Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Epidemiologische Untersuchungen zum Reproduktionsmanagement in ausgewählten Sauenbeständen in Nordwestdeutschland

Wehrkamp zu Höne, Anke

The object of this dissertation is the creation of an additional consulting service for veterinarians, who specialise in consulting sow herds. The objective is to analyse and eliminate weak points in the daily work of sow herd managers as basis for targeted advice for improving the reproductive performance of sow herds. Twenty six farms were included into the investigations on how to develop a consulting module for improving the reproduction of sow herds. By means of a standardised questionnaire the daily workflows have been recorded. Additionally reproduction data of sow managing software tools of the respective farms have been also included into the investigations. The statistical analysis of the questionnaires has shown that various farm managers answered very different to the same questions, e.g. concerning the differentiation into early, normal or late oestrus or the beginning of the first control of the oestrus after weaning the piglets. This phenomenon could be in many an area that was taken into account. The farm managers often answered out of habit but the real workflow during the daily work in the herd did not really match these statements in many cases. In other sections of the inquiry, answers of the managers could not be categorised, e.g. information regarding the times of the insemination. In the second part of the investigations, the high-performance farms have been compared to the low-performance farms. The classification of the farms has been realised by analysing the reproduction data of the sow managing software tools. The farms have been compared by the following criteria: “return to oestrus rate”, “loss of suckling piglets”, “weaned piglets per sow per year”, “litter per sow per year”, “live born piglets per litter” and “still born piglets per sow per year”. Regarding the criteria “return to oestrus rate” it is remarkable, that farms, which have a “return to oestrus rate” of less than 10% are piglet producers which only sale baby piglets.  These farms also carry out the investigations of oestrus behaviour much more accurately. Thus it can be concluded that these farms deal much more intensively with the insemination management than farms, which also run a flat deck or an additional mast facility. As for most of the other investigated criteria, farms, which only deal with baby piglets and without further production stages, showed better results. It has also to be pointed out that farms, which have set the quarantine times at least to six weeks and more for all gilts, belonged to the better performing farms in all investigated criteria. Regarding the criteria “loss of suckling piglets” and “weaned piglets per sow per year” those farms belonged to the better ones, who have combined two heating devices per “piglet nest”. At farms, which belong to the weaker ones regarding the criteria “loss of suckling piglets”, also showed an increase of dermal lesions. It seems as if the incidence of dermal lesions generally correlates with a higher sensitivity of infections whereby a higher death rate of the piglets will automatically occur. To analyse the weak points of farms it is indispensable to investigate the reproduction data of sow managing software tools and to inspect intensively the livestock to be able to evaluate the complete production management. This combination of questionnaire, the inspection of the livestock, and the analysis of the data of sow managing software tools provide a basis for a successful development of an individual consulting concept for the client’s farm. Providing the farm managers with such an individual consulting service is the basis to detect and eliminate weak points, so that an increase of the reproductive performance of the sows can be achieved. To expand the strategic service portfolio of veterinarian practices, this specific consulting service for sow herd owners has necessarily to be integrated in the traditional veterinary service.

Das Ziel dieser Arbeit war die Erarbeitung eines Beratungsangebotes des bestandsbetreuenden Tierarztes für sauenhaltende Betriebe zur Schwachstellenanalyse und –beseitigung mit dem Ziel der Verbesserung der Fruchtbarkeit des Bestandes. In die Untersuchungen wurden 26 Betriebe einbezogen. Mittels eines Fragebogens wurden so viel wie möglich mit dem Reproduktionsgeschehen der Bestände assoziierte Betriebsabläufe erfasst. Zusätzlich wurden die Reproduktionsdaten aus den Sauenplanern der Betriebe mit aufgenommen und ausgewertet. Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass die Betriebsleiter auf inhaltlich gleiche Fragen z. B. die Unterscheidung in Früh-, Normal- und Spätrauschern und dem Beginn der ersten Rauschekontrolle nach dem Absetzen sehr unterschiedlich antworteten. Diese Beobachtung trifft aber auch für viele andere Bereiche zu. Die Betriebsleiter antworteten teilweise aus Gewohnheit auf die Fragen, jedoch die Realität dieser Betriebsabläufe war häufig eine andere. In anderen Bereichen ließen sich die Antworten der Betriebsleiter nicht bzw. nur schwer in vergleichbare Kategorien einteilen, wie z. B. die  Angaben über die Besamungszeitpunkte. In einem weiteren Schritt wurden die besseren mit den schlechteren Betrieben verglichen. Die Einteilung der Betriebe erfolgte unter zu Hilfenahme der Reproduktionsdaten aus dem Sauenplaner. Die Betriebe wurden in den Merkmalen „Umrauschquote“, „Saugferkelverluste“, „abgesetzte Ferkel/Sau und Jahr“, „Würfe/Sau und Jahr“, „lebend geborene Ferkel/Wurf“ und „tot geborene Ferkel/Sau und Jahr“ miteinander verglichen. Im Merkmal „ Umrauschquote“ fiel auf, dass die meisten von den untersuchten Betrieben, die eine Umrauschquote kleiner als 10 % hatten, Ferkelerzeuger mit Babyferkelvermarktung sind. Diese Betriebe führen zudem die Rauschekontrolle genauer durch. Die Vermutung liegt Nahe, dass sich diese Betriebe intensiver um das Deckmanagement kümmern können als Betriebe, denen ein Flatdeck bzw. zusätzlich ein Mastbereich angeschlossen sind. Auch in den anderen untersuchten Merkmalen befanden sich die Betriebe, die ausschließlich Babyferkel vermarkteten unter den besseren Betrieben. Des weiteren ist hervorzuheben, dass in Betrieben, in denen die Quarantänezeit der Jungsauen sechs Wochen und länger betrug, in allen untersuchten Merkmalen zu den besseren Betrieben gehörten. In den Merkmalen „Saugferkelverluste“ und „abgesetzte Ferkel/Sau und Jahr“ zählten die Betriebe zu den besseren, die zwei Heizquellen pro Ferkelnest kombinierten. In den Betrieben, die zu den schlechteren im Merkmal „Saugferkelverluste“ zählten, traten vermehrt Hautläsionen bei den Saugferkeln auf. Es scheint, dass das Auftreten von Hautläsionen mit einer erhöhten Infektanfälligkeit korreliert, wodurch höhere „Saugferkelverluste“ verursacht werden. Zur Schwachstellenanalyse der sauenhaltenden Betriebe ist eine Analyse der Reproduktionsdaten aus dem Sauenplaner, ein intensiver Bestanddurchgang sowie die Erfassung des Betriebsmanagement in einem Fragebogen unabdingbar. Die Kombination von Fragebogen, Stalldurchgang und Reproduktionsdaten aus dem Sauenplaner dient der Entwicklung eines betriebsindividuellen, spezifisch auf die Reproduktionsleistung des Bestandes gerichteten Beratungsangebotes durch den Tierarzt, mit dem er die Attraktivität seiner Tätigkeit für den Betriebsleiter von Sauenbeständen erheblich steigern kann.

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Wehrkamp zu Höne, Anke: Epidemiologische Untersuchungen zum Reproduktionsmanagement in ausgewählten Sauenbeständen in Nordwestdeutschland. Hannover 2007. Tierärztliche Hochschule.

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