Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Biokompatibilität von neu entwickelten Gehörknöchelchenprothesen am Kaninchenmodell

Turck, Anna Christina

Objective. The selection of optimal materials for reconstructive middle ear surgery continues to be a problem. In the present study novel materials are tested as total ossicular replacement prostheses (TORPs) in an animal model. Materials and Methods. Bioverit® II coated with a nanostructured surface and chitosan-hydroxyapatite composites were placed in the middle ear of 40 rabbits. Uncoated Bioverit® II was used as control. After an implantation period of 28, 84 or 300 days petrous bones were extracted, embedded in epoxy resin and examined by light microscopy. Results. Uncoated andcoated Bioverit® prostheses revealed a mucosal coverage and a little osseogenic response after 28 days. In case of the coated Bioverit® prostheses, the results slightly surpassed those of the plain prostheses. Chitosan-hydroxyapatite composite prostheses were mostly found dislocated after 28 days. Formations of granulation tissue and fibrotic capsules were observed around these implants. This reaction could be caused by the instability of the composite material or may be due to impurities present in the chitosan Conclusion. The improved biocompatibility of Bioverit® II coated with a nanostructured surface shows promising qualities for use in human reconstructive middle ear surgery. In case of chitosan-hydroxyapatite composite prostheses, further investigations regarding composition of the material, degree of purity and design are necessary before clinical application.

Hintergrund: In der rekonstruktiven Mittelohrchirurgie stellt die Wahl eines optimalen Materials für den Gehörknöchelchenersatz nach wie vor ein Problem dar. In der vorliegenden Studie wurden daher neue Materialien in Form von TORPs (total ossicular replacement prostheses) am Kaninchenmodell getestet. Material und Methode: Bei insgesamt 40 Kaninchen wurden Prothesen aus Glaskeramik (Bioverit®), welche mit einer nanostrukturierten Oberfläche beschichtet waren, und Prothesen aus einem Chitosan-Hydroxylapatit-Komposit im Mittelohr eingesetzt. Als Kontrolle dienten dabei Prothesen aus unbeschichtetem Bioverit® II. Nach einer Implantationsdauer von 28, 84 oder 300 Tagen wurden die Felsenbeine extrahiert, in Epoxidharz eingebettet und lichtmikroskopisch untersucht. Ergebnisse: Nach 28 Tagen zeigte sich bei den beschichteten und unbeschichteten Bioverit®-Prothesen ein Mukosaüberzug und eine leichte Ossifikationsneigung. Hierbei wiesen die nanostrukturierten Prothesen bessere Ergebnisse als die unbeschichteten auf, da die mukosaüberzogene Fläche größer und die Ossifikationsneigung geringer war. Der größte Anteil der Chitosan-Hydroxylapatit-Prothesen war bereits nach 28 Tagen disloziert. Um die Implantate hatten sich Bindegewebskapseln und Granulationsgewebe gebildet. Diese Reaktionen könnten auf die Instabilität des Materials oder mögliche Verunreinigungen zurückgeführt werden. Schlussfolgerung: Aufgrund der verbesserten Biokompatibilität von Bioverit®-Prothesen, die mit einer nanostrukturierten Oberfläche beschichtet sind, weisen diese vielversprechende Qualitäten für den Einsatz in der humanmedizinischen Mittelohrchirurgie auf. Bezüglich des Einsatzes von Chitosan-Hydroxylapatit-Kompositen sind vorerst weitere Untersuchungen, die die Zusammensetzung, den Reinheitsgrad und die genaue Formgebung betreffen, nötig, bevor diese als Mittelohrprothesen im humanmedizinischen Bereich eingesetzt werden können.

Quote

Citation style:

Turck, Anna Christina: Untersuchungen zur Biokompatibilität von neu entwickelten Gehörknöchelchenprothesen am Kaninchenmodell. Hannover 2007. Tierärztliche Hochschule.

Rights

Use and reproduction:
All rights reserved

Export