Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo)

Etablierung der Sonomikrometrie zur Beurteilung der peripartalen uterinen Kontraktilität und der uterinen Involution in den ersten Wochen nach der Geburt beim Rind

Benz, Philipp

 The aim of this study was to develop a technique by means of sonomicrometry in order to examine postpartal uterine involution as well as uterine contractility during the last weeks of pregnancy and during the first four weeks after parturition. In the first stage of the study an operation method was developed to implant the sonomicrometry crystals into the uterus. Seven animals were implanted crystals between two and four weeks before the calculated date of parturition. By means of a laparotomy in the left flank four crystals were implanted into the myometrium of the gravid uterine horn. Beginning caudal at the bifurcation these crystals were fixed in the myometrium along a virtual sagittal section each one with a distance of about 10 cm to the next beginning caudal at the bifurcation. In one out of seven cows additionally electromyographic measurements were performed. The sonomicro-metrical measurements started one day after the implantation and were continued until day 28 p.p. in three cows. The collected sonomicrometric data were constantly examined by an oscilloscope. The movements of the animals were monitored using a videorecord to exclude artefacts. The autopsies of the animals carried out after the completion of the studies showed that crystals and cables cause sterile inflammations leading to fibrous adhesions. Some crystals were released from the myometrium, but most of them were still fixed on the serosal surface so that the quality of the data was hardly affected. There were big interindividual differences in uterine contractility both before and after parturition. The frequencies of contractions ranged from 0.2 to 3.5 per minute in the last six days before parturition, the wavelengths differed between 10 and 120 seconds and the amplitudes of the contractions varied between 5 and 22 % in relation to the values before contraction. A fast, strong shortening of the uterus during extraction and expulsion, respectively, by 50 up to 64 % was noted. Post partum the frequencies of contractions differed between 0.15 and 4.6 per minute, the wave-lengths ranged from 9 to 135 seconds and the amplitudes varied between 5 and 35 %. Comparing day 0 p.p. to day 28 p.p. the distances between the crystals shortened by 52 to 72 %. In conclusion this study shows that sonomicrometry represents a new method to objectively evaluate peripartal contractility and postpartal uterine involution over a period of several weeks in cattle.

Ziel dieser Arbeit war es, mithilfe der Sonomikrometrie eine Messtechnik zu entwickeln, um die postpartale uterine Involution sowie die uterine Kontraktilität in den letzten Wochen der Gravidität und im Puerperium zu untersuchen. Im ersten Abschnitt der Studie wurde eine Operationsmethode entwickelt, um die Sonomikrometriekristalle in den Uterus zu implantieren. Die Kristallimplantation fand an sieben Tieren zwei bis vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin statt. Im Rahmen einer Laparotomie in der linken Flanke wurden jeweils vier Sonomikrometriekristalle in das Myometrium des graviden Uterushornes implantiert. Diese Kristalle wurden kaudal, an der Bifurkatio beginnend, in einer gedachten, sagittal verlaufenden Ebene, jeweils ca. 10 cm voneinander entfernt, im Myometrium befestigt. Bei einer von sieben Kühen wurden zusätzlich elektromyographische Messungen durchgeführt. Die sonomikrometrischen Messungen begannen am Tag nach der Laparotomie und wurden bei drei Tieren bis zum Tag 28 p.p. durchgeführt. Die sonomikrometrisch erhobenen Werte wurden mithilfe des Oszilloskops auf Korrektheit überprüft. Die Bewegungen der Tiere wurden während der Messungen beobachtet und auf Video aufgezeichnet, um Artefakte auszuschließen. Die nach Abschluss der Untersuchungen durchgeführten Sektionen der Tiere zeigten, dass die Kristalle und Kabel teilweise sterile Entzündungen auslösen, die in fibröse Verwachsungen münden. Einige Kristalle hatten sich zwar aus dem Myometrium gelöst, die meisten blieben aber auf der Serosa fixiert, wodurch die Qualität der Messungen nur minimal beeinträchtigt wurde. Es bestanden sehr große interindividuelle Unterschiede in der Kontraktilität des Uterus, sowohl vor als auch nach der Geburt. Die Frequenzen lagen in den sechs Tagen ante partum zwischen 0,2 und 3,5 pro Minute, die Wellenlängen betrugen zwischen 10 bis 120 s und die Kontraktionsamplituden differierten zwischen 5 bis 22 % der jeweiligen Ausgangswerte. Während der Austreibung bzw. des Auszuges war eine schnelle, starke Verkürzung des Uterus um 50 bis 64 % zu verzeichnen. Post partum bewegten sich die Kontraktionsfrequenzen zwischen 0,15 und 4,6 pro Minute, die Wellenlängen in einem Bereich von 9 bis 135 s und die Amplituden zwischen 5 bis 35 % des Ausgangswertes. An Tag 28 p.p. hatten sich die am Uterus gemessenen Distanzen im Vergleich zu denjenigen am Tag 0 p.p. um 52 bis 72 % verkürzt. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Sonomikrometrie ein neues Verfahren darstellt, um die peripartale Kontraktilität und die postpartale uterine Involution beim Rind über einen mehrwöchigen Zeitraum objektiv zu beurteilen.

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Benz, Philipp: Etablierung der Sonomikrometrie zur Beurteilung der peripartalen uterinen Kontraktilität und der uterinen Involution in den ersten Wochen nach der Geburt beim Rind. Hannover 2010. Tierärztliche Hochschule.

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