Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Welfare of dairy cows

Beusker, Nicole

Globally, livestock production is growing rapidly as a result of increasing demand for animal products. This holds also true for the dairy industry, the centre of which are dairy cows. Their health and welfare are important for efficient production and economic success. Lameness is seen as one of the most serious welfare problems for the dairy cow, and yet it is one of the least well-managed health problems of dairy cattle. This is due to the complex nature of lameness aetiology. A lot of isolated information on dairy cow lameness factors is available in the literature, but a concept is lacking with which to assess the cow’s risk of developing lameness and suffering from pain. By reviewing the literature on the subject of dairy cow lameness, the factors influencing lameness are analysed. These can be found in the type of housing, the kind of flooring, the amount of hygiene and daily exercise, nutritional concepts, management and stockmanship, veterinary care and pain control, claw trimming, and genetics. By causing lameness, they lead to economic losses for the farmer and to decreased welfare for the cows. Due to a shortage of a generally accepted definition of welfare, and due to inconsistent approaches to the determination of lameness influencing factors, no objective and consistent scientific assessment of dairy cow lameness and welfare has been developed so far. This study tried a practical approach to develop a scheme for a possible risk assessment on this issue, and weak points in the existing concepts and proposals, which need to be dealt with by future research, were worked out. Taking the food industry HACCP concept as a basis, proper definitions as well as hazard identification and hazard characterisation of factors influencing dairy cow lameness and welfare are established. Although a complete scientific risk assessment of dairy cow lameness and welfare cannot be carried out in this study due to a shortage of consistent and scientifically based data, a practical approach to a risk assessment is carried out judging hazard characterisation and exposure assessment as gained by the literature review. This can be used as a basis for the development of future risk assessment and control programs aimed at increasing dairy cow welfare.

Weltweit wächst die Produktion tierischer Lebensmittel stetig an, so auch im Milchkuhsektor. Im Zentrum dieses Produktionssystems steht das Lebewesen Kuh, deren Gesundheit und Wohlbefinden entscheidend sind für eine erfolgreiche Produktion und finanziellen Erfolg der Rinderhalter. Lahmheit ist eines der größten und zugleich eines der am mangelhaftesten kontrollierten Tierschutzprobleme in der Milchkuhhaltung, das zu wirtschaftlichen Verlusten für den Landwirt und zu einem eingeschränkten Wohlbefinden der Kühe führt. Die komplexe Natur der Ätiologie von Lahmheit spielt hier eine Rolle. In der Literatur finden sich Studien, die einzelne Einflussfaktoren isoliert betrachten, aber es existiert kein Konzept, mit dem das Risiko einer Kuh, lahm zu werden und unter Schmerzen zu leiden, bewertet werden kann. Indem eine Rezension der Literatur zum Thema ‚Lahmheit bei Milchkühen’ vorgenommen wird, stellt diese Arbeit die Wichtigkeit der Thematik für die Forschungsgemeinde und die Öffentlichkeit dar. Mit Hilfe einer Literaturübersicht werden die Faktoren, die Lahmheit bei Milchkühen beeinflussen (können), dargestellt und charakterisiert. Lahmheit bei Milchkühen wird von einer Vielzahl an Faktoren beeinflusst, die sich in den Bereichen Stallkonzeption, Stallboden, Hygiene, Bewegungsfreiheit und Menge an Bewegung, Fütterung, Management durch den Landwirt, tierärztliche Versorgung und schmerzlindernde Behandlung sowie Klauenpflege und genetische Parameter finden. Diese Faktoren lassen sich für die Milchkuhhaltung nicht getrennt voneinander betrachten, sondern treten in der Regel in unterschiedlichen Kombinationen (je nach Stallgegebenheiten) auf und beeinflussen sich gegenseitig. Die Herausarbeitung der Lahmheit beeinflussenden Faktoren aus der Forschungsliteratur dient als Basis für den Versuch der Erstellung einer Risikobewertung dieser Faktoren im Hinblick auf ihre Gefährlichkeit, Lahmheit bei Milchkühen auszulösen und so das Wohlbefinden der Tiere einzuschränken. Als Grundlage für eine Risikobewertung wird das in der Lebensmittelindustrie etablierte HACCP-Konzept (Hazard Analysis and Critical Control Point) gewählt. Die zentralen Begriffe des Konzepts sowie die vier Stufen der Risikobewertung (Gefahrenidentifizierung, Gefahrenbeschreibung, Expositionsabschätzung und Risikobeschreibung) werden für den Gebrauch im Milchkuhbereich modifiziert und angepasst. Die Gefahrenidentifizierung und -beschreibung werden mit Hilfe der aus der Literaturübersicht gewonnenen Einflussfaktoren vorgenommen, und eine Liste von Faktoren, die Lahmheit beeinflussen, wird so erstellt. Eine Expositionsabschätzung und Risikobeschreibung sind aufgrund der uneinheitlichen und in wissenschaftlicher Hinsicht nicht vergleichbaren Daten nicht möglich, so dass eine wissenschaftliche Risikobewertung misslingt, und dafür eine praktisch orientierte Risikobewertung der Einflussfaktoren auf Lahmheit vorgenommen wird. Dabei tritt der Landwirt als der entscheidende Risikofaktor in den Vordergrund, da er der einzige der Faktoren ist, der selbst Entscheidungen treffen kann und der über die Ausprägung der anderen Faktoren aktiv bestimmen kann. Obwohl eine wissenschaftliche Risikobewertung im Sinne des HACCP-Konzeptes nicht in all ihren Schritten vorgenommen werden konnte, dienen die adaptierten Definitionen und die durchgeführte Gefahrenidentifizierung und -beschreibung als Ausgangspunkte für zukünftige Forschungen auf dem Gebiet der Verfahrenskontrolle und Risikobewertung in der Milchkuhhaltung. Es bleibt weiteren Forschungen überlassen, einheitliche Definitionen für Begriffe wie ‚welfare’ und ‚cow comfort’ zu finden, die bisher noch nicht etabliert wurden, und es bleibt ebenso Sache weiterer Forschung, einheitliche Methoden und Ansätze von Studien zum Thema ‚Lahmheit bei Milchkühen’ zu generieren, um vergleichbare und für eine Risikobewertung brauchbare Daten zu erhalten. Diese definitorischen Schwachstellen der Thematik, die einhergehen mit einem freiwilligen Erkenntnisverzicht der Forschungsgemeinde, gilt es zu beseitigen, um ein einheitliches und wissenschaftlich fundiertes Risikobewertungskonzept zum Thema Lahmheit bei Milchkühen erarbeiten zu können.

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Beusker, Nicole: Welfare of dairy cows. Hannover 2007. Tierärztliche Hochschule.

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