Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Erbliche Erkrankungen der okulären Adnexe, des Bulbus und des vorderen Augenabschnittes beim Hund

Busse, Claudia

Based on an analysis of the literature, a review of the current state of research on inherited diseases of the ocular adnexa, the bulbus and the anterior part of the globe is given in the first part of the thesis. Aetiology, pathology, clinical appearance and diagnosis, differential diagnosis and heredity are described and discussed. The main aim is the presentation of specified or presumed modes of inheritance, familiary diseases and genetic predispositions. Analysis of the literature shows, that there is limited data available regarding the mode of inheritance for diseases of the ocular adnexa, the bulbus and the anterior part of the globe. In the second part of the thesis, the relevance of eye testing for inherited ophthalmological conditions in order to decide whether a dog will receive a breeding allowance, was investigated. This is based on a questioning of all kennel clubs organised under the “Verband fuer das Deutsche Hundewesen”. Out of 145 kennel clubs questioned 136 clubs returned the questionnaire. 45 out of these 136 clubs require an ophthalmic examination performed by a veterinary surgeon to give permission for breeding. In 91 breeding clubs the assessment of ocular health is performed as part of the individual breeding approval procedure. 87 clubs exclude dogs with inherited ocular conditions from breeding. In 57 clubs this included conditions of the ocular adnexa, the bulbus and the anterior part of the globe. The questioning shows that overall, few breeding clubs try to diminish inherited ocular disease actively. Scientific based data regarding the conditions of the ocular adnexa, the bulbus and the anterior part of the globe are not always available. Few breeding clubs demand genetic testing for ocular diseases for a breeding allowance. These diagnostic tools are still rarely used but there are plans to introduce these tests in the future in many clubs.

Anhand einer Literaturstudie wird im ersten Teil der Arbeit ein Überblick über den derzeitigen Stand der Wissenschaft bezüglich der erblichen Erkrankungen der okulären Adnexe, des Bulbus und des vorderen Augenabschnittes gegeben. Es werden Angaben zur Definition, zur Pathologie, zum klinischen Bild, zur Diagnostik, zur Differentialdiagnose und zu einer möglichen oder gesicherten Erblichkeit herausgearbeitet, wobei hier vermutete oder bekannte Erbgänge, familiäre Häufungen und Dispositionen dieser Augenerkrankungen dargestellt werden. Des Weiteren werden die derzeit vorhandenen Gentests zur Diagnose von Augenerkrankungen aufgeführt und dessen Aussagekraft beschrieben. Die Ergebnisse der Literaturstudie zeigen, dass für die Erkrankungen der okulären Adnexe, des Bulbus und des vorderen Augenabschnittes nur sehr begrenzte Erkenntnisse zur Prävalenz oder zu gesicherten Vererbungsmodi vorliegen. Im zweiten Teil der Arbeit wird anhand einer Befragung der im Verband für das Deutsche Hundewesen organisierten Hundezuchtverbände ermittelt, welche Bedeutung eine Untersuchung auf erbliche Augenerkrankungen für die Zuchtzulassung der einzelnen Hunderassen in den Hundezuchtvereinen besitzt und welche Augenerkrankungen zum Zuchtausschluss der betroffenen Hunde führen. Von 145 befragten Vereinen beteiligten sich 136 an der Umfrage. 45 der 136 Vereine geben an, eine tierärztliche Augenuntersuchung für die Zuchtzulassung zu fordern. Bei 91 Zuchtvereinen erfolgt die Beurteilung der Augengesundheit im Rahmen der individuellen Zuchtzulassungsverfahren in der Regel durch die Zuchtrichter. Bei 87 Vereinen führt das Vorliegen bestimmter erblicher Augenerkrankungen zum Zuchtausschluss. Davon werden bei 57 Vereinen Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes aufgeführt. Die Befragung zeigt insgesamt, dass nur wenige Vereine sich aktiv mit der Bekämpfung erblicher Augenerkrankungen befassen. In Bezug auf die Erkrankungen der okulären Adnexe, des Bulbus und des vorderen Augenabschnittes stehen für die getroffenen Maßnahmen nicht immer wissenschaftlich fundierte Untersuchungen zur Verfügung. Von einigen Vereinen werden bereits die vorhandenen Gentests zur Diagnose von Augenerkrankungen zur Zuchtzulassung verlangt, andere Vereine planen erst in der Zukunft eine Pflichtuntersuchung.

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Busse, Claudia: Erbliche Erkrankungen der okulären Adnexe, des Bulbus und des vorderen Augenabschnittes beim Hund. Hannover 2007. Tierärztliche Hochschule.

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