Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Trinkwassermedikation beim Schwein mit dem Dosiergerät "MEDOMIX® 100" unter Verwendung von Chlortetracyclin-HCI

Groenewold, Ewald

The purpose of this study is to find out if Chlortetracycline given to pigs in water may lead to measurable values and/or therapeutical effects. It was applied with the dosing feeder „Medomix®100“ in three tests as well as on a farm. In nine tests and one field study Chlortetracycline-HCl was given to pigs by drinking water.In the first series, the pigs were kept separately because a veneous catheter had been implanted to facilitate the collection of samples. The medicated water was offered in a storage tank, connected with a nipple watering device. In this test series doses of 20, 40 and 60 mg/kg body weight were applied when feeding, both restrictively and ad libitum, to determine favourable doses and times for collecting the samples. The doses were given from morning until midnight; a blood sample was taken from each pig. With larger doses (60 mg/kg body weight) the required serum level of 500 ng/ml was reached faster and in a more uniform way. We found that ad libitum feeding got faster and uniform serum levels than restrictive feeding in case of the day and night rhythum. In second test series the pigs were kept in groups. They were given Chlortetracycline by drinking water through the dosing feeder „Medomix®100“. The schedule set up included one dose of 40 mg/kg body weight with ad libitum feeding, and two doses of 60 mg/kg body weight with ad libitum and restrictive feeding. Based on the records of the first test, samples were collected at 6 a.m., at noon and at 6 p.m. When applying 60 mg/kg, higher and more uniform values were measured in the serum than in the case of 40 mg/kg body weight. In addition it was found that, in comparison with restrictev feeding, the doses of 60 mg/kg body weight led to higher and more uniform serum levels when applied in ad libitum feeding. The minimal concentration of inhibiting substances was soon exceeded when giving the high dosage (60 mg/kg body weight) and fell down only slightly in breaks without water consumption, achieving a permanent therapeutical concentration of 500 ng/ml in the serum. In the field studiy Chlortetracycline doses of 40 mg/kg body weight were given to 265 pigs. The single sample was collected at noon on the 2nd and the 3rd day of the treatment showed values which, on the 2nd day, remained below the minimal concentration of inhibiting substances in 30 per cent of the test pigs, whereas on the 3rd day the therapeutical concentration was found in all the pigs. These concentration however are  expected to fall down considerably over night when no, or hardly any water is consumed. This remarkable day-and-night rhythm is shown in the records gained in the clinical tests with equally large doses as well as in those with larger doses. The dosing feeder integrated in the drinking-water lines of a stall or helps to reach an effective blood level in the pigs if the appropriate doses of Chlortetracycline are applied. It facilitates the quick application of a medicament to large live stock even if the feeding silos are still filled. A change in medication (changed resistance), or addidtional medication supporting the therapy is possible within a short period. Basic requirements are: the installing a dosing feeder, a water-soluble medicament, water of drinking-water quality and separate water lines in each stall. The risk is that, in order to achieve a therapeutical concentration, almost 48 hours are needed as initial period of the doses given to the pigs (20 and 40 mg/kg body weight) are too low and low levels produce resistances in the bacterias of the pigs.

Die vorliegende Arbeit beschreibt die Untersuchung des Einsatzes von Chlortetracyclin-HCl über Trinkwasser bei Schweinen. Für Chlortetracyclin-HCl wird eine minimale Hemmkonzentration von 500 ng/ml Serum angegeben. In drei Versuchen sowie in der Anwendung in einem landwirtschaftlichen Betrieb wurde die Applikation des Medikaments mit Hilfe des Dosiergerätes „Medomix®100“ vorgenommen. In neun Versuchen und einer Felduntersuchung wurde Chlortetracylin-HCl über das Trinkwasser an Schweine verabreicht. In der ersten Versuchsreihe wurden die Schweine einzeln gehalten, zur Ermittlung der Medikamentendosis - 20, 40 und 60 mg/kg KGW - und zur Ermittlung geeigneter Blutprobenentnahmezeiten. Das medikierte Wasser wurde in einem siphonähnlichen Vorratsbehälter angeboten, der an einer Nippeltränke angeschlossen wurde. Diese Versuchsreihe verlief sowohl bei restriktiver wie auch bei ad libitum Fütterung, hierbei könnte auch noch das individuelle Trinkverhalten der einzelnen Schweine untersucht werden. Die jeweilige Dosierung wurde über drei Tage gegeben. Beginnend morgens um 6.00 Uhr bis 24.00 Uhr nachts wurde alle drei Stunden je Schwein eine Blutprobe gewonnen. Bei den höheren Dosierungen (60 mg/kg KGW) stellte sich der geforderte Serumspiegel von 500 ng/ml  schneller und gleichmäßiger ein. Die ad libitum gefütterten Tiere zeigten schnell höhere und gleichmäßigere Blutserumspiegel, vor allem auch in Bezug auf den Tag- Nacht-Rhythmus als die restriktiv gefütterten Schweine. In der zweiten Versuchsreihe erfolgte die Haltung der Schweine in Gruppen, das Medikament Chlortetracyclin wurde mit Hilfe des Dosiergerätes „Medomix®100“ über das Trinkwasser den Schweinen verabreicht. Die Dosierung betrug einmal 40 mg/kg KGW bei ad libitum Fütterung, des Weiteren zweimal je 60 mg/kg KGW bei ad libitum und restriktiver Fütterung. Dreimal täglich entnommene Blutproben während  der Dosierung von 60 mg/kg KGW und ad libitum Fütterung ergaben schneller höhere und gleichmäßigere Konzentrationen als bei der restriktiven Fütterung. Die minimale Hemmkonzentration wurde unter diesen Bedingungen schnell erreicht und in Pausen ohne Wasseraufnahme, in der Nacht, nur geringfügig unterschritten, so dass eine durchgehende therapeutische Konzentration von 500 ng/ml Serum erzielt werden konnte. Beim Einsatz des Dosiergerätes „Medomix®100“ in einem landwirtschaftlichen Betrieb erhielten 265 Schweine Chlortetracyclin in einer Dosierung von 40 mg/kg KGW. Am zweiten Behandlungstag wiesen 30 % der untersuchten Schweine einen Blutserumspiegel auf, der unterhalb der minimalen Hemmstoffkonzentration lag. Am dritten Behandlungstag erreichten alle untersuchten Schweine die therapeutische Konzentration. Es ist aber damit zu rechnen, dass diese Konzentrationen in der Nacht, wenn keine oder nur eine geringe Wasseraufnahme erfolgt, abfallen. Die Daten aus dem Einzeltierversuch mit gleicher Dosierung zeigten ebenfalls diese auffälligen Tag-Nacht-Schwankungen, unabhängig der minimalen Hemmkonzentration. Beim Einsatz der entsprechenden Dosierung von Chlortetracyclin ist mit der Hilfe dieses Gerätes „Medomix®100“, integriert in das Trinkwasserleitungsnetz eines Stalles oder Stallabteils, ein wirksamer Blutspiegel im Schwein zu  realisieren. Ein Medikamentenwechsel bei Änderung der Resistenzlage oder eine therapieunterstützende Zusatzmedikation kann rasch durchgeführt werden.  Unabdingbare Voraussetzungen sind: Einbaumöglichkeit des Gerätes, Wasserlöslichkeit des zu verabreichenden Wirkstoffes, Wasser von Trinkwasserqualität und ein separates Wasserrohrsystem je Stall oder Stallabteil. Das Risiko dieser Applikationsform besteht darin, dass Schweine bei einer zu niederen Dosierung (20 mg und 40 mg/kg KGW) einer fast 48stündigen Anflutungsdauer bedürfen, um eine therapeutische Konzentration zu erreichen, Resistenzen sind deshalb nicht ausgeschlossen.

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Groenewold, Ewald: Trinkwassermedikation beim Schwein mit dem Dosiergerät "MEDOMIX® 100" unter Verwendung von Chlortetracyclin-HCI. Hannover 2008. Tierärztliche Hochschule.

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