Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Zur Diagnostik der unspezifischen Konjunktivitis bei Hund und Katze

Schieszler, Andrea

The aim of this study was to determine the diagnostic value of histopathological examination versus cytology in unspecific conjunctivitis in dogs and cats. The results of the clinical, microbiological, mycological, and virological examinations were included in the evaluation. 64 cats and 60 dogs with unspecific conjunctivitis were included in the study. All animals were subjected to a complete ophthalmological examination. Cultures were taken for microbiological, mycological, and, in cats, virological examination. Specimens for conjunctival cytology were taken with a cytobrush and stained with a Pappenheim stain. Conjunctival biopsies were stained with hematoxylin-eosin and periodic-acid-schiff-stains. According to the results of the microbiological and mycological examinations, as well as the virological examinations in cats, the animals were divided into groups and the results of cytology and histopathology compared. In 30 cats with bacteria (except mycoplasma and chlamydophilae), cytological and histopathological results were unspecific in most cases. In some cases, a marked difference in the detection of eosinophils and mast cells was seen, cytology was the more sensitive method in these cats. In eleven cats the severity and type of the conjunctivits correlated very well, in four cats the results concurred partially, and in fifteen cats the results differed completely. In the two cats with a chlamydophila infection, cytology was superior to histopathology, as intracytoplasmatic inclusion bodies were found. In mycoplasma-positive cats inclusion bodies were found on cytology, not on histopathology. Intranuclear inclusion bodies were not found on either cytology or histopathology in the eight FHV-1-positive cats, however cytology seemed to haver a greater value as eosinophils were found in four cats. The severity and type of the conjunctivitis correlated very well in two cats, in two other cats the results concurred partially, and in four cats the results differed completely. A fungal infection was found in one cat, however fungal elements were not found on cytology or histopathology. In sixteen cats neither bacteria, fungi nor virus were isolated. In four cats eosinophils resp. mast cells were found on histopathology. Histoathology was more sensitive, as eosinophils were seen on cytology in only three cases. Intracytoplasmic inclusion bodies in the conjunctival epithelial cells were seen in six cats on cytology, but not in histopathology. In five cats a correlation was found as to type and severity of conjunctivitis, in two cats the results concurred partially. In nine cats no correlation was found. Cytology and histopathology were unpecific in most of the 38 dogs with bacterial conjunctivitis. Epithelial lesions such as erosions, ulcerations or necrosis, and epithelial hyper- or hypoplasia were found in many cases, however they were of little diagnostic value. The indication of an allergic conjunctivitis was supported by eosinophils and mast cells found on histopathology in eight dogs, none were found on cytology. In 15 dogs the severity and type of the conjunctivitis correlated very well, in five dogs the results concurred partially, and in eighteen dogs the results differed completely. In two dogs fungal cultures were positive. There were no indications of etiology on cytology or histopathology. A correlation between cytology and histopathology was found in both dogs. In the 21 dogs with negative bacterial and fungal cultures, the cytological and histopathological findings were unspecific. Eosinophils were found cytologically in one dog and mast cells were discovered in one dog on histopathology. In five dogs a correlation and in three dogs a partial correlation was found as to type and severity of conjunctivitis. In thirteen dogs no correlation was found.

Ziel der vorliegenden Studie war es, bei Hunden und Katzen mit einer unspezifischen Konjunktivitis die diagnostische Aussagekraft der pathohistologischen Untersuchung im Vergleich zur Zytologie zu beurteilen. Dabei wurden auch die klinischen, mikrobiologischen, mykologischen und virologischen Untersuchungsergebnisse in die Beurteilung miteinbezogen. Insgesamt konnten 64 Katzen und 60 Hunde in die Studie aufgenommen werden. Nach einer kompletten ophthalmologischen Untersuchung wurden Tupferproben für die mikrobiologische, mykologische und virologische (nur Katze) Untersuchung entnommen. Mittels Cytobrush wurden Proben für die Zytologie gewonnen und mit der panoptischen Färbung nach Pappenheim gefärbt. Die Konjunktivabioptate für die pathohistologische Untersuchung wurden nach Hämatoxylin-Eosin und Periodic-Acid-Schiff gefärbt. Anhand der Ergebnisse der mikrobiologischen, mykologischen und virologischen (Katze) Untersuchungen wurden die Tiere in verschiedene Gruppen eingeteilt und die Ergebnisse der Zytologie und der Pathohistologie verglichen. Bei den 30 Katzen, bei denen Bakterien mit Ausnahme von Mykoplasmen und Chlamydophilae nachgewiesen wurden, waren sowohl zytologische als auch pathohistologische Ergebnisse in den meisten Fällen unspezifisch. Auffällig war, dass in einigen Fällen Diskrepanzen hinsichtlich der Detektion von eosinophilen Granulozyten und Mastzellen bestanden, wobei sich die Zytologie als wesentlich sensitivere Methode erwies. Hinsichtlich Grad und Art der Konjunktivitis lagen Übereinstimmungen bei elf, nur partielle Übereinstimmungen bei vier und keine Übereinstimmung bei 15 Katzen vor. Bei den beiden Katzen mit einer Chlamydophila-Infektion erwies sich die Zytologie durch die Darstellung von intrazytoplasmatischen Einschlusskörpern als diagnostisch wertvoller als die Pathohistologie. Auch bei den Mycoplasma-positiven Katzen konnten zwar zytologisch, nicht aber pathohistologisch intrazytoplasmatische Einschlüsse nachgewiesen werden. Bei den acht FHV-1-positiven Katzen gelang der Nachweis intranukleärer Einschlusskörper weder zytologisch noch pathohistologisch. Die Zytologie erwies sich jedoch durch den Nachweis von eosinophilen Granulozyten bei vier Katzen als diagnostisch wertvoller als die Pathohistologie. Hinsichtlich Art und Grad der Konjunktivitis stimmten die Ergebnisse der Zytologie und Pathohistologie bei jeweils zwei Katzen überein bzw. teilweise überein, während bei vier Katzen keine Übereinstimmung auftrat. Bei einer Katze mit einer Pilzinfektion gelang weder zytologisch noch pathohistologisch die Darstellung von Pilzelementen. Bei 16 Katzen konnten keine Erreger isoliert werden. Durch den pathohistologischen Nachweis eosinophiler Granulozyten bzw. Mastzellen konnten allerdings bei vier Katzen wertvolle diagnostische Hinweise erhalten werden. Die Pathohistologie erwies sich in dieser Gruppe als die sensitivere Methode, da zytologisch nur in drei Fällen eosinophile Granulozyten nachgewiesen werden konnten. Intra­zytoplasmatische Einschlüsse in den Konjunktivalepithelien konnten bei sechs Katzen nur anhand der Zytologie nachgewiesen werden, pathohistologisch jedoch nicht. Bei fünf Katzen lag eine Korrelation hinsichtlich der Art und des Grades der Konjunktivitis vor. Bei zwei Katzen korrelierten die Ergenisse partiell, bei neun Katzen hingegen nicht. Bei den meisten der 38 Hunde, bei denen Bakterien von der Konjunktiva isoliert wurden, waren sowohl Zytologie als auch Pathohistologie unspezifisch. Epithelveränderungen wie Erosionen, Ulzerationen oder Nekrosen, Epithelhyper- oder Hypoplasien wurden häufig nachgewiesen, waren jedoch von geringem diagnostischem Nutzen. Durch den Nachweis von eosinophilen Granulozyten bzw. Mastzellen lieferte die pathohistologische Untersuchung im Gegensatz zur Zytologie jedoch bei acht Hunden Hinweise auf eine allergische Konjunktivitis. Eine Korrelation von Art und Grad der Konjunktivitis lag bei 15 Hunden vor, nur teilweise korrelierten die Ergebnisse bei fünf Hunden und bei 18 Hunden traten keine Übereinstimmungen auf. Bei zwei Hunden wurde Pilze nachgewiesen. Weder zytologisch noch pathohistologisch konnten mikroskopisch Hinweise auf die Ursache geliefert werden. Zytologisch und pathohistologisch korrelierten Grad und Art der Konjunktivitis bei beiden Hunden. Bei den 21 Hunden, bei denen keine Erreger von der Konjunktiva isoliert werden konnten, lagen sowohl zytologisch als auch pathohistologisch überwiegend unspezifische Befunde vor. Lediglich bei jeweils einem Hund wurden zytologisch eosinophile Granulozyten und pathohistologisch Mastzellen nachgewiesen. Bei fünf Hunden lag eine Übereinstimmung des Grades und der Art der Konjunktivitis vor. Bei 13 Hunden konnte keine und bei drei Hunden nur eine partielle Korrelation nachgewiesen werden.

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Schieszler, Andrea: Zur Diagnostik der unspezifischen Konjunktivitis bei Hund und Katze. Hannover 2008. Tierärztliche Hochschule.

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