Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Verhalten und Raumnutzung von Legehennen in Kleingruppenhaltungen gemäß der deutschen Tierschutz- Nutztierhaltungsverordnung sowie der Einfluss von Tageszeit, Besatzdichte, Rasse und Gruppengröße auf diese Parameter

Thum, Cornelia

It was the objective of this investigation to achieve insights into the time budget of various behavioural elements. Moreover, reliable data on the frequency and duration for using the existing structural elements were recorded and evaluated. Finally, the effects of daytime, group size, density of population and kind of breed were analyzed and evaluated with respect to displayed behavioural elements and to observed use of available space.  It was evident from behaviour analyses that particularly those activities were shown in the containments that required little room. The three mostly shown behaviours, i.e. feeding (mean value 24.52 %), resting (mean value 17.86 %) and grooming (mean value 13.55 %), are also those where hens move closer together and where their body movements require little space. In contrast, behaviours like walking (mean value 8.10 %), pecking (mean value 5.09 %), wing stretching (mean value 0.57 %) or dustbathing (mean value 0.52%), i.e. activities where hens kept wider distances or required more room, where shown in significantly less frequence. It can be concluded that the available area of  814 cm2/animal is still insufficient. Dustbathing was shown by the hens remarkably rarely, in spite of the offer of a Dustbathing mat (mv 0.52%). Besides the fact, that this represents a very space consuming activity for which not enough room might have been available, also the short dwelling of substrate on the  dustbathing mat, the impossibility of common dustbathing for several hens because of limited room, or the fact that the substrate was supplied in the morning into the containments whereas the animals preferentially carried out this activity in the afternoon are conceivable further reasons for this behaviour. Significant nocturnal preferences regarding the perches existed: the rods in the back were preferred for resting (mean value 30.24 %) over those in the front (mean value 19.26 %). In spite of the fact that the pipe, which carry the dustbathing-substrate explicitly could serve as central perch, it was used by the hens remarkably rarely at night (mean value 2.95%). The preference of the animals for perches positioned as high as possible could thus be corroborated in this study. At daytime, the perch were generally used rarely and, in contrast to their use at night, no clear preferences could be observed. The scoring of the hens at the end of their laying period leads to good results respect to their skin. Wounds, lesions or formation of strong scars were hardly observed. The feathers, however, were in clearly bad condition. Regarding the effects of daytime, density of population, group size and kind of breed on the use of structural elements and displayed behaviour it was found that these factors greatly influenced the analyzed parameters.

Ziel der Untersuchung war es, Erkenntnisse zum Zeitbudget von verschiedenen, typischen Verhaltensweisen von Legehennen in der Kleingruppenhaltung zu gewinnen. Dazu gehörte die Sammlung und Bewertung verlässlicher Daten über Frequenz und Dauer der Nutzung der in den Haltungseinheiten vorhandenen Strukturen wie Fußboden, Fressplatz, Sitzstangen, Legenest und Sand/Staubbad. Die erhaltenen Befunde zur Ausübung der verschiedenen Verhaltensweisen nach Art, Häufigkeit und Dauer sowie die Raumnutzung wurden im Hinblick auf den Einfluss von Tageszeit, Gruppengröße, Besatzdichte und Rasse untersucht. In der Kleingruppenhaltung wurden besonders häufig Verhaltensweisen wie Fressen (MW 24,52 %), Ruhen (MW 17,86 %) und Putzen (MW 13,55 %) gezeigt, für die relativ wenig Platz benötigt wird. Verhaltensweisen wie Gehen (MW 8,10 %), Picken (MW 5,09 %), Flügelstrecken (MW 0,57%) oder Sandbaden (MW 0,52 %), für deren Ausübung mehr freier Raum benötigt wird und bei denen die Hennen größere Abstände zu ihren Nachbarn halten müssen, wurden hingegen wesentlich seltener gezeigt. Dies deutet darauf hin, dass die angebotene Fläche von 814 cm²/Tier zur längeren und intensiven Ausübung dieser Verhaltensweisen zu gering bemessen scheint. Staubbadeverhalten wurde von den Hennen auffallend selten gezeigt (MW 0,52 %). Abgesehen davon, dass es sich um eine sehr raumgreifende Aktivität handelt, für die vermutlich meist zu wenig Platz zur Verfügung stand, spielen wahrscheinlich auch die geringe Verweildauer des Substrats auf der Sandbadematte und die wegen des Platzmangels fehlende Möglichkeit zum synchronen Staubbaden mehrerer Hennen eine Rolle. Des Weiteren wirkte sich vermutlich auch der falsche Zeitpunkt der Einbringung des Substrates jeweils am Morgen negativ auf die Ausübung des Sandbadeverhaltens aus, da die Tiere diese Aktivität vorwiegend nachmittags ausführen. Zum Ruhen in der Nacht bevorzugten die Hennen die hinteren hohen Sitzstangen (MW: 30,24 %) deutlich gegenüber den vorderen niedrigen (MW: 19,26 %). Hingegen wurde das als mittlere Sitzstange genutzte Förderrohr nachts von den Hennen nur selten aufgesucht (MW: 2,95 %). Die Präferenz von Legehennen für erhöht über dem Boden angebrachte Sitzstangen für die Nachtruhe wird deutlich. Tagsüber wurden die Sitzstangen insgesamt nur selten und ohne erkennbare Präferenz für eine Sitzstangenhöhe genutzt. Bei der am Ende der Legeperiode durchgeführten Bonitierung der Körperoberfläche der Hennen konnten nur in sehr geringer Anzahl Wunden, Verletzungen oder auffällige Narbenbildungen festgestellt werden. Das Gefieder war hingegen deutlich in Mitleidenschaft gezogen. Bezüglich der getesteten Parameter Tageszeit, Rasse, Besatzdichte und Gruppengröße konnte gezeigt werden, dass diese Faktoren einen großen Einfluss auf das gezeigte Verhalten und auf die Raumnutzung hatten.

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Thum, Cornelia: Verhalten und Raumnutzung von Legehennen in Kleingruppenhaltungen gemäß der deutschen Tierschutz- Nutztierhaltungsverordnung sowie der Einfluss von Tageszeit, Besatzdichte, Rasse und Gruppengröße auf diese Parameter. Hannover 2009. Tierärztliche Hochschule.

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