und C je zwölf Probanden als Kontrolle mit der konventionellen positiven intermittierenden Druckbeatmung und zwölf Probanden nach dem „Open-Lung-Concept“ beatmet. Die Narkose-Prämedikation (0,04-0,08 mg/kg KGW Romifidin i.v.), Einleitung (0,05 mk/kg KGW Diazepam und 2,2 mg/kg KGW Ketamin i.v.) und Erhaltung (Inhalationsnarkose: Isofluran in 100 % Sauerstoff) erfolgte in beiden Gruppen identisch. Der ausgewertete Zeitraum der Narkose begann ab der 20. Minute nach Narkoseeinleitung. Hierbei wurden folgende Parameter aufgezeichnet und ausgewertet: Arterieller Blutdruck, Herzfrequenz, Atemfrequenz, positiver end-expiratorischer Druck (PEEP), inspiratorische Sauerstoffkonzentration (FiO2), inspiratorische Isoflurankonzentration und die endexspiratorische Isoflurankonzentration, arterieller Sauerstoffpartialdruck (PaO2), arterieller Kohlendioxidpartialdruck (PaCO2) und der pH-Wert. Die Auswertung der in der postoperativen Phase erhobenen arteriellen Blutgaswerte und Säure-Basenparameter wurde in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt erstreckte sich von der Beendigung der Narkose und der Beatmung bis hin zur spontanen Atmung und der zweite Abschnitt erstreckte sich von der spontanen Atmung bis zum Schluckakt. Zudem wurde das Aufwach- und Aufstehverhalten bewertet, um einen Eindruck über die klinischen Auswirkungen der Beatmungschemata zu erhalten. Berücksichtigt wurden: Anzahl der Aufstehversuche, Zeitdauer bis zur ersten Bewegung, bis zum Erreichen der Brustlage und bis zum Erreichen des sicheren Stands sowie die Aufstehqualität.   Die Auswertung der intraoperativ erhobenen Werte zeigte hochsignifikante Unterschiede des PaO2 zwischen den OLC-Gruppen und den Kontrollgruppen bei den Kolikpatienten und den Rückenlage-Patienten. Die Mittelwerte der OLC-Gruppen schwankten hier zwischen 350 und 500 mmHg, während sie bei den Kontrollgruppen zwischen 120 und 280 mmHg schwankten. Lediglich bei den Patienten, die sich während der Allgemeinnarkose in Seitenlage befanden, konnten keine statistischen Unterschiede festgestellt werden. Die Auswertung der postoperativ erhobenen Werte zeigte, dass alle Patienten aus den OLC-Gruppen durchschnittlich eine verbesserte Oxygenierung des arteriellen Blutes aufwiesen. Auch das Aufstehverhalten zeigte hinsichtlich der Aufstehzeit signifikante Unterschiede. So erreichten alle nach dem „Open-Lung-Concept“ beatmeten Probanden signifikant schneller den sicheren Stand bei tendenziell besserer Aufstehqualität als die Probanden der jeweiligen Kontrollgruppe. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass mit einer Beatmung nach dem „Open-Lung-Concept“ eine Verbesserung der intra- und postoperativen arteriellen Oxygenierung zu erreichen ist. Damit scheint auch eine verbesserte Aufwach- und Aufstehphase verbunden zu sein.

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Hopster, Klaus: Einfluss einer Beatmung nach dem "Open-Lung-Concept"während der Allgemeinanästhesie des Pferdes auf die intra- und postoperative Lungenfunktion. Hannover 2007. Tierärztliche Hochschule.

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