Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Verbesserung der Diagnose und Therapie von Taylorella equigenitalis-Infektionen bei Warmbluthengsten

Kache, Christine

A stud keeping warmblood stallions for artificial breeding purposes had reported an infection with Taylorella equigenitalis in three out of 18 stallions. For this study samples from all 18 stallions were collected from the fossa glandis, the urethra, the penile sheath and the preejaculatory fluid and were tested for the organism by Real Time-polymerase chain reaction (PCR) and by cultural isolation and identification (CI). During two rounds of testing five of the 18 stallions were identified as carriers of T. equigenitalis. The carrier stallions were treated by a cleaning of the mucous membranes of the external genital organs using a 0,5 % Chlorhexidine solution and an application of an ointment containing 0,2 % Nitrofurazone on nine consecutive days. During therapy the stallions were sampled on day two, four, six and eight after the onset of therapy and the samples were tested by PCR. For therapy control the five stallions were tested by PCR and CI on 12 more occasions ending on day 245. Therapy was successful in four out of five stallions as demonstrated by the negative results of PCR and CI. One stallion returned to positive results in PCR and CI on day 48. Therefor a second round of treatment was initiated which turned out to be successful. In all five cases of a successful treatment the stallions were already negative in both tests from day 10 onward with the exception of a spurious positive PCR reaction for one stallion in one sampling site on day 14. Consequently, negative results by PCR and CI on day 10 indicate that the treatment  was likely to be successful using the therapy regime of this study. In previous studies concentrations of 2-4 % of chlorhexidine, a component known to impair fertility in stallions, were used. Further, the need for a systemic application of antibiotics is uncertain in the view of equivocal reports. This study indicates however, that only low concentrations of chlorhexidine are required. Possibly it can even be replaced by a less critical agent in the future. A systemic treatment appears not to be necessary in order to achieve a success in the therapy of stallions infected with T. equigenitalis, if the topical antibiotic treatment is applied over a period of nine days.

Eine Deckstation, die Warmbluthengste für die künstliche Besamung hält, meldete eine Infektion mit Taylorella equigenitalis bei dreien ihrer 18 Deckhengste. Für diese Arbeit wurden Abstriche von allen 18 Hengsten aus der Fossa glandis, der Urethra, dem Penisschaft und dem Vorsekret genommen, welche mittels Real Time-Polymerase Kettenreaktion (PCR) und kultureller Isolierung und Identifizierung (BU) auf den Erreger hin untersucht wurden. Anhand der Untersuchung von Probensätzen, die an zwei verschiedenen Tagen entnommen worden waren, wurden fünf der 18 Hengste als Träger von T. equigenitalis identifiziert. Die Behandlung der Trägerhengste bestand aus der Reinigung der Schleimhaut der äußeren Genitalien mit 0,5 % Chlorhexidin und der Applikation einer Salbe, die 0,2 % Nitrofurazon enthielt, an neun aufeinander folgenden Tagen. Während der Therapie wurden an Tag zwei, vier, sechs und acht nach Therapiebeginn Abstriche gewonnen und mittels PCR getestet. Zur Therapiekontrolle wurden die fünf Hengste an 12 weiteren Terminen, letztmalig an Tag 245,  mittels PCR und BU untersucht. Die Therapie war bei vier der fünf Hengste erfolgreich, wie die negativen Ergebnisse der PCR und der BU aufzeigen. Ein Hengst brachte an Tag 48 wieder positive Ergebnisse in PCR und BU. Aus diesem Grund wurde ein zweiter Behandlungsdurchlauf begonnen, welcher erfolgreich war. In allen fünf Fällen, in denen die Behandlung zum Erfolg führte, waren die Hengste bereits ab Tag 10 negativ in beiden Nachweisverfahren, mit Ausnahme eines positiven PCR-Ergebnisses von einem der Hengste an einer Lokalisation an Tag 14. Daher weisen negative Ergebnisse in der PCR und der BU an Tag 10 auf eine erfolgreiche Therapie hin. In früheren Studien wurde Chlorhexidin, ein Wirkstoff, der die Fertilität von Hengsten negativ beeinflusst, in Konzentrationen von 2 - 4 % verwendet. Weiterhin wurde die Notwendigkeit einer systemischen Applikation von Antibiotika angesichts widersprüchlicher Ergebnisse diskutiert. Die Ergebnisse dieser Studie weisen jedoch darauf hin, dass deutlich geringere Chlorhexidin-Konzentrationen als bisher üblich ausreichend sind. Möglicherweise kann es in der Zukunft auch durch einen weniger kritischen Wirkstoff ersetzt werden. Eine systemische Behandlung scheint nicht notwendig zu sein, um T. equigenitalis-infizierte Hengste erfolgreich zu therapieren, sofern eine lokale Antibiose über neun Tage durchgeführt wird.

Vorschau

Zitieren

Zitierform:

Kache, Christine: Untersuchungen zur Verbesserung der Diagnose und Therapie von Taylorella equigenitalis-Infektionen bei Warmbluthengsten. Hannover 2007. Tierärztliche Hochschule.

Rechte

Nutzung und Vervielfältigung:
Alle Rechte vorbehalten

Export