Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Die röntgenologische und ultrasonographische Darstellung der Facettengelenke der Halswirbelsäule beim Warmblutpferd

Lautenschläger, Ines Eva

In the course of this study the radiographic imaging of the horses` cervical vertebrae through latero-lateral radiation was optimized for the digital radiograph PCR A3® (Philips) by examinig 60 well rideable, clinically inconspicuous horses. Quantitative examinations concerning measurements of the inter- and intravertebral relationships of cervical C2 to C7 in latero-lateral standard radiographs were performed as well as measurements concerning the circumference and length of the Proc. articulares craniales et caudales. Furthermore the width of the interarticular crevice between C5 and C7 was examined in tangential radiographs. For the first time standards could be set for warmblooded horses unconspicuous under the rider and after clinical examination. Additionally qualitative findings in the area of the foramen intervertebrale on latero-lateral radiographs could be diagnosed as well as findings concerning outline and structure of the procc. articulares and the articulationes processuum articularium. Furthermore radiographs of the cervical vertebrae of 60 clinically inconspicuous /well rideable horses were compared to radiographs of 20 horses which showed clinical abnormalities in the cervical vertebrae. This study confirmed discreet findings in latero-lateral projection as well as tangential projection in the articulations processuum articularium of clinically inconspicuous saddle horses. Contrary to earlier studies it was not possible to find distinctive diagnoses in clinically inconspicuous horses in terms of spondylarthrosis. Overall diagnoses could be found in radiographs of 20 - 30% of clinically inconspicuous horses. In these cases though the findings were restricted to a minor shadowing in the areas of the foramen intervertebrale and the procc. articulares both in close-to-focus and close-to–plate tangential imaging. In contrary clinically conspicuous horses were afflicted with findings at a significantly higher rate. Especially a significant enlargement of the articular surface of the proc. articulares could be seen in several projections. Furthermore the caudal areas of the articulationes processuum atricularium were significantly closer and not as good imageable radiographically in those horses clinically conspicuous. Similar diagnoses to those diagnoses that were found by radiographic examinations could be seen in ultrasonographic examination when comparing well rideable horses to those showing difficulties. It was possible to image the articulationes processuum articularium of C5 to C7 in all 80 horses by ultrasonographic examination. The quality of the pictures turned poorer though in those areas with a higher amount of soft tissue covering the vertebrae. Nevertheless it was possible to diagnose a significant difference in the articulationes processuum articularium of easy rideable clinically inconspicuous horses to those animals showing severe difficulties. A significantly higher amount of those horses showing difficulties when being ridden could be diagnosed with a rough bone surface and an interarticular crevice that was hard to image sonographically if it was possible at all. In those horses well rideable even bone surface and a well displayable interarticular crevice were the usual findings. In clonclusion it was possible for this study to set standards for the radiographic und ultrasonographic examination of the cervical vertebrae of the warmblooded horse. Furthermore, it was possible to show a distinction between the cervical vertebrae of of clinically inconspicuous horses and horses clinically conspicuous respectively those horses well rideable and those showing difficulties through radiographic examination.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde zunächst die röntgenologische Darstellung der Halswirbelsäule des Pferdes im latero - lateralen Strahlengang durch die Untersuchung von 60 gut rittigen und klinisch unauffälligen Pferden speziell für die digitale Röntgenanlage PCR A3® der Firma Philips optimiert. Dabei wurden einerseits quantitative Untersuchungen mit Messungen des intra- und intervertebralen Verhältnisses der Halswirbel von C2 bis C7 in den latero- lateralen Standardaufnahmen und Messungen von Umfang und Länge der Gelenkfortsätze sowie der Weite des Gelenkspaltes der Wirbelgelenke zwischen C5 und C7 auf den Tangentialaufnahmen durchgeführt. Dazu wurden erstmalig Normwerte für reiterlich und klinisch unauffällige Warmblutpferde erstellt. Andererseits erfolgte eine qualitative Befunderhebung im Bereich des Foramen intervertebrale auf den latero- lateralen Aufnahmen, der Kontur und Struktur der Processus articulares sowie der Facettengelenke mit Hilfe der Tangentialaufnahmen. Des weiteren wurden die Röntgenaufnahmen von 60 gut rittigen bzw. klinisch unauffälligen Pferden mit denen von 20 schlecht rittigen und klinisch im Bereich der Halswirbelsäule auffälligen Pferden verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass auch in dieser Studie sowohl in der latero- lateralen als auch in der tangentialen Projektion bei klinisch unauffälligen Reitpferden dezente Befunde im Bereich der Facettengelenke auftraten. Im Gegensatz zu bisherigen Erkenntnissen wurden bei klinisch unauffälligen Pferden jedoch keine ausgeprägten Befunde i.S. von Spondylarthrosen festgestellt. Insgesamt wurden je nach Befund bei 20 – 30% der klinisch unauffälligen Pferde röntgenologische Befunde erhoben. Dabei handelte es sich jedoch vorrangig um  geringgradige Verschattungen im Bereich des Foramen intervertebrale auf den latero – lateralen Aufnahmen und der Processus articulares sowohl in der fokusnahen als auch in der plattennahen Abbildung auf den Tangentialaufnahmen. Dagegen waren die klinisch auffälligen Pferde signifikant häufiger befundbehaftet. Sie zeigten insbesondere signifikante Vergrößerungen der Gelenkflächen der Processus articulares in den verschiedenen Projektionen. Außerdem war bei den klinisch auffälligen im Vergleich zu den gut rittigen Pferden insbesondere der caudale Bereich der Facettengelenke signifikant enger und weniger häufig röntgenologisch deutlich darstellbar. Unterschiedliche Befunde wurden ähnlich wie im Rahmen der röntgenologischen Untersuchung auch sonographisch bei den gut bzw. schlecht rittigen Pferden erhoben. Sonographisch konnten bei allen 80 Pferden die Facettengelenke zwischen C5 und C7 dargestellt werden. Die Qualität der Ultraschallbilder war allerdings mit Zunahme des Weichteilgewebes schlechter. Dennoch wurde ein signifikanter Unterschied der sonographischen Darstellung der Facettengelenke gut rittiger, klinisch unauffälliger Pferde im Vergleich zu der der schlecht rittigen Pferde festgestellt. Eine unebene Knochenkontur mit nicht oder schlecht darstellbaren Gelenkspalt trat signifikant häufiger bei den schlecht rittigen als bei den gut rittigen Pferden auf. Bei den gut rittigen Pferden überwog eine glatte Kontur der gelenkbildenden Knochen und eine gute Darstellung des Gelenkspaltes. Insgesamt konnten mit Hilfe der vorliegenden Arbeit Normwerte für das Warmblutpferd erstellt und gezeigt werden, dass sich die röntgenologische Darstellung der Halswirbelsäule in verschiedenen Projektionen zwischen klinisch auffälligen bzw. schlecht rittigen und klinisch unauffälligen bzw. gut rittigen Pferden unterscheidet. Die klinisch auffälligen Pferde hatten deutlich häufiger Befunde als die unauffälligen Pferde. Dennoch waren die gut rittigen, klinisch unauffälligen Pferde nicht befundlos.

Quote

Citation style:

Lautenschläger, Ines Eva: Die röntgenologische und ultrasonographische Darstellung der Facettengelenke der Halswirbelsäule beim Warmblutpferd. Hannover 2007. Tierärztliche Hochschule.

Rights

Use and reproduction:
All rights reserved

Export