Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchung zur peripartalen Stoffwechseladaptation bei Schafen mit unterschiedlicher Ketosedisposition

Flügge, Ines

The objectiv of this study was to detect any differences of the peripartal adaptation of the metabolism in sheep with a different disposition to ketosis via the glucose tolerance tests (GTT). Furthermore it was to be clarified whether a bigger peripartal insulin resistance is existent in the alleged ketosis-sensitive older black-faced sheep (BFS) than in the assumed ketosis-insensitive younger finn sheep (FS). The black-faced sheep were chosen for this study as a result of the analyses of BICKHARDT et al. (1985), because they seem to have a higher disposition to develop a ketosis than other sheep. By contrast, the finn sheep were chosen because so far, in spite of multiple births, they never developed clinical ketosis under identical husbandry conditions. The tendency for the development of ketosis is shown by the development of a negative energy balance in the course of pregnancy, whereas the concentration of insulin and glucoses are abased and the concentration of free fatty acids (FFA) and Beta-hydroxybutyric (BHB) acid are elevated as a result of higher lipid mobilisation. Seven pregnant BFS at the age of 5,7 + 0,7 years and five pregnant FS at the age of 2,5 + 0,0 years from the same crop had to undergo the glucose tolerance test at five different terms (8 and 2 weeks before parturition, parturition, 2 weeks after that .and 2 weeks after weaning). Therefore they obtained a dose of 1 mmol glucose / kg lifeweight i.v. after a fasting period of 16 to 18 hours. The blood samples taken from the sheep were tested for the concentration of FFA, glucoses, BHB and insulin. During the investigation only the values of the parameters of the older BFS showed significant differences in the course of the pregnancy. There were no such differences during pregnancy of the younger FS. The differences in the valuation of the FS were only detected between ante partum and post partum. Especially in the course of pregnancy a negative energy balance was developed by the older BFS, which was characterised by a low concentration of glucoses up to the hypoglycaemic area, and in addition, by a very low insulin answer to a glucose stimulation at i.v. GTT two weeks ante partum. Furthermore the older BFS had a great mobilisation of adipose in combination with high reductions of weight and a high increase of FFA in the plasma concentration. In the course of heightened lipolysis the concentration of BHB was arisen in the last weeks of pregnancy. Consequently it can be said that the older BFS have a higher disposition for progression of a ketosis than the younger FS. The phenomenon of the insulin resistance is marked by a lower insulin effect. In the process we observe big areas under the curve during the i.v. GTT as well as long half life periods of glucoses. Especially a strong peripartal insulin resistance can assist the progression of a ketosis. The values detected during the investigation can be interpreted that the younger FS already had an insulin resistance at the first investigation term. Furthermore we can assume that the older BFS developed an insulin resistance eight weeks ante partum in the course of the preparation for the last weeks of pregnancy. It is a moot question whether this is the same at the date of birth. Recapitulatory we find out that the older BFS have a higher disposition for progression of a ketosis. However, the thesis of a development of a higher insulin resistance in the BFS breed during the peripartal time could not be finally clarified.

Ziel dieser Untersuchung war es, mit Hilfe des Glucosetoleranztests etwaige Unterschiede in der peripartalen Stoffwechseladaptation von Schafen mit unterschiedlicher Ketosedisposition zu ermitteln. Des Weiteren sollte geklärt werden, ob bei den vermeintlich ketose-empfindlichen älteren Schwarzköpfigen Fleischschafen (SKF) eine größere peripartale Insulinresistenz vorliegt als bei vermeintlich ketose-unempfindlichen jüngeren Finnschafen. Die beiden Untersuchungsgruppen wurden ausgewählt, weil die SKF-Schafe aufgrund von Auswertungen von BICKHARDT et al. (1985) eine erhöhte Disposition zur Entwicklung einer Ketose aufweisen und die Finnschafe trotz Mehrlingsgeburten nie klinische Ketosen entwickeln. Die Tendenz zur Entwicklung von Ketosen zeigt sich im Verlaufe der Trächtigkeit durch die Entwicklung einer negativen Energiebilanz, wobei die Glucose- und Insulinkonzentrationen erniedrigt sind und die Konzentrationen an freien Fettsäuren (FFS) und 3-Hydroxybutyrat (3-HB) durch die erhöhte Fettmobilisation ansteigen. Sieben tragende SKF-Schafe im Alter von 5,7 + 0,7 Jahren und fünf tragende Finnschafe im Alter von 2,5 + 0,0 Jahren aus einem Bestand wurden zu fünf verschiedenen Zeitpunkten (8 Wochen a.p., 2 Wochen a.p. Geburt, 2 Wochen p.p. und 2 Wochen nach dem Absetzen) einem Glucosetoleranztest (i.v.GTT) unterzogen. Dabei erhielten sie nach einer 16-18-stündigen Fastenperiode eine Dosis von 1 mmol Glucose / kg LM i.v. Die entnommenen Blutproben wurden auf die Gehalte an FFS, Glucose, 3-HB und Insulin hin untersucht. Im Verlaufe der Untersuchungen zeigten sich lediglich bei den älteren SKF-Schafen signifikante Unterschiede innerhalb der Werte der einzelnen Parameter im Verlauf der Trächtigkeit. Bei den jüngeren Finnschafen stellten sich solche Unterschiede im Trächtigkeitsverlauf nicht dar. Unterschiede waren bei ihnen innerhalb der einzelnen Wertebereiche nur zwischen ante partum und post partum zu sichern. Speziell im Zuge der Hochträchtigkeit entwickelte sich bei den älteren SKF-Schafen eine negative Energiebilanz, welche gekennzeichnet war durch niedrige Glucosekonzentrationen bis in den hypoglycämischen Bereich und 2 Wochen ante partum zudem auch durch eine sehr geringe Insulinantwort auf den Glucosestimulus im i.v.GTT. Des Weiteren war bei ihnen eine hohe Körperfettmobilisation zu erkennen mit starken Gewichtsverlusten und einem Anstieg der Plasmakonzentrationen an FFS und 3-HB. Somit kann man sagen, dass die älteren SKF-Schafe eine höhere Neigung zur Entwicklung einer subklinischen Ketose aufwiesen als die jüngeren Finnschafe. Das Phänomen der Insulinresistenz ist gekennzeichnet durch eine verminderte Insulinwirkung. Dabei werden große Flächen unter den Insulinverlaufskurven im i.v.GTT sowie lange Halbwertszeiten der Glucose beobachtet. Speziell eine peripartal einsetzende starke Insulinresistenz kann die Entstehung einer Ketose fördern. Die während der Untersuchung ermittelten Werte können dahingehend interpretiert werden, dass bei den jüngeren Finnschafen bereits bei der ersten Untersuchung eine Insulinresistenz vorlag. Außerdem kann angenommen werden, dass die älteren SKF-Schafe 8 Wochen ante partum im Zuge eines Vorbereitungsstadiums auf die Hochträchtigkeit eine Insulinresistenz entwickelten. Ob dies auch für den Zeitpunkt der Geburt gilt, bleibt fraglich. Somit zeigten die älteren SKF-Schafe eine stärkere Disposition zur Entwicklung einer Ketose als die Finnschafe. Die These jedoch, dass die Ketoseempfindlichkeit der SKF-Schafe an eine stärkere peripartale Insulinresistenz gekoppelt ist, konnte nicht abschließend geklärt werden.

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Flügge, Ines: Untersuchung zur peripartalen Stoffwechseladaptation bei Schafen mit unterschiedlicher Ketosedisposition. Hannover 2008. Tierärztliche Hochschule.

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