Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Die Hexagon-Prothese

Bonin, Tim

In 2005 and 2006 a new hexagonally shaped cementless femoral hip stem was implanted in 28 dogs in the small animal clinic of the “Tierärztliche Hochschule Hannover”. In order to evaluate the antibacterial effects of silver and its ability to support bony ingrowth, 10 of the implants were coated with a thin silver layer. Over a period of 12 months regular follow-up checks were performed to test the implant`s functionality. The clinical and radiographic outcome of 22 patients was documented. To evaluate the clinical success of this new prosthesis, attention was given especially to the factor of “lameness”. By the end of the study 31.8% (n = 7) of the examined dogs did not show any signs of lameness. 40.9% (n = 9) of the patients were lame with a different degree. The implants of five (22.7%) patients had to be removed. Within the observation period one dog (4.5%) died because of reasons not being associated with the hip replacement. To analyse the prosthesis` stability, x-ray pictures were taken during the radiographic check-ups. Using defined criteria, 54.5% (n = 12) of the examined dogs showed signs of temporarily or permanently implant loosening. The results indicated differences as far as the clinical and radiographic results were concerned. The stemsof 5 patients were explanted even though radiologically hip loosening could not be proved. Therefore the amount of implant failure rose up to 77.3% (n = 17). Because complications appeared in 53.6% (n = 15 of 28), the implant design as being an associated factor was discussed. In seven dogs open revision (e.g. fracture treatment) was necessary to obtain the implant within the femoral stem. All of them followed aseptic loosening. The use of silver could not fulfil the expectations. All silver-coated implants failed within the observation period. The perioperative swab of one patient revealed bacterial wound contamination even though the antibacterial effects of silver were experimentally proved. Over all, the high rate of complications and aseptic loosening do currently not allow recommending this new femoral hip prosthesis for the use in dogs.

In den Jahren 2005 und 2006 wurde in der Kleintierklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover 28 Hunden ein neuartiger zementfreier Prothesenschaft mit sechseckigem Querschnitt implantiert. Zur Bewertung der osteointegrativen und infektionsprophylaktischen Fähigkeiten einer Silberlegierung auf der Prothesenoberfläche, erhielten 10 Hunde einen entsprechend beschichteten Prothesenschaft. Postoperativ wurde über einen Zeitraum von 12 Monaten die Funktionalität der Implantate bei 22 Hunden in klinischen und radiologischen Untersuchungen geprüft. Der klinische Erfolg der Prothese wurde anhand verschiedener Parameter eingeschätzt, wobei der Lahmheitsbeurteilung eine zentrale Bedeutung zukam. Bei Abschluss der Studie belasteten 31,8% (n = 7) von 22 nachuntersuchten Hunden lahmheitsfrei, während 40,9% (n = 9) der Patienten Lahmheiten unterschiedlicher Ausprägung offenbarten. Aufgrund dauerhafter Fehlbelastungen erfolgte bei 22,7% (n = 5) der Hunde noch vor Studienende die Explantation der Hexagonprothese. Ein weiterer Hund (4,5%) verstarb im Beobachtungszeitraum aus Prothesenunabhängigen Gründen. Anhand röntgenologischer Kontrollen wurde das periprothetische Osteointegrationsverhalten beurteilt. Bei 54,5% (n = 12) der untersuchten Hunde war aufgrund eindeutiger röntgenologischer Befunde eine Prothesenlockerung nachweisbar. Dabei ergab sich eine Diskrepanz zwischen den klinischen und radiologischen Ergebnissen. Fünf explantierte Prothesen erwiesen sich intraoperativ als gelockert, ohne dass röntgenologische Anzeichen für ein eindeutiges Prothesenversagen nachgewiesen wurden. Der Gesamtanteil gelockerter Prothesen stieg dadurch auf 77,3% (n = 17). 53,6% (n = 15) von 28 operierten Hunden erlitten intra- und postoperativ Komplikationen, wobei das Prothesendesign als ein begünstigender Faktor eingeschätzt wurde. Bei sieben Hunden erfolgte die chirurgische Revision mit dem Ziel, die Prothese zu erhalten, dennoch lockerten diese Implantate im Beobachtungszeitraum aus. Der Einsatz von Silber erfüllte nicht die Erwartungen. Auf der einen Seite zeigten alle legierten Implantate im Beobachtungszeitraum ein ausgeprägtes Lockerungsgeschehen, und andererseits erfolgte bei einem Patienten trotz der experimentell nachgewiesenen infektionsprophylaktischen Eigenschaften von Silber ein Keimnachweis. Aufgrund der hohen Komplikations- und Lockerungsrate kann das neue Prothesenmodell gegenwärtig nicht für den Einsatz beim Hund empfohlen werden.

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Bonin, Tim: Die Hexagon-Prothese. Hannover 2008. Tierärztliche Hochschule.

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