Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Farbdopplersonographische Untersuchungen an zystischen Ovarfolikeln beim Rind

Rauch, Alexandra

The goals of the present study were to investigate whether colour Doppler sonography can be used to differentiate temporary from persistent ovarian follicles and follicles with luteal tissue from follicles without luteal tissue and to assess the response of follicular cysts to administration of a gonadotropin releasing hormone (GnRH) analogue. Fifty-four cows having ovarian follicular structures with a diameter of >15 mm but no corpus luteum were included. These cows were examined via B-mode and colour Doppler sonography. The same examinations were repeated 10 to 12 days later, and the cows with follicular cysts (n=17) received a GnRH analogue. Blood flow was measured before and 30 min after treatment. Ten to 12 days later, the response to treatment was assessed using B-mode sonography. While 31 of 54 follicles disappeared spontaneously (temporary follicles), 23 follicles persisted and were diagnosed as cystic ovarian follicles (COFs). There was no difference between temporary follicles and COFs in regard to total area, wall thickness or the perfused area. In the luteinized follicles (n=13), based on the plasma progesterone concentration, total area was twice as large, wall thickness was three times greater and the perfused area was 4.5 times larger than those of the non-luteinized follicles (n=41). The sensitivity of diagnosing luteinized follicles was 61.5% using B-mode sonography and 92.3% using colour Doppler sonography. Twelve cows responded to GnRH, and five cows did not. There was a trend (P=0.07) toward higher (59.3%) blood flow in the cyst wall 30 min after treatment in the responding cows compared with the non-responding cows. Our results showed that the perfused area more accurately reflects active luteal tissue than wall thickness. Thus, colour Doppler sonography is superior to B-mode sonography for differentiating follicular and luteal cysts and aids in the selection of treatment. However, exact prediction of COFs destined to regress or persist and the response of COFs to treatment with a GnRH analogue were not possible using colour Doppler sonography.

Hintergrund: Das Ziel dieser Studie war es herauszufinden, ob sich die Farbdopplersonographie eignet, temporär vorkommende von persistierenden Ovarfollikeln zu unterscheiden, zwischen Follikeln mit Lutealgewebe und ohne Lutealgewebe zu differenzieren und bei Follikelzysten frühzeitig Aussagen über den mittels eines GnRH Analogons zu erwartenden Therapieerfolg machen zu können. Material und Methode: Es wurden 54 Tiere, welche follikuläre Strukturen auf den Ovarien mit einem Durchmesser von mehr als 15 mm und kein Corpus Luteum besaßen, in die Studie aufgenommen. Diese Kühe wurden mittels B-Bild- und Dopplersonographie untersucht. Zehn bis zwölf Tage später wurde die Untersuchung wiederholt und Tiere mit Follikelzysten (n=17) mit einem GnRH Analogon behandelt. Der follikuläre Blutfluss wurde vor und eine halbe Stunde nach der Therapie gemessen. Nach weiteren zehn bis zwölf Tagen wurde der Erfolg der Therapie mittels B-Bild-Sonographie überprüft. Als Therapieerfolg wurde das Vorhandensein von Lutealgewebe gewertet. Zu jedem Untersuchungszeitpunkt wurden Blutproben entnommen, um den Progesterongehalt (P4) im Plasma zu bestimmen. Ergebnisse: Insgesamt bildeten sich zwischen erster und zweiter Untersuchung 31 von 54 Follikeln spontan zurück (temporäre Follikel). Bei den 23 persistierenden Follikeln wurde die Diagnose zystischer Ovarfollikel (ZOF) gestellt. Es gab keine Unterschiede in der Querschnittsfläche, in der Wanddicke und in der durchbluteten Fläche zwischen temporären Follikeln und ZOFs. In 13 von 54 Fällen wurde bei der Erstuntersuchung anhand des Progesteronspiegels ein luteinisierter Follikel diagnostiziert. Bei den luteinisierten Follikeln war die Querschnittsfläche doppelt so groß, die Wand dreimal so dick und die durchblutete Fläche um das 4,5-fache größer als bei den nicht luteinisierten Follikeln (n=41). Die Sensitivität für die Diagnose „luteinisierter Follikel“ lag bei der B-Bild-Sonographie bei 61,5% und bei der Dopplersonographie bei 92,3%. Bei zwölf der 17 mit GnRH behandelten Tiere war die Therapie erfolgreich. Diese Tiere zeigten eine halbe Stunde nach der GnRH-Injektion tendenziell (P=0,07) einen höheren Blutfluss in der Zystenwand als vor der Therapie. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse zeigen, dass aktives Lutealgewebe über die durchblutete Fläche besser bestimmt werden kann als über die Wanddicke. Somit eignet sich die Dopplersonographie besser als die B-Bild Sonographie, Follikel- von Luteinzysten zu unterscheiden und hilft bei der Auswahl der geeigneten Therapie. Jedoch sind mit Hilfe der Dopplersonographie weder exakte Aussagen darüber zu treffen, ob Follikel persistieren oder sich spontan zurückbilden werden, noch ob die Therapie mit einem GnRH Analogon erfolgreich sein wird.

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Rauch, Alexandra: Farbdopplersonographische Untersuchungen an zystischen Ovarfolikeln beim Rind. Hannover 2008. Tierärztliche Hochschule.

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