Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Untersuchungen zur Antikörperreaktion auf Impfungen gegen mycoplasma hyopneumoniae bei Ferkeln mit hohen respektive niedrigen Konzentrationen maternaler Antikörper

Lehner, Susanne

The vaccination of piglets against M. hyopneumoniae is a common strategy to control Enzootic Pneumonia in Germany. The optimal time of vaccination is discussed intensively especially for the use of one-shot vaccines. The aim of this study was to investigate the efficacy of one-shot vaccines depending on the vaccination time and vaccination of the sow. The reaction of the sows on immunzation is often monitored by serum antibody concentration. The antibody concentrations which can be determined in blood samples that are collected at time of parturition are correlated with maternal antibody concentration in serum of the piglets. The serological examination in sows shortly after parturition and also the examination of newborn piglets are very stressful for the animals. Within the scope of a first study a time displacement of 3 to 5 days was investigated to check whether a blood sampling of the sows a few days after parturition will lead to results comparable to the blood sampling at the day of parturition. In this study the concentration of serum antibodies remained nearly constant during the first three days after parturition. Therefore, it is advisable to postpone the blood sampling up to 2 or 3 days p.p.. In the second study (a double blinded study) the efficacy of different one-shot vaccination schemes against M. hyopneumoniae was comparativly determined on the base of daily weight gain (kg) calculated until 21st week of age and by the evaluation of typical lung lesions at slaughter. Altogether nine treatment groups participated in the study: non vaccinated sows and non vaccinated offspring or vaccinated with Ingelvac® M.hyo respectively at 3 or 6 weeks of age; the sows vaccinated with Ingelvac® M.hyo 6 and 3 weeks a.p. and non vaccinated offspring or vaccinated with Ingelvac® M.hyo respectively at 3 or 6 weeks of age; the sows vaccinated with another vaccine (“Vaccine A”) and non vaccinated offspring or vaccinated with “Vaccine A” respectively at 1 or 3 weeks of age. At the same time the serological reaction to vaccination or infection was followed up at different points of time. The serological results confirmed the endemic infection of the piglet production herd with M. hyopneumoniae. In this study the piglets from vaccinated sows which were also vaccinated with Ingelvac® M.hyo at 6 weeks of age showed the highest average daily weight gains. The piglets vaccinated with “Vaccine A” showed significantly a lower average in daily weight gains. The piglets of treatment groups vaccinated with Ingelvac® M.hyo showed the lowest lung lesion scores independent of sow vaccination status. Non vaccinated treatment groups and piglets vaccinated with “Vaccine A” showed significantly higher lung lesion scores. The results of this study show that vaccinating sows with Ingelvac® M.hyo 3 and 6 weeks a.p. and vaccinating the offspring at 6 weeks of age was the most effective in increasing daily weight gains and reducing lung lesions.

Die Impfung von Ferkeln gegen M. hyopneumoniae ist in Deutschland eine verbreitete Maßnahme zur Bekämpfung der Enzootischen Pneumonie. Der optimale Impfzeitpunkt wird, besonders für die Anwendung von one-shot Impfstoffen intensiv diskutiert. Das Ziel der vorliegenden Studie war, die Effektivität von one-shot Impfstoffen in Abhängigkeit vom Impfzeitpunkt und dem Impfstatus der Sau (Muttertiervakzination) zu untersuchen. Die Reaktion von Sauen auf eine Muttertiervakzination wird häufig anhand der Kinetik von Antikörpern im Blutserum verfolgt. Die Antikörperkonzentrationen, die in Blutproben festgestellt werden können, die um den Geburtszeitpunkt entnommen wurden, sind mit den Konzentrationen maternaler Antikörper im Serum der Ferkel korreliert. Da aber die Blutentnahme bei Sauen direkt nach der Geburt, wie auch die Probenentnahme bei neugeborenen Ferkeln sehr belastend für die Tiere ist, wurde im Rahmen eines Vorversuches geprüft, ob eine spätere Blutentnahme bei der Sau zu Ergebnissen führt, die der Probenentnahme direkt nach der Geburt vergleichbar sind. Die Ergebnisse des Vorversuches haben gezeigt, das sich die Antiköperkonzentrationen im Serum der Sau während der ersten drei Tage nach der Geburt nicht signifikant unterscheiden und daher eine, für die Sau weniger belastende Probenentnahme am 2. oder 3. Tag nach der Abferkelung zu empfehlen ist. Im Hauptversuch (Doppel-Blindstudie) wurde der Effekt verschiedener Impfschemata gegen M. hyopneumoniae vergleichend anhand des Zuwachses in der Zeit von der 3. bis 21. Lebenswoche sowie dem Vorkommen und Ausmaß von Lungenveränderungen zum Zeitpunkt der Schlachtung bestimmt. Insgesamt waren neun verschiedene Behandlungsgruppen in die Untersuchung einbezogen: Nicht geimpfte Sauen und deren Ferkel, die nicht geimpft resp. in der 3. oder 6. Lebenswoche mit Ingelvac® M.hyo geimpft worden waren; Sauen, die 6 und 3 Wochen a.p. mit Ingelvac® M.hyo geimpft worden waren und deren Ferkel nicht geimpft resp. in der 3. oder 6. Lebenswoche mit Ingelvac® M.hyo geimpft worden waren; Sauen, die 6 und 3 Wochen a.p. mit einem anderen Impfstoff (Impfstoff A) geimpft worden waren und deren Ferkel nicht geimpft resp. in der 1. oder 3. Lebenswoche mit Impfstoff A geimpft worden waren. Gleichzeitig wurde die serologische Reaktion auf eine Impfung resp. Infektion anhand einer Verlaufsuntersuchung verfolgt. Die serologischen Befunde bestätigten die endemische Infektion des Ferkelerzeugerbestandes mit M. hyopneumoniae. Die Schweine von Sauen, die ante partum mit Ingelvac® M.hyo und selbst in der 6. Lebenswoche mit diesem Impfstoff geimpft worden waren, hatten in dieser Studie die besten Zuwachsleistungen. Die Impfung von Sauen mit Impfstoff A und die nachfolgende Impfung der Ferkel, ebenfalls mit Impfstoff A in der 1. resp. 3. Lebenswoche, führte nicht zur Verbesserung der Zuwachsleistung. Die Behandlungsgruppen, in denen die Ferkel mit Ingelvac® M.hyo geimpft worden waren, wiesen unabhängig vom Impfstatus der Sau, die geringsten Lungenveränderungen auf. Die nicht geimpften Behandlungsgruppen sowie die mit Impfstoff A geimpften Ferkel wiesen häufiger und deutlicher ausgeprägte Lungenveränderungen auf. Die Ergebnisse der Effektivitätsstudie lassen die Schlussfolgerung zu, dass mit der Anwendung von Ingelvac® M.hyo bei Sauen 3 und 6 Wochen a.p. und der Impfung ihrer Ferkel in der 6. Lebenswoche gegenüber anderen Impfschemata eine Verbesserung der Leistung zu erreichen ist.

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Lehner, Susanne: Untersuchungen zur Antikörperreaktion auf Impfungen gegen mycoplasma hyopneumoniae bei Ferkeln mit hohen respektive niedrigen Konzentrationen maternaler Antikörper. Hannover 2008. Tierärztliche Hochschule.

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