Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Verhalten von neutrophilen Granulozyten nach Thoraxtrauma und Marknagelung

Harms, Oliver

Intramedullary nailing at the femur increases the risk for ARDS due to embolization of the intramedullary contents.  In the polytrauma patient with lung contusion, key factors are polymorphonuclear leukocytes, free fatty acids and the coagulation cascade. In this study, the effects of intramedullary nailing to lung permeability, inflammatory changes and activation of the coagulation system were investigated. In the presence of lung contusion, reamed femoral nailing leads to a significant increase in lung permeability. This is associated with a lower stimulation of pulmonary polymorphonuclear leukocytes. In the histological slides, a significant increase of the pulmonary edema and more leukocyte diapedeses were shown. Unreamed femoral nailing leads to similar stimulation of polymorphonuclear leukocytes as reamed femoral nailing. A short, temporary rise of pulmonary permeability was detected after lung contusion, but not after instrumentation of the intramedullary canal. This is reflected in less edema and fewer leukocyte diapedeses at the histological slides. The new reaming, irrigation and aspiration system reveals no changes regarding lung permeability. The ability of polymorphonuclear leukocytes to become stimulated were maintained. Histologically, less edema and fewer leukocyte diapedeses were detected. The influence on the coagulation system was also less, because of lower concentrations of D-Dimere. Additional clinical validation of the new reaming, irrigation and aspiration system is necessary.

Die intramedulläre Instrumentation am Femur erhöht durch Embolisation von Markraumbestandteilen bei Polytraumapatienten mit Lungenkontusion das Risiko der Entstehung eines ARDS. In der vorliegenden Studie wurden die Auswirkungen verschiedener Osteosyntheseverfahren auf die Lungenpermeabilität, die inflammatorischen Veränderungen und die Aktivierung des Gerinnungssystems untersucht. Im Fall einer Lungenkontusion führte die aufgebohrte Marknagelung zu einer signifikanten Erhöhung der Lungenpermeabilität. Das war verbunden mit einer geringeren Stimulierbarkeit der pulmonalen neutrophilen Granulozyten. Histologisch wurden ein signifikanter Anstieg des pulmonalen Ödems und eine vermehrte Leukozytendiapedese nachgewiesen. Nach unaufgebohrter Marknagelung ergab sich eine ähnliche Stimulierbarkeit der neutrophilen Granulozyten wie bei der aufgebohrten Marknagelung. Ein kurzer vorübergehender Anstieg der pulmonalen Permeabilität war nach der Lungenkontusion feststellbar, nicht jedoch nach der Instrumentation am Markraum. Histologisch spiegelt sich dieses Ergebnis in der weniger ausgeprägten Ödembildung und der geringeren Leukozytendiapedese wider. In der Gruppe der mit dem neuen Spül- und Saug- Bohrsystem versorgten Tiere konnten keine Veränderungen in der Lungenpermeabilität festgestellt werden. Die polymorphkernigen Leukozyten behielten ihr Stimulierbarkeitsvermögen. Im Vergleich zur aufgebohrten Marknagelung wurden histologisch geringere Ödeme und weniger Leukozytendiapedese festgestellt. Die Auswirkungen auf das Gerinnungssystem waren ebenfalls geringer, was sich an den niedrigeren D-Dimere-Konzentrationen zeigte. Inwieweit die Vorteile des neuen Bohrsystems auf den Menschen übertragbar sind, müssen zusätzliche klinische Studien zeigen.

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Harms, Oliver: Verhalten von neutrophilen Granulozyten nach Thoraxtrauma und Marknagelung. Hannover 2008. Tierärztliche Hochschule.

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