Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Inzidenz und Ursachen von Totgeburten in einer Milchviehanlage in Brandenburg bei optimiertem Geburtsmanagement

Kausch, Melanie

Breeding organisations complain an increasing rate of stillbirths in the Holstein population during the last decades. The objective of this study was to investigate the incidence and causes of stillbirth after implementation of an optimized calving management on a large dairy farm with about 2,500 lactating Holstein Friesian cows. From May 2006 until June 2007 a total of 2,390 calvings (816 primiparous cows [heifers], 1,574 multiparous cows) were assessed. Regular supervision of calving animals took place in intervals of 15-45 min for 24 h/day. A total of 2,453 calves were born (2,327 singletons and 126 twins) and calving ease was scored as spontaneous calving (57.4 %), easy extraction (31.5 %), moderate extraction (6.8 %), forced extraction (1.9 %) and sectio caesarea (2.4 %). Stillborn calves were defined as those calves, which were either born dead or died within 24 h after parturition. In stillbirths, necropsies were carried out and tissues of various organs (i.e. lung, heart, liver, kidney, spleen and brain) were taken within 2 h after extraction. A total of 2.355 calves were assessed systematically; 98 (4.2 %) of them were stillbirths. Stillbirth rate was significantly higher in calvings of heifers compared to multiparous cows (5.9 vs 3.3 %). Summarizing the results, the implementation of an optimized calving management caused a reduction of the stillbirth rate by 60 % compared to the months before starting this study (4.2 vs. 9.6 %). Most of the remaining stillbirths had a substandard birth weight. The proportion of stillborn calves without any relevant clinical cause (20 %) was unexpectly low. Infectious causes for stillbirth played almost no role on this dairy farm.

Zuchtverbände berichten einen Anstieg stieg von Totgeburten bei Kühen und Färsen der Rasse Holstein Friesian in den letzten Jahrzehnten. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, im Rahmen einer Feldstudie die Inzidenz und die Ursachen für Totgeburten bei fachgerechter Geburtsüberwachung und Geburtshilfe in einem Großbetrieb mit ca. 2.500 laktierenden Holstein Friesian Kühen zu ermitteln. Die Geburtsüberwachung erfolgte bei 2.390 Geburten (816 erstkalbige Kühe [Färsen], 1.574 mehrkalbige Kühe) zwischen dem 01.05.2006 und 16.04.2007 kontinuierlich über 24 h im Abstand von 15-45 min. Es wurden insgesamt 2.453 Kälber geboren (2.327 Geburten mit einer Frucht, 126 Zwillingskälber). Der Geburtsverlauf wurde in fünf Kategorien eingeteilt: Spontangeburten (57,4 %), leichte Auszüge (31,5 %), mittelschwere Auszüge (6,8 %), schwere Auszüge (1,9 %) und Sectio caesarea (2,4 %). Kälber, die totgeboren oder innerhalb von 24 h post natum verstarben, wurden als Totgeburten gewertet. Bei den Totgeburten erfolgte eine Sektion und Organentnahmen innerhalb von 1-2 Stunden nach der Geburt. Von den ausgewerteten 2.355 Kälbern wurden 98 (4,2 %) totgeboren. Die Totgeburtenrate war bei Färsengeburten signifikant höher (5,9 %) als bei Abkalbungen von Kühen (3,3 %). Zusammenfassend führte das gewählte Schema zur Optimierung von Geburtsüberwachung und –hilfe zu einer Abnahme der Totgeburtenraten um ca. 60 % gegenüber dem Halbjahr vor Durchführung der Studie führte. Bei den verbleibenden Totgeburten handelte es sich vorwiegend um unterdurchschnittlich schwere Kälber. Der Anteil an Totgeburten mit unklarer Ursache war mit 20,5 % unerwartet niedrig. Infektiöse Ursachen waren in diesem Betrieb nicht als bedeutsame Ursache für Totgeburten nachweisbar.

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Kausch, Melanie: Inzidenz und Ursachen von Totgeburten in einer Milchviehanlage in Brandenburg bei optimiertem Geburtsmanagement. Hannover 2009. Tierärztliche Hochschule.

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