Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur quantitativen Bewertung der Tiergesundheit von Schweinebeständen

Böckel, Verena

The aim of the presented examination was to prove, if a combination of the Animal Treatment Index (ATI), index of lesions in internal organs,  enquiry of the operational staff and the consideration of mortality can be used as a benchmarking tool for animal health. In the context of this investigation 82.236 slaughter pigs were examined postmortem  over a period of two years at a Westfleisch-abattoir in the time from 01.06.2004 until 30.06.2006, considering the findings “pleuritis”, “pneumonia”, “pericarditis” and “milk spots”.  Antibiotic treatment was captured over the same period. Furthermore an on-site interview tooks place. The farmers had to fill in two questionnaires, one about the farms master data and another about herd infections. The form about the herd infections was handed out to rank health status during fattening period in scales like “weak” “medium” and “strong” problems. Moreover the amount of antibiotic group therapies and the mortality rate were checked out by this questionnaire. The organic lesions found in slaughters were converted into  an index. The antibiotics, delivered over a period of two years were converted into an ATItotal. The ATItotal is the sum of ATIinj (injectable antibiotics) and the ATIoral (antibiotics for oral dosage). 15 of 20 primarily participating farms could be taken into consideration for the results. Five farms were no longer available because one of the features “abattoire Westfleisch”, “herd surveillance carried out by the same veterinarian , “all pigs slaughtered at the same slaughterhouse” “clear-cut farm-related analysis of carcass trait” was not fulfilled for the whole period of investigation.   Results: The ATItot ranges between 7,91 and 63,49. Seven of the 15 participating farms have an ATIherd below 20. Merely three farms reach a value above 50. The ATIinjranges between 0,09 and 4,49. Only three farms have an ATIinj above 1. The slaughter index spreads between 2 and 5, “5” is only reached once. If you disregard the livers you can find values from 1 to 3, then two-thirds of all farms will have an index of 2. Conclusion: To put the ATIherdinto context with the lesions of internal organs in future investigations the milk spots should be disregarded, because they are not affectet by antibiotic therapy. The ATI can be used, together with other parameters, to decide what improving “animal health” is about. A less effort of time in supervising the pigs can´t be balanced by optimun constructional and technical conditions. An ideal state of health when housing pigs for fattening periode can nevertheless be be foiled with a less amount of time spend in the barn. The lack of care may change ATI and slaughter index for the worse. The ATIinj, refering to the injectable antibiotics, can be taken as an evidence how much time the farmer usually spend in his stable to treat individual animals. More antibiotic treatment does not  mean a better animal health.

Die Zielsetzung der vorliegenden Untersuchung bestand darin, zu überprüfen, ob eine Kombination aus Berechnung des TBI, Erfassung von Organbefunden, Befragung des Betriebspersonals und Berücksichtigung der Mortalität als Möglichkeit der quantitativen Bewertung der Tiergesundheit in Schweinebeständen herangezogen werden kann. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung wurden in der Zeit vom 01.06.2004 – 30.06.2006 an einem Schlachthof der Firma Westfleisch die Organbefunde „Perikarditis“, „Pneumonie“, „Pleuritis“ und „verworfene Lebern“ von 82.236 Schweinen erhoben. Über den gleichen Zeitraum erstreckte sich die Erfassung der angewendeten antimikrobiell wirksamen Substanzen. Desweiteren wurde „vor Ort“ eine Befragung der Landwirte vorgenommen. Mit Hilfe von zwei Fragebögen wurden Stammdaten des Bestandes erfasst und der Landwirt wurde aufgefordert, eine Einschätzung seines Betriebes bezüglich verschiedener Gesundheitsprobleme in der Mast vorzunehmen. Zu Kategorisierung standen die Merkmalsausprägungen „schwach“ „mittel“ und „stark“ zur Verfügung. Ebenfalls erfragt wurde die Anzahl antibiotischer Gruppenbehandlungen und Probleme in der Vormast sowie die Mortalitätsrate der aktuellen Mastgruppe. Die Organbefunde aus den Schlachtungen von Juni 2004 – Juni 2006 wurden in einen Organbefundindex  umgerechnet. Die abgenommenen Antibiotika wurden bezogen auf die Zahl der im Zeitraum von zwei Jahren geschlachteten Schweine in einen Bestands-Tierbehandlungsindex (TBIges) umgerechnet. Dieser ergibt sich aus der Summe der antimikrobiell wirksamen Substanzen, die oral verabreicht wurden (TBIpul) und der Antibiotika, die per Injektion (TBIinj) appliziert wurden. Von den 20 ursprünglich an der Erhebung beteiligten Betrieben konnten 15 in die abschließende Auswertung einbezogen werden. Fünf Betriebe standen nicht mehr zur Verfügung, da eines der Merkmale „Schlachthof Westfleisch“ „  gleicher zur Bestandsbetreuung verpflichteter Tierarzt“ „alle Schweine werden an einen Schlachthof geliefert“ und „eindeutige betriebsbezogene Auswertung der Schlachtdaten“ nicht über den gesamten Untersuchungszeitraum erfüllt werden konnte. Ergebnisse: 1. TBIbest: Der TBIbest bewegt sich innerhalb der 15 zur Auswertung herangezogenen Betriebe zwischen 7,91 und 63,49. Sieben der 15 Bestände weisen einen TBIbest von unter 20 auf. Ein Wert von über 50 erreichen lediglich drei Betriebe. 2. TBIinj: Der TBIinj   nimmt Werte zwischen 0,09 und 4,49 an. Nur drei der 15 Betriebe haben einen TBIinj größer als 1. 3. Der Organbefundindex bewegt sich zwischen 2 und 5. Der Wert 5 wird nur einmalig erreicht. Nimmt man die Lebern von der Betrachtung aus, bewegen sich die Werte zwischen 1 und 3, zwei drittel aller Betriebe haben dann einen Organbefundindex von 2. Schlussfolgerung: Um den TBIbest mit den Organbefunden  in Zusammenhang bringen zu können, sollten in zukünftigen Untersuchungen  die Leberbefunde von der Bewertung ausgenommen werden, da diese nicht antimikrobiell zu beeinflussen sind und so ein  schlechtres  Bild der Organgesundheit vermitteln könnten. Der TBIbest ist als semiquantitatives Instrument geeignet, gemeinsam mit anderen Parametern die Tiergesundheit quantitativ näher bestimmen zu können. Wird zur Betreuung der Schweine ein geringer Zeitaufwand betrieben, kann dieses mäßige Zeitkontingent auch durch optimale bauliche und technische Gegebenheiten ausgeglichen werden. Optimale gesundheitliche Bedingungen bei Aufstallung der Tiere in die Mast können durch mangelnden Zeitaufwand bei der Versorgung der Schweine dennoch zu unbefriedigenden TBI und Organindex führen. Der sich auf antimikrobiell wirksame Injektionsware beziehende TBIinj kann als Maß  der Einzeltierbehandlungen Hinweis auf die  zur Versorgung der Mastschweine aufgebrachte Zeit herangezogen werden. Ein höherer Verbrauch an antimikrobiell wirksamen Substanzen verursacht nicht automatisch eine bessere Tiergesundheit.

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Böckel, Verena: Untersuchungen zur quantitativen Bewertung der Tiergesundheit von Schweinebeständen. Hannover 2008. Tierärztliche Hochschule.

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